Diskriminierung in Indonesien Schwuler Ex-Polizist zieht wegen Entlassung vor Gericht
Der ehemalige indonesische Polizist Tri Teguh Pujianto (31) wurde 2018 nach zehn Jahren im Dienst entlassen, weil er schwul ist und damit den „ethischen Kodex der nationalen Polizei“ verletzt habe. Damals verhaftete man ihn und seinen Partner am Valentinstag in einer anderen Stadt. Jetzt zieht Teguh erneut vor Gericht. Der Fall wurde letztes Jahr zunächst abgewiesen, weil man zuerst die internen Polizei-Ermittlungen abwarten müsse.
„Das ist mein Kampf, mein letzter verzweifelter Versuch“, so Teguh gegenüber Reuters. „Warum beurteilen sie meine Leistung nicht für all diese Jahre [im Dienst]? Warum meine Fehler übertreiben, die meiner Meinung nach ohnehin keine Fehler waren?“ Mit dem Verfahren kämpft er nicht nur für sich, sondern für grundlegende Menschenrechte, um willkürliche Aktionen gegen Minderheiten zu beenden.
Indonesien ist das größte Land der Welt mit muslimischer Mehrheit. Mit Ausnahme der Provinz Aceh ist Homosexualität jedoch nirgendwo verboten. Dennoch ist sie ein Tabu – und die Gesellschaft wird immer intoleranter.