Direkt zum Inhalt
Autorin siegt im Rechtsstreit gegen Verlag // © DNY59
ANZEIGE

Autorin siegt im Rechtsstreit Urheberrechte stehen über Sprachverordnung

ms - 23.05.2022 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

Wie der Verein der Deutschen Sprache jetzt mitteilte, endete nun ein Rechtsstreit zwischen einer Autorin und ihrem Verlag in Hamburg – der Verlag hatte ohne Rückfrage einen Text der Autorin gegendert und in Umlauf gebracht.

Dagegen klagte die Autorin und das Landgericht Hamburg gab ihr jetzt Recht. Der Verlag muss die ungegenderte Ursprungsversion des Textes wiederherstellen.

Unterstützt worden war die Autorin vom Verlag für Deutsche Sprache, einem der größten Vereine für den Erhalt der deutschen Sprache.

Der Verein wurde 1997 gegründet und spricht sich in den letzten Jahren immer wieder gegen das zwanghafte Gendern aus, wie es in einige Universitäten in Deutschland sowie in einigen Redaktionen bereits durchgesetzt wird. Dabei bekräftigt der Verein immer wieder, dass das erzwungene Gendern die Sprache beschädige, im Grunde zutiefst sexistisch sei und die Mehrheit der Deutschen diese Sprachneufindung vehement ablehne.

Zuletzt zeigte eine Umfrage des MDR unter 26.000 Deutschen im Jahr 2021, dass 86 Prozent der Befragten das Gendern ablehnen beziehungsweise es als “unwichtig“ einstufen, auch mehrheitlich Frauen oder Mitglieder der LGBTI*-Community, die durch das Gendern mehr Sichtbarkeit und Inklusion erfahren sollen.

Im expliziten Fall aus Hamburg hatte der Verlag den Artikel der Autorin gegendert weiter verbreitet, obwohl die Frau mehrfach darauf hingewiesen hatte, dies nicht zu tun.

In der Verhandlung erklärte der Richter nun, dass es "unstrittig" sei, dass der Verlag gegen Urheber- und Persönlichkeitsrecht verstoßen habe. Wie zuvor schon von der Autorin angeboten, einigte man sich nun auf einen Vergleich, der auch vom Verlag akzeptiert wurde. Dieser sieht vor, dass der Verlag den Text online wieder in den Originalzustand zurückversetzen muss.

Die Print-Exemplare dürfen jedoch weiter ausgeliefert werden. Zudem trägt der Verlag den Großteil der Prozesskosten alleine.

 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Amnesty kritisiert J.K.Rowling

Frauenhilfszentrum im Fokus

Amnesty International UK stuft J. K. Rowlings Krisenzentrum für Frauen als „rechtefeindlich“ ein und löst damit erneut eine Debatte aus.
Eklat bei der L.A. Police

Homophobe Polizisten im Fokus

Ein LAPD-Beamter könnte angeklagt werden, nachdem er Kollegen bei homophoben, rassistischen und sexistischen Aussagen aufgenommen hat.
Sam Neill ist tot

Ein Star mit Haltung

Schauspieler Sam Neill ist mit 78 Jahren gestorben. Neben seiner Filmkarriere wurde er auch für seine Unterstützung der LGBTIQ+-Community geschätzt.
Spätes Urteil nach Jahrzehnten

Mord mit homophobem Hintergrund

Nach mehr als 40 Jahren sind zwei Brüder wegen des Mordes an dem schwulen Beamten Anthony Littler verurteilt worden.
Bromance bei der WM

Freundschaft trotz Viertelfinale

Nach dem WM-Viertelfinale zwischen England und Norwegen sorgen Erling Haaland und Jude Bellingham mit ihrer Freundschaft für Aufmerksamkeit.
Historische Klage in Botswana

Lesbisches Paar kämpft weiter

Zwei Frauen kämpfen vor Botswanas Oberstem Gericht um die Anerkennung ihrer Ehe – ein Verfahren mit Signalwirkung für ganz Afrika.
Schwerbehindert und LGBTIQ+

Viele leben doppelt benachteiligt

Millionen Menschen leben mit einer Schwerbehinderung. Hunderttausende LGBTIQ+-Personen kämpfen dabei zudem mit mehrfachen Diskriminierungserfahrungen.
Prozess geplanter CSD-Anschlag

Brüderpaar in Wien vor Gericht

Im Prozess um das geplante Attentat auf die Vienna Pride sind vor dem Landesgericht St. Pölten jetzt weitere Zeugen gehört worden.
Brutaler Angriff auf Cruiser

Schwulen Mann bewusstlos getreten

Am Bugasee in Kassel wurde ein 51-jähriger schwuler Mann beim Cruising brutal von drei unbekannten Tätern bewusstlos getreten.