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Abschiebung in die Türkei Lesbische Türkin trotz Lebensgefahr abgeschoben

Von ms - 21.08.2025 - 15:30 Uhr
Abschiebung von lesbischer Frau
Foto: iStock / HUNG CHIN LIU
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Die Lesbenberatung LeTRa kritisiert jetzt die Abschiebung der lesbischen 33-jährigen Kiymet A. aus Bayern und spricht von einem „besonders dramatischen und besorgniserregenden Fall“, wenngleich es sich dabei um keinen Einzelfall handele, immer mehr Flüchtlinge und Schutzsuchende würden laut dem Verein in sehr kurzer Zeit inzwischen abgeschoben und das „ohne die nötige rechtliche Unterstützung oder Beratung zu erhalten.“ 

Lebensgefahr in der Türkei

Am Montag letzter Woche wurde die junge Türkin aus dem Landkreis Miesbach in ihre Heimat nach Istanbul abgeschoben. Die Polizei holte sie in den frühen Morgenstunden ab, ohne dass sie ihre persönlichen Sachen packen durfte, so LeTRa.  „Die lesbische Frau musste das Land verlassen, obwohl ihr dort nachweislich massiver Gefahr für Leib und Leben droht. Bereits als Jugendliche versuchte ihre Familie, sie zwangszuverheiraten. Als sie sich widersetzte, wollte ihr Bruder sie töten.“ Durchwegs lebte die Frau dabei in Angst vor Gewalt durch ihre Familie, verstärkt aufgrund ihrer Homosexualität. 

Das könnte ihr jetzt in der Türkei erneut zum Verhängnis werden, betont LeTRa weiter: „Queere Personen werden dort rechtlich nicht geschützt, Pride-Veranstaltungen verboten und queere Menschen regelmäßig Opfer von Übergriffen und Hassverbrechen. Frauenrechtsorganisationen dokumentieren jedes Jahr Hunderte von Morden an Frauen, Femizide, viele davon ´Ehrenmorde´“, so Julia Bomsdorf vom Verein. 

LeTRa spricht von einem Skandal 

Seit letzter Woche versteckt sich die 33-Jährige jetzt in ständiger Angst vor Entdeckung bei Bekannten. „Die Abschiebung von Kiymet. A. ist ein Skandal und ein menschenrechtliches Versagen. Sie hätte niemals in ein Land abgeschoben werden dürfen, in dem ihr Gewalt, ´Ehrenmord´ und queerfeindliche Verfolgung drohen. Besonders tragisch ist, dass Kiymet. A. im Asylverfahren aus Angst vor ihren Verwandten in Deutschland nicht offen über ihre Homosexualität sprechen konnte. Bevor sie aber die Chance hatte, mit unserer Unterstützung offen über ihre tatsächlichen Fluchtgründe zu sprechen, wurde sie bereits abgeschoben. Dieses strukturelle Problem kennen wir aus vielen unserer Beratungen“, erklärt Julia Serdarov von der Flüchtlingsberatung bei LeTRa. Aktuell betreut der Münchner Verein zwölf lesbische Türkinnen in ähnlicher Situation.

LeTRa fordert daher einen sofortigen Abschiebestopp für LGBTIQ+-Flüchtlinge aus der Türkei, eine stärkere Sensibilisierung der Asylanhörung inklusive einem Zugang zu Übersetzern sowie die Anerkennung von Femizid-Bedrohungen und queerfeindlicher Gewalt als klare Fluchtgründe. „Queeres Leben ist in der Türkei hoch gefährdet. Wer hier abschiebt, riskiert, dass Menschen getötet werden. Das ist nicht vereinbar mit den Grund- und Menschenrechten, zu denen sich Deutschland bekennt“, betont Serdarov abschließend. 

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