Brandanschlag auf LGBTI* in New York Flammen schossen binnen Sekunden bis zur Decke
In der Nacht zum Montag verübte ein noch unbekannter Mann einen Brandanschlag auf eine beliebte LGBTI*-Bar in New York, Brooklyn. Gegen 21 Uhr betrat der Fremde mit einem großen Kanister die Bar und verschüttete Benzingemisch über den Boden. Als der Türsteher versuchte, ihn aufzuhalten, entzündete der Täter mit einem Feuerzeug die Flüssigkeit. Das Gemisch explodierte aufgrund der Dämpfe sofort und die Flammen schossen nach Aussagen einer Mitarbeiterin binnen Sekunden bis zur Decke der beliebten Community-Bar. Der unbekannte Täter flüchtete unerkannt.
Zwei Mitarbeiterinnen der Rash-Bar im Alter von 23 und 25 Jahren erlitten Brandverletzungen zweiten Grades und wurden ins Wyckoff Hospital gebracht. Die DJ und die Barkeeperin befinden sich nach ersten Aussagen der New Yorker Polizei glücklicherweise inzwischen auf dem Weg der Besserung.
Es dürfte zudem Glück im Unglück gewesen sein, dass der Täter so früh am Abend die Bar betreten hat - bis auf das Personal befanden sich noch keine Gäste im Lokal, die kurze Zeit später allerdings die Türen für eine große LGBTI*-Party öffnen wollten. Das Feuer vernichtete binnen kürzester Zeit den Großteil der Community-Bar – der gesamte Barbereich und der Dancefloor wurden ein Opfer der Flammen. Die Betreiber haben inzwischen eine gofundme-Spendenseite eingerichtet, auf der bis heute rund 60.000 US-Dollar zusammengekommen sind. Fotos auf der Seite belegen die ungeheure Wucht der Explosion und zeigen eine teilweise eingestürzte Wand.
Von dem Täter fehlt bisher jede Spur. Der kleine Mann (1,70m groß) im Alter zwischen 20 und 30 Jahren trug nach Angaben des New York City Police Departments eine blaue, medizinische Maske sowie einen Hoodie und eine schwarze Jeans. Die Polizei prüft derzeit Überwachungsaufnahmen, die zeigen, wie der Täter Minuten vor dem Brand einen Benzinkanister auffüllte. Das Motiv des Mannes ist von offizieller Seite noch unklar, auch die Betreiber der Bar lehnen eine vorschnelle Verurteilung des Mannes ab.
Klar ist allerdings, dass die kürzlich eröffnete Rash-Bar in der Willoughby Avenue in Bushwick mitten im Herzen Brooklyns binnen kurzer Zeit zu einer festen Größe in der queeren Community von New York geworden war. Das Publikum ist fast ausschließlich der LGBTI*-Community zuzuordnen mit einem speziellen Schwerpunkt auf Schwarze queere Menschen. Ein LGBTI*-feindliches Hassverbrechen liegt also nahe, auch deswegen, weil es bereits im Januar zu einem ähnlichen Fall gekommen war. Der nicht weit entfernte, queer-freundliche Bossa Nova Civic Club wurde auch Opfer eines Brandanschlags, bei dem glücklicherweise niemand schwer verletzt wurde.
Das Team der Rash-Bar erklärte in einem ersten offiziellen Statement: "Wir wissen immer noch nicht, was wir von diesem grausamen Akt der Gewalt halten sollen. In nur fünf kurzen Monaten hatten wir das Privileg, eine so talentierte und lebendige Community von Künstlern zu beherbergen. Es bricht uns das Herz, dass jemand versucht, diese aus irgendeinem Grund zu bedrohen. Wir lieben euch, und wir werden uns davon erholen!“ Und der nicht binäre Besitzer der Bar, Jake Sillen, ergänzte gegenüber NBC News: "Es ist so schwer zu glauben und zu verarbeiten. Es ist verwirrender als alles andere."