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Erstes lesbisch-queeres Wohnprojekt in Berlin-Mitte

Mit Pflege-WG und Kiezcafé Erstes lesbisch-queeres Wohnprojekt in Berlin-Mitte

tb - 15.04.2026 - 16:30 Uhr
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In Berlin-Mitte entsteht im Sommer 2026 das erste lesbisch-queere Wohnprojekt Deutschlands. Das innovative Projekt in der Berolinastraße setzt auf bezahlbares und solidarisches Wohnen, eine eigene Pflege-Wohngemeinschaft und ein Kiezcafé, das als Treffpunkt für Bewohnerinnen, Nachbarinnen und die queere Community dienen soll. Für den Start des Hauses, das als erstes seiner Art deutschlandweit gilt, werden aktuell noch rund 50.000 Euro über Crowdfunding gesammelt.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Im Sommer 2026 eröffnen 74 Wohnungen für lesbische und queere Menschen in Berlin-Mitte.
  • Zum Ensemble gehören Berlins erste lesbische Pflege-WG und ein offenes Kiezcafé.
  • Etwa 50.000 Euro werden für Einrichtung und Betrieb der ersten Monate benötigt.
  • Die Baukosten sind durch öffentliche Fördergelder abgedeckt; Spenden werden für Betrieb und Ausstattung verwendet.

 

Pionierprojekt im Herzen Berlins

Das neu entstehende Wohnprojekt steht für ein umfassendes Konzept: Gemeinschaftliches und barrierefreies Wohnen wird mit Pflegekompetenz und sozialem Kulturangebot verbunden. Neben den regulären 74 Mietwohnungen entsteht eine Pflege-WG, die gezielt auf die Bedürfnisse lesbischer und weiterer queerer Seniorinnen eingehen will. Nach eigenen Angaben handelt es sich dabei um die erste WG dieser Art in ganz Deutschland. Zusätzlich wird das im Erdgeschoss geplante Kiezcafé nicht nur der Hausgemeinschaft, sondern der gesamten Nachbarschaft als inklusiver Treffpunkt dienen.

Der offene Veranstaltungsbereich soll zu einem Zentrum für queere Kultur und Angebote werden. Für Bewohnerinnen und Menschen aus der Umgebung entstehen so neue Räume für Austausch, Beratung und Veranstaltungen, die nach Prinzipien von Inklusion und Antidiskriminierung organisiert werden.

 

Finanzierung durch Spendenkampagne

Während die Baukosten des Projekts durch Fördermittel bereits gedeckt sind, bleibt die Finanzierung der Grundausstattung und Startphase offen. Benötigt werden unter anderem Möbel und Infrastruktur für die Pflege-WG, sowie die Deckung von Miet- und Betriebskosten des Cafés und Veranstaltungsbereichs in den ersten sechs Monaten. Laut den Organisatorinnen steht das Projekt beispielhaft für gelebte Solidarität und Partizipation in der Stadt. Ein kurzer Dokumentarfilm zur Kampagne erläutert das Anliegen und ruft explizit zur Spendenbereitschaft auf.

„Wir wollen einen Ort schaffen, an dem lesbische und queere Identitäten selbstverständlich sichtbar sind“, sagt eine Mitorganisatorin, „und der gesellschaftlichen Teilhabe auch im Alter Raum gibt.“

 

Hintergrund: Bedarf an queeren Wohnformen

Queere und insbesondere lesbische Menschen stehen laut Studien im Alter häufig vor Herausforderungen bei der Wohnungssuche und Pflege. Ausgrenzung, fehlendes Verständnis im Sozialraum sowie Unsichtbarkeit ihrer Lebensentwürfe prägen oft den Alltag. In Berlin gibt es zwar einzelne queere Wohnprojekte, aber bislang fehlte ein speziell auf lesbische Frauen ausgerichtetes Angebot mit Pflegeoptionen. Auch Sozialverbände wie das Deutsche Institut für Menschenrechte fordern vermehrt inklusive Wohn- und Pflegeangebote, um die Rechte queerer älterer Menschen zu stärken.

 

Ausblick: Pilotinitiative mit Vorbildfunktion

Die Organisatorinnen möchten mit ihrem Haus in der Berolinastraße eine Modelllösung anbieten, die bundesweit Schule machen könnte. Mit Blick auf eine älter werdende queere Community und den nachgewiesenen Bedarf an diskriminierungsarmen Wohn- und Pflegeformen bleibt abzuwarten, ob die benötigten Spenden zeitnah eingehen. Gelingt der Start wie geplant im Sommer, könnte das Projekt zur Blaupause für ähnliche Initiativen in anderen Städten werden.

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