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Baby One More Time

Baby One More Time Wie sinnvoll ist ein Comeback?

ms - 14.02.2026 - 14:00 Uhr
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Popstar Britney Spears (44) sorgt seit Beginn des Jahres weltweit wieder für viel Gesprächsstoff, kaum ein Tag, an dem sie ihre Fans nicht mit neuen Offenbarungen oder Statements über die sozialen Medien begeistert oder irritiert. Zudem kündigte sie mehr oder minder ein neues Bühnen-Comeback an, auch wenn sie direkt klarstellte, dass sie  künftig nicht mehr in den Vereinigten Staaten auftreten möchte. Warum genau? „Aus äußerst sensiblen Gründen werde ich nie wieder in den USA auftreten“, erklärte sie und schwieg über weitere Details. Gelingt Spears wirklich ein großes Comeback oder bleibt es bei Nostalgie, mediales Drama und Gänsehaut-Erinnerungen?

Durchbruch in den 1990er Jahren

Spears gehört zweifelsohne zu den prägendsten Popstars der vergangenen Jahrzehnte. Mit ihren Songs, Musikvideos und Auftritten formte sie seit dem Ende der 1990er-Jahre den modernen Mainstream-Pop entscheidend mit. Gleichzeitig verlief ihr Leben über viele Jahre unter permanenter öffentlicher Beobachtung – mit großen Erfolgen, persönlichen Krisen und einer weltweit diskutierten rechtlichen Vormundschaft. Britney Jean Spears wurde am 2. Dezember 1981 in McComb im US-Bundesstaat Mississippi geboren und wuchs im nahegelegenen Kentwood in Louisiana auf. Schon früh zeigte sich ihr musikalisches Talent. 

Als Kind nahm sie an Talentwettbewerben teil, sang in der Kirche und trat bei lokalen Veranstaltungen auf. Anfang der 1990er-Jahre wurde sie Teil der Disney-Sendung „The Mickey Mouse Club“, die für viele junge Talente als Sprungbrett diente. Dort stand sie gemeinsam mit späteren Stars wie Christina Aguilera, Ryan Gosling und Justin Timberlake vor der Kamera – mit letzterem hatte sie auch eine Beziehung, die 2002 endete. Ihren internationalen Durchbruch feierte Spears 1998 mit der Single „…Baby One More Time“. Der Song erreichte in zahlreichen Ländern Platz eins der Charts, das gleichnamige Debütalbum erschien 1999 und wurde zu einem der meistverkauften Alben aller Zeiten. 

Mit dem Image eines jugendlichen Popstars und eingängigen Songs sprach Spears vor allem ein junges Publikum an und wurde rasch zu einem globalen Phänomen. In den folgenden Jahren festigte sie ihren Status mit weiteren kommerziell erfolgreichen Veröffentlichungen. Das Album „Oops!… I Did It Again“ (2000) knüpfte nahtlos an den Erfolg an. Mit „Britney“ (2001) und „In the Zone“ (2003) entwickelte sie ihren Stil weiter und experimentierte stärker mit elektronischen und urbanen Pop-Elementen. Songs wie „Toxic“, „Stronger“ oder „I’m a Slave 4 U“ wurden zu internationalen Hits. Spears prägte nicht nur die Musikcharts, sondern auch Mode- und Tanztrends und war über Jahre eine der meistfotografierten Personen weltweit. Parallel zu ihrer Musikkarriere versuchte sich Spears auch als Schauspielerin, unter anderem im Film „Crossroads“ (2002). 

Im Fokus stets ihr Privatleben

Ihr Privatleben rückte außerdem zunehmend in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Beziehungen, Trennungen und ihr Auftreten in der Öffentlichkeit wurden intensiv von Boulevardmedien verfolgt. 2004 heiratete Spears in Las Vegas ihren Jugendfreund Jason Alexander, die Ehe wurde nach 55 Stunden annulliert. Acht Monate später ging sie den Bund der Ehe mit Tänzer Kevin Federline ein. Ein Jahr später im September 2005 wurde in Santa Monica ihr erster gemeinsamer Sohn geboren, der zweite kam im September 2006 in Los Angeles zur Welt. Die Ehe wurde im Juli 2007 geschieden. 

Mitte der 2000er-Jahre geriet Spears aufgrund persönlicher Krisen und psychischer Belastungen dann immer wieder in die Schlagzeilen. 2008 wurde sie nach mehreren öffentlich wahrgenommenen Zusammenbrüchen unter eine gerichtliche Vormundschaft gestellt. Diese übertrug ihrem Vater Jamie Spears und weiteren Beteiligten weitreichende Kontrolle über finanzielle Angelegenheiten und persönliche Entscheidungen. Die Maßnahme sollte ursprünglich temporär sein, blieb jedoch über 13 Jahre bestehen. Trotz der Vormundschaft setzte Spears ihre Karriere fort. Sie veröffentlichte weitere Alben und von 2013 bis 2017 trat sie mit der Konzertresidenz „Britney: Piece of Me“ in Las Vegas auf, die kommerziell sehr erfolgreich war. 

Gleichzeitig wuchs die öffentliche Kritik an der Vormundschaft, insbesondere angesichts ihrer anhaltenden Arbeitsfähigkeit. Ab 2019 formierte sich unter Fans und Unterstützern die „Free Britney“-Bewegung, die ein Ende der rechtlichen Kontrolle forderte. Im Sommer 2021 äußerte sich Spears erstmals selbst ausführlich vor Gericht und schilderte ihre Situation als belastend und einschränkend. Im November 2021 wurde die Vormundschaft schließlich aufgehoben, fünf Tage danach verlobte sie sich mit dem zwölf Jahre jüngeren Sam Asghari, mit dem sie bereits seit 2016 liiert war. 2022 erlitt sie eine Fehlgeburt, im gleichen Jahr heiratete sie Asghari. Ein Jahr später trennte sich das Paar wieder, 2024 erfolgte ihre dritte Scheidung. 

Rückzug und Ruhe

Nach dem Ende der rechtlichen Betreuung zog sich Spears weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück. 2023 veröffentlichte sie ihre Autobiografie „The Woman in Me“, in der sie über ihren beruflichen Werdegang, familiäre Beziehungen und die Jahre unter der Vormundschaft berichtet. Das Buch wurde international ein Bestseller und löste erneut breite Diskussionen über den Umgang mit jungen Stars, psychische Gesundheit und Selbstbestimmung aus. 2024 erklärte sie, nie wieder ins Musikgeschäft zurückkehren zu wollen – das scheint aktuell überholt zu sein. 

Britney Spears hat im Laufe ihrer Karriere weltweit mehr als 150 Millionen Tonträger verkauft und zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter einen Grammy Award. Sie ist die jüngste Sängerin, die je auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt wurde. Keine andere Sängerin hat in den 2000er Jahren in den USA mehr Alben verkauft. Zugleich steht ihre Lebensgeschichte exemplarisch für die Schattenseiten des frühen Ruhms. So stellt sich die Frage, ob ihr ein Comeback wirklich zu wünschen ist? Im Januar sorgte sie zuletzt für Schlagzeilen, als sie über Kollegin Madonna schwärmte, diese sei eine „unerschöpfliche Quelle von Stärke und Weisheit“. Gleichzeitig beteuerte Spears, sie habe ihr eigenes spirituelles Erwachen erlebt. Einige Fans macht das hoffnungsvoll, andere befürchten ein Comeback von psychischen Problemen. 

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