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10 Jahre Homo-Ehe Rund 70.000 Paare sagten in Frankeich „Ja, ich will“ zueinander!

Von ms - 21.04.2023 - 12:00 Uhr
10 Jahre Homo-Ehe
Foto: iStock / Orbon Alija
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Zehn Jahre Homo-Ehe in Frankreich! Ein Grund zum Feiern! Doch während in Deutschland nach der Einführung von gleichgeschlechtlichen Ehen 2017 die Stimmungslage sich auch unter den konservativen Kritikern schnell wieder beruhigte, protestierten auch Jahre später im Frankreich noch konservative, rechte und christliche Gruppen und forderten vehement, das Gesetz wieder zu streichen. In den letzten Jahren hat sich allerdings auch in Frankreich die Vernunft endlich durchgesetzt – große Demonstrationen gegen die Homo-Ehe gibt es derzeit nicht mehr. Doch ist das vielleicht nur eine trügerische Sicherheit?

Die Ehe für alle ist heute normal

Insgesamt sind seit 2013 rund 70.000 schwule und lesbische Paare getraut worden. Frankreich war damals das 14. Land weltweit, das die Homo-Ehe möglich machte. Der erste Mann, der vor zehn Jahren seinen Partner heiratete, ist der heute 50-jährige Vincent Autin. Er erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Ich denke, das wird niemand mehr rückgängig machen, für junge Menschen ist das heute ganz normal.“ Die Fotos von ihm und seinem damaligen Ehemann Bruno Boileau vor dem Rathaus von Montpellier waren damals um die ganze Welt gegangen.

Vergangenheit darf nicht vergessen werden

Die Ehe für alle war in Frankreich damals auch ein Wahlversprechen des Präsidenten François Hollande gewesen. Inzwischen hat sich auch politisch der Wind erneut ein wenig gedreht und immer offener kann auch in Frankreich wieder mancherorts darüber gesprochen werden, wie es denn wäre, wenn man die gleichgeschlechtliche Ehe doch wieder abschaffen würde.

Politische Mehrheiten gibt es dafür nicht, selbst die rechtskonservative Marine Le-Pen verteidigt inzwischen die Homo-Ehe, doch innerhalb ihrer eigenen Partei Front National (FN) gibt es durchaus Abweichler, die das anders sehen. Erst vor wenigen Tagen hatten rund vierzig Abgeordnete der Partei eine neue Vereinigung gegründet, um die „LGBT-Propaganda in den Schulen“ zu beenden. Ihnen sind auch Rechte für Homosexuelle ein Dorn im Auge. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich auch Politiker anderer Parteien dem Vorhaben anschließen werden. „Es gab damals eine unglaubliche Welle von Homo- und Transfeindlichkeit, die wir nicht vergessen dürfen“, mahnt demzufolge auch Autin, der sich nach sieben Jahren scheiden ließ und heute in der Schweiz lebt.

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