Fortschritte bei HIV-Therapie Hoffnung auf langfristige Kontrolle der Infektion wächst
Wissenschaftler der University of California in San Francisco haben neue Fortschritte bei der Behandlung von HIV vorgestellt. In einer Studie gelang es zwei Teilnehmern, die Viruslast dauerhaft unter die Nachweisgrenze zu senken – auch nachdem die übliche medikamentöse Therapie beendet worden war.
Das Wichtigste im Überblick
- Forscher aus Kalifornien berichten über erfolgreiche Ergebnisse einer neuen HIV-Therapie.
- Zwei Studienteilnehmer erreichten eine Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze.
- Die Betroffenen konnten ihre antiretrovirale Therapie aussetzen.
- Zum Einsatz kamen gentechnisch veränderte Immunzellen.
- Experten sehen darin einen möglichen Schritt hin zu einer funktionellen Heilung.
Gentechnisch veränderte Zellen
Die Forscher nutzten dabei eine Methode, die bereits seit Jahren in der Behandlung bestimmter Blutkrebserkrankungen eingesetzt wird. Für die Therapie wurden Immunzellen der Betroffenen entnommen und im Labor genetisch verändert. Ziel war es, die Zellen so anzupassen, dass sie HIV-infizierte Zellen erkennen und bekämpfen können. Anschließend erhielten die Patientinnen und Patienten eine einmalige Infusion mit den veränderten Immunzellen. Danach setzten die beiden Probanden ihre antiretrovirale Standardtherapie ab, die normalerweise dauerhaft gegen HIV eingenommen werden muss.
Nach Angaben der US-Forscher blieb die Viruslast dennoch unterhalb der Nachweisgrenze – auch zwei Jahre nach der Behandlung. Der Leiter der Studie, Dr. Steve Deeks, erklärte, die Therapie könne einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen HIV leisten. Die Krebsforschung nehme in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein, da dort bereits große Erfahrungen mit ähnlichen Zelltherapien bestünden. Zugleich äußerte Deeks Hoffnung auf eine mögliche funktionelle Heilung von HIV in der Zukunft. Dafür sei allerdings weiterhin umfangreiche Forschung notwendig. Die Ergebnisse der Studie sollen in Kürze bei der American Society of Gene and Cell Therapy vorgestellt werden.
Zweite Studie untermauert Entwicklung
Bereits zu Beginn des Jahres hatten Forscher des Children’s National Hospital in den USA über vergleichbare Fortschritte berichtet. Dort gelang es laut einer Studie mithilfe einer HIV-spezifischen T-Zell-Therapie bei sechs Personen, versteckte HIV-Reservoire in den Zellen zu reduzieren. Als funktionelle Heilung bezeichnen Fachleute eine Situation, in der das Virus dauerhaft kontrolliert werden kann, ohne dass Betroffene kontinuierlich Medikamente einnehmen müssen. Bislang gilt HIV trotz großer Fortschritte in der Therapie weiterhin als nicht heilbar.