Direkt zum Inhalt
Angst vor der US-Wahl
ANZEIGE

Angst vor der US-Wahl Junge LGBTI*-Amerikaner erleben Panikattacken vor der Präsidentschaftswahl – Kritik kommt aus der eigenen Community

ms - 16.10.2024 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

In knapp zweieinhalb Wochen wählen die US-Bürger einen neuen Präsidenten – Donald Trump oder Kamala Harris. Die queeren Verbände in Amerika befeuerten zuletzt den Wahlkampf massiv – die mitunter an Panikmache grenzenden Äußerungen zeigen nun offenbar Wirkung: Jüngste Untersuchungen legen nahe, dass junge LGBTI*-Wähler in den USA von einer „Wahlangst“ befallen sind.

Panik und Angst bei jungen Queers

Über 90 Prozent der jungen Generation Z will Anfang November wählen gehen – gleichzeitig zeichnet sich wie bei keiner anderen Generation innerhalb der LGBTI*-Community eine massive Zunahme von Angstzuständen und psychischen Problemen ab, zurückzuführen offenbar aus einer vagen negativen Gemengelage zwischen US-Gesetzgebung, wirtschaftlichen Ängsten, Hassreden und Panik vor der falschen Wahlentscheidung für Homosexuelle und queere Menschen. 

Diese sogenannte „Wahlstressstörung“ bestätigte jetzt der Psychiater Dr. Robert Bright von der Mayo Clinic in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota. Viele junge Gen-Z erlebten demnach eine Mischung zwischen Überforderung und Panikattacken, zu sehr sind sie davon überzeugt, dass diese Wahl für die junge queere Generation ein alles entscheidendes Schicksal sei. Die Folge sind demnach Schlafstörungen, ständige Sorgen, Konzentrationsschwierigkeiten und Gefühle der Hoffnungslosigkeit. Die jüngste Umfrage belegte so offenbar laut Bright, dass inzwischen 72 Prozent der jungen LGBTI*-Amerikaner davon betroffen sind.

Häme und Kritik innerhalb der Community

Kritik und durchaus auch Häme kommt mit Blick auf diese Entwicklungen dabei sowohl von außerhalb wie auch massiv von innerhalb der Community. Ein schwuler X-User bringt die Kritik an dem angstvollen Verhalten der queeren Gen-Z so auf den Punkt: „Was für ein Glück, dass diese jungen Queers nicht während der Hochzeit der Aids-Krise leben mussten. Oder zu einer Zeit, als Homosexualität noch strafbar und illegal war und wir uns heimlich nachts im Dunkeln im Park treffen mussten, stets in dem Wissen, eine strafbare Handlung zu vollziehen, während die US-Regierung uns verachtete. Die LGBTI*-Community ist heute zahlenmäßig und gesellschaftlich stärker denn je vertreten – wer da Panik vor einer demokratischen Wahl hat, egal wie sie ausfällt, hat keine Ahnung von 50 Jahren schwul-lesbischer Bewegung für Gleichberechtigung und Akzeptanz.“   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.