Mehr Sichtbarkeit für Queers Drei außergewöhnliche Filme zeigen lesbische Liebe im Kino
Gleich drei Filme, die immer wieder in Kinos gezeigt werden, zeigen lesbische Liebe: Carol, Portrait de la jeune fille en feu und La Vie d’Adèle. Und diese prägenden Liebesgeschichten sorgen damit für mehr queere Sichtbarkeit auf der Leinwand.
Das Wichtigste im Überblick
- Carol basiert auf Patricia Highsmiths Roman The Price of Salt aus den 1950er Jahren.
- Portrait de la jeune fille en feu gewann bei den Filmfestspielen von Cannes 2019 das Drehbuchpreis und die Queer Palm sowie 2020 den César für beste Kamera. (
- La Vie d’Adèle erhielt 2013 die Goldene Palme in Cannes, die zum ersten Mal an Regisseur und Hauptdarstellerinnen gemeinsam vergeben wurde
Verbotene Liebe in den Fünfzigern
In Carol, setzt Todd Haynes die verbotene Liebe zwischen Carol Aird und Therese Belivet in der New York der 1950er Jahre mit eindringlicher Poesie um. Die Beziehung, geprägt von geheimen Blicken und der Notwendigkeit, sich hinter Fassaden zu verbergen, unterstreicht die sozialen Zwänge jener Zeit. Das Drama veranschaulicht, wie lesbisches Begehren zwischen gesellschaftlicher Missbilligung und persönlichem Aufbegehren aufersteht.
Bild der Begierde im Zeitalter der Leinwand
Céline Sciammas Portrait de la jeune fille en feu erzählt von der Malerin Marianne und ihrem Modell Héloïse im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Ohne einen männlichen Blick im Bildraum gelingt es dem Film, den Akt des Sehens selbst zum erotischen Versprechen zu machen und lesbische Begierde als visuelle Sprache zu entwerfen.
Von Sturmliebe und gesellschaftlicher Ohnmacht
Abdellatif Kechiches La Vie d’Adèle zeigt das leidenschaftliche, aber auch zerrissene Verhältnis zwischen Adèle und Emma. Mit monumentaler Intensität zeichnet der Film über drei Stunden hinweg die Entwicklung von Begehren und Identität nach – und scheut sich nicht vor expliziter Darstellung, um Liebeswucht sichtbar zu machen.
Der filmische Blick, der Liebe nicht definiert
Diese drei Werke setzen lesbische Beziehungen nicht als Nebenschauplätze, sondern als narrative Achsen. Carol lässt Liebe über Geschlechterrollen hinweg als universelle Wahrheit aufleuchten. Portrait inszeniert ein kulturelles, sinnliches Erbe, das cinema selbst befragt. La Vie d’Adèle formuliert Liebe als rohe, menschliche Kraft, entfesselt und zugleich verwundbar. Jeder Film erweitert das lesbische Erzählen im Kino, ohne sich auf eine Formel festlegen zu lassen.
Was kommt als Nächstes? Der Weg dieser Filme zeigt, wie vielfältig lesbische Liebe im Kino sein kann: als stilles Aufbäumen, rote Linie der Begierde oder aufrührerische Hingabe. Die Herausforderung bleibt, diese Vielfalt weiterzudenken – ohne Stereotype, aber mit der ganzen Kraft des Erzählens.