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Appell von Carl Cashman Sorge um junge Männer in der Manosphere

Von ms - 03.07.2026 - 14:35 Uhr
Appell von Carl Cashman
Foto: Instagram / carlcashman91
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Der Vorsitzende der Liberaldemokraten in Liverpool, Carl Cashman, hat zu einer stärkeren Förderung einer „positiven Männlichkeit“ aufgerufen. In einem Interview agte der Politiker, er arbeite gemeinsam mit der Denkfabrik Bright Blue an einem „Manifest für positive Männlichkeit“. Ziel des Projekts sei es, besser zu verstehen, warum sich manche junge Männer rechtsextremen politischen Strömungen zuwenden. Cashman ist seit einigen Jahren der Liebling der LGBTIQ+-Community in Großbritannien, einerseits, weil er sich lautstark für die Rechte von queeren Menschen einsetzt, andererseits, weil er online immer wieder gerne seinen durchtrainierten Körper präsentiert. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Carl Cashman arbeitet an einem „Manifest für positive Männlichkeit“.
  • Ziel ist es, die Anziehungskraft rechtsextremer Ideologien auf junge Männer besser zu verstehen.
  • Der Politiker warnt vor dem Einfluss der sogenannten Manosphere im Internet.
  • Zugleich kritisiert er, Männlichkeit werde in der öffentlichen Debatte zu oft pauschal als toxisch dargestellt.
  • Cashman spricht außerdem über sein Aufwachsen während der Zeit von Section 28 und seine Erfahrungen als homosexueller Mann.

Gespräche mit jungen Männern 

„Wir leben heute in einer Welt, in der viele Menschen sehr isoliert sind, insbesondere junge Männer. Und wenn sie isoliert sind, gibt es für sie einen Ort, an den sie gehen – das Internet“, sagte Cashman. „Dort sehen sie die Welt dann durch das Prisma dieser Manosphere.“ Nach seinen Angaben sollen im Rahmen des Projekts Gespräche mit jungen Männern in Sportvereinen, Boxstudios und Jugendzentren geführt werden. „Ich möchte verstehen, warum sie sich zur extremen Rechten hingezogen fühlen“, erklärte Cashman.

Besonders beunruhigt habe ihn die jüngste Dokumentation von Louis Theroux über die Manosphere. „Sie hat mir wirklich Sorgen gemacht“, so Cashman. „Junge Männer haben heute eine Einstellung gegenüber Frauen, wie ich sie selbst zu meiner Schulzeit nicht erlebt habe.“ Auch der Hass auf Homosexuelle ist ein klassisches Merkmal der Manosphere. Zugleich warnte der Politiker davor, Männlichkeit grundsätzlich als problematisch darzustellen. „Es gibt sehr viel positive Männlichkeit, die für unsere Gesellschaft von enormer Bedeutung ist“, sagte er.

Kritik an einseitiger Denkweise 

„Was mich an der sogenannten Woke-Kultur wirklich aufregt – obwohl mich viele selbst als woke bezeichnen würden – ist die pauschale Einordnung von Männlichkeit als toxisch. Dadurch werden diese jungen Männer noch stärker in genau diese Richtung gedrängt, weil ihnen vermittelt wird: ,Du hast männliche Eigenschaften – also bist du von Natur aus toxisch.‘ Dabei ist Männlichkeit genauso gesund wie Weiblichkeit.“ Cashman sprach außerdem über seine Jugend während der Zeit von Section 28, einem früheren britischen Gesetz, das die „Förderung von Homosexualität“ an Schulen untersagte. „Niemand war offen homosexuell. Es herrschte noch immer diese Zurückhaltung, offen schwul zu sein“, erinnerte er sich. Heute hätten viele seiner früheren Mitschüler dagegen „ihr bestes Leben“. Dazu gehörten auch zwei Frauen, mit denen er früher zusammen gewesen sei und die sich später als lesbisch geoutet hätten. „Das Verrückteste daran ist, dass zwei davon Frauen waren, mit denen ich einmal zusammen war.“

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