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Apple-Chef besorgt wegen LGBTI*-Rechte Negativ-Trend: Immer mehr Länder verabschieden queerfeindliche Gesetze

Von ms - 13.03.2022 - 16:00 Uhr
Apple-Chef stark besorgt über LGBTI*-Rechte in den USA // © xRingoxChiux
Foto: Apple-Chef stark besorgt über LGBTI*-Rechte in den USA // © xRingoxChiux
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Die Situation in Amerika spitzt sich von Woche zu Woche immer mehr zu – in immer mehr Bundesstaaten wurden allein seit Anfang 2022 beinahe im Eilverfahren queerfeindliche Gesetze eingebracht und teilweise bereits verabschiedet. Die jüngsten Beispiele sind South Dakota, Idaho, Iowa, Georgia, Oklahoma, Texas und Florida.

Quer durch das ganze Land werden entweder explizit trans-Jugendliche angegriffen, beispielsweise mit Verboten, am Schulsport oder Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen, oder die LGBTI*-Community insgesamt. Besonders perfide ist dabei der Plan, die Schulen der Vereinigten Staaten zu queerfreien Zonen zu machen. Jedes Thema rund um LGBTI* soll sowohl im Unterricht wie auch im direkten Gespräch an den Bildungseinrichtungen unter Strafandrohung verboten werden. Lehrstoffe, Unterrichtsinhalte und Bücher in Bibliotheken müssen frei von queeren Themen sein, anderenfalls können „besorgte Eltern“ dies einklagen, wenn sie sich in ihren Lebenseinstellungen oder religiösen Werten verletzt fühlen. In Texas stehen ganz aktuell Eltern von trans-Jugendlichen am Pranger – ihnen droht, als „Kinderschänder“ verurteilt zu werden, wenn sie ihren eigenen Kindern eine geschlechtsangleichende Behandlung ermöglicht haben – und das auch rückwirkend, selbst wenn der ehemalige trans-Jugendliche inzwischen erwachsen ist. Auch wird immer wieder diskutiert, dass queere Schüler zwangsweise vor ihren Eltern geoutet werden sollen, wenn beispielsweise Lehrer von der Sexualität ihrer Schüler etwas mitbekommen oder sich ein Schüler im Vertrauen an sie richtet.

Insgesamt in rund 30 Bundesstaaten plant die politische Mehrheit der Republikaner derzeit, LGBTI*-Jugendliche unsichtbar zu machen und deren Leben in dramatischer Weise zu verschlechtern. Landesweite LGBTI*-Organisationen wie das Trevor Project befürchten einen massiven Anstieg der Suizidfälle unter queeren Jugendlichen in den USA – schon jetzt liegt die Rate extrem hoch: Beinahe jeder zweite LGBTI*-Jugendliche in den USA hat im vergangenen Jahr ernsthaft an Selbstmord gedacht. 2021 wurden 17 neue Gesetze erschaffen, die sich direkt gegen LGBTI*-Menschen richten, dieses Jahr dürfte der Trend noch zunehmen.

Der homosexuelle Vorstandsvorsitzende Tim Cook von Apple äußerte sich jetzt via Twitter tief besorgt über die Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika:

"Als stolzes Mitglied der LGBTI*-Community bin ich zutiefst besorgt über die Gesetze, die im ganzen Land erlassen werden, insbesondere über jene, die sich auf unsere verletzliche Jugend konzentrieren! Ich stehe ihnen und den Familien, Angehörigen und Verbündeten, die sie unterstützen, zur Seite.“

Besorgt zeigte sich die Tage auch der CEO von Disney – der Konzern war in die Kritik geraten, weil er in seinem Heimatbundestaat Florida lange nichts zu dem queerfeindlichen „Don´t Say Gay“-Gesetz gesagt hatte, das LGBTI* an Schulen ebenso verbieten soll. Zudem hat das Unternehmen Gelder an jene Sponsoren gespendet, die den Gesetzentwurf gepusht hatten.

CEO Bob Chapek erklärte, dass die neue Gesetzgebung dazu benutzt werden könnte, „schwule, lesbische, nicht-binäre und trans-Kinder und -Familien auf unfaire Weise zu treffen." Disney werde den Gesetzentwurf nicht unterstützen. Um die Wogen zu glätten, hatte Chapek weiter angekündigt, fünf Millionen US-Dollar an die Human Rights Campaign (HRC) und andere LGBTI*-Rechtsorganisationen zu spenden. HRC erklärte kurz darauf, dass sie kein Geld von Disney annehmen werde, "bis sinnvolle Maßnahmen zur Bekämpfung" des "Don't Say Gay"-Gesetzes ergriffen werden.

Mit großen Anzeigen in Zeitungen haben sich derweil inzwischen insgesamt rund 60 Unternehmen in den USA gegen die Pläne ausgesprochen, trans-Behandlungen mit Kindesmissbrauch gleichzusetzen – darunter auch Tech-Giganten wie Google, Meta (ehemals Facebook) und Microsoft. Bisher waren all die Versuche der Unternehmen und CEOs zwecklos. Im Gegenteil sogar: Einzelne Gouverneure wie Ron DeSantis in Florida hörten sich die Bedenken zwar an, bestärkten aber anschließend, dass sie an dem Gesetzentwurf festhalten wollen. Für viele Republikaner scheint der Kampf gegen LGBTI*-Rechte das profundeste Ziel zu sein, 2024 abermals den Präsidenten der Vereinigten Staaten stellen zu können – ein Vorhaben, das augenscheinlich auch mächtige US-Firmen aktuell nicht bremsen können.

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