Matteo Lanes Theatertipps Mit „Chicago” steht er derzeit auf der Bühne
Für viele Künstlerinnen und Künstler ist eine Hauptrolle am Broadway der Höhepunkt ihrer Karriere. Für den US-Comedian und Schauspieler Matteo Lane ist dieser Wunsch nun Wirklichkeit geworden: Noch bis zum kommenden Sonntag steht er als Star-Anwalt Billy Flynn im Erfolgs-Musical „Chicago“ auf der Bühne des Ambassador Theaters in New York.
Das Wichtigste im Überblick
- Matteo Lane spielt für einen Monat die Rolle des Billy Flynn im Broadway-Musical „Chicago“.
- Der Comedian spricht über seine schönsten Broadway-Erlebnisse und gibt praktische Tipps für Theaterbesucher.
- Lane schwärmt von Liza Minnelli und Stephanie J. Block.
- Nach seinem Gastspiel übernimmt Mark Ballas wieder die Rolle des Billy Flynn.
- Der Broadway bietet derzeit mehrere Produktionen mit queeren Themen und Künstlern.
Kultmusical seit 1996
Das Musical zählt zu den größten Erfolgen der Broadway-Geschichte. Seit seiner Neuinszenierung im Jahr 1996 läuft „Chicago“ ununterbrochen und ist nach dem inzwischen abgesetzten „Phantom der Oper“ das zweitlängst gespielte Broadway-Musical überhaupt. Anlässlich seines Engagements sprach Lane über seine persönlichen Broadway-Erinnerungen und verriet, welche Produktionen ihn besonders geprägt haben. Könnte er sich derzeit selbst eine Aufführung ansehen, würde seine Wahl auf „Cats: The Jellicle Ball“ fallen.
Einen besonderen Eindruck hinterließ bei ihm Stephanie J. Block als Elphaba im Musical „Wicked“. Sie habe sein Leben verändert, so Lane. Block verkörperte die Rolle zunächst 2005 in der ersten US-Tourneeproduktion und kehrte 2007 sowie 2008 an den Broadway zurück. Mit Humor beantwortete Lane auch die Frage, mit welcher Broadway-Legende er gerne einmal etwas trinken würde. „Liza Minnelli – schon allein deshalb, weil ich Liza Minnelli perfekt imitieren kann. Ich würde Liza Minnelli vor Liza Minnelli imitieren und abwarten, wie lange sie braucht, um zu merken, dass ich gerade Liza Minnelli nachmache.“
Ein Monat am Broadway
Zu seinen Favoriten zählt außerdem die Originalaufnahme des Musicals „Funny Girl“, die für ihn das beste Broadway-Album ist. Auch für Theaterbesucher hat Lane einen praktischen Rat. „Kennt die Show und lauft kurz vor dem letzten Ton vor der Pause schnell auf die Toilette.“ Beim Thema Gastronomie empfiehlt der Entertainer, den Times Square möglichst zu meiden. „Geht weg vom Times Square. Es gibt nichts Schlimmeres, als dort zu essen, bevor man sich echte Kultur anschaut. Das ist der völlige Gegensatz. Ihr könnt doch nicht bei Margaritaville essen und danach Kunst erleben.“
Lane übernahm die Rolle des Billy Flynn am 22. Juni. Sein Gastspiel endet am 19. Juli. Bereits einen Tag später kehrt Tänzer und Choreograf Mark Ballas in die Rolle zurück. Zum Ensemble gehören außerdem Sophie Carmen-Jones als Velma Kelly sowie Krysta Rodriguez als Roxie Hart. Parallel veröffentlichte Lane auf seinem YouTube-Kanal ein Video mit einem Blick hinter die Kulissen des Ambassador Theaters. Darin zeigt er unter anderem die Bühne, die Kostümabteilung und seine Garderobe. Zuletzt machte der beliebte schwule Comedian auch Schlagzeilen wegen seiner Trennung.
Queere Vielfalt am Broadway
Wer neben „Chicago“ weitere Produktionen mit queerem Bezug erleben möchte, hat am Broadway derzeit eine große Auswahl. In „Cats: The Jellicle Ball“ wird das klassische Musical in die Ballroom-Kultur verlegt und verzichtet vollständig auf Katzenkostüme. Zum Ensemble gehört unter anderem André De Shields. Mit „Oh, Mary!“ läuft zudem eine schrille Komödie über Mary Todd Lincoln, deren Hauptrolle regelmäßig von prominenten Gaststars übernommen wird. Zu ihnen zählen unter anderem Cole Escola, Jinkx Monsoon, Jane Krakowski, John Cameron Mitchell, Maya Rudolph und aktuell Meg Stalter.
Auch „The Rocky Horror Show“ setzt in der Inszenierung von Sam Pinkleton konsequent auf die queeren Wurzeln des Kultmusicals. Die Produktion im Studio 54 wurde für neun Tony Awards 2026 nominiert, Luke Evans übernahm die Rolle des Frank-N-Furter. Mit „Titanique“ steht außerdem eine humorvolle Parodie auf den Film „Titanic“ auf dem Spielplan. Erzählt wird die Geschichte von Céline Dion, ergänzt um zahlreiche queere Anspielungen, Diva-Hommagen und Referenzen zu „RuPaul's Drag Race“. Zum Ensemble gehören unter anderem Frankie Grande und Jim Parsons.