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Eheglück bei Alberto Lejarraga Erste schwule Ehe im spanischen Männerfußball

Von ms - 13.07.2026 - 16:00 Uhr
Ein Jahr Ehe bei Alberto Lejarraga
Foto: Instagram / alberto_leja / Bildbearbeitung FASH Medien
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Für Alberto Lejarraga wurde ein privater Moment zu einem öffentlichen Zeichen. Der spanische Fußballtorhüter veröffentlichte 2025 Fotos seiner Hochzeit mit seinem Partner Ruben Fernandez und löste damit große Aufmerksamkeit aus. Nach Angaben des Spielers war es die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit eines aktiven männlichen Profifußballers. Ein Jahr später plauderte der Kicker nun über jenen besonderen Tag in seinem Leben. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Alberto Lejarraga ist nach eigenen Angaben der einzige offen schwule und aktive männliche Profifußballer in Spanien.
  • Der Torhüter von UD Sanse heiratete seinen Partner Ruben Fernandez und machte die Bilder der Hochzeit öffentlich.
  • Lejarraga sieht Sichtbarkeit als wichtigen Schritt, damit andere Sportler ihren eigenen Weg gehen können.
  • Trotz Fortschritten im Fußball kritisiert er weiterhin vorhandene homophobe Vorurteile.

Hochzeit mit viel Resonanz 

Der spanische Kicker erinnert sich: „Es war sehr persönlich für uns und unsere Gäste, aber später habe ich einige Fotos auf Instagram veröffentlicht“, sagte Lejarraga. Die Reaktionen seien anschließend deutlich größer gewesen als erwartet. „Hier in Spanien bin ich der einzige offen schwul lebende Spieler und wir waren die Ersten, die geheiratet haben. Es war schön zu sehen, wie Menschen über unsere sehr glücklichen Hochzeitserinnerungen gesprochen haben.“ Die Feier stand auch im Zeichen des Fußballs. Die Trauzeugen trugen Fliegen mit dem Bild eines Torwarts bei einer spektakulären Parade, der Sitzplan für das Hochzeitsessen war auf einem kleinen Fußballfeld gestaltet. „Es war ein perfekter Tag“, sagte Lejarraga.

Der 31-Jährige spielt für UD Sanse und wurde zuletzt als bester Torhüter der vierten spanischen Liga ausgezeichnet. Seine Geschichte brachte ihm zudem einen Platz auf einer Liste ein, die einflussreiche offen LGBTIQ+ lebende Persönlichkeiten im Männerfußball würdigt. Für Lejarraga war die Entscheidung, öffentlich über sein Privatleben zu sprechen, ein längerer Prozess. Besonders der offen schwule australische Fußballer Josh Cavallo habe ihn inspiriert. „Ich begann darüber nachzudenken, wie ich eines Tages freier werden könnte“, sagte Lejarraga. „Wenn meine Geschichte ebenfalls helfen kann, ist das eine sehr gute Sache.“

Lange Angst vor Ablehnung

Lejarraga berichtete, dass er früher große Sorgen gehabt habe, über seine Beziehung im Fußballumfeld zu sprechen. „Am Anfang fühlte es sich unmöglich an, mit irgendjemandem im Fußball über unsere Beziehung zu sprechen.“ Er habe über Jahre verletzende Kommentare gehört. Auch einfache Situationen wie Händchenhalten mit seinem Partner in der Öffentlichkeit seien schwierig gewesen. Die Unterstützung von Fernandez habe ihm jedoch geholfen. „Wenn ich zurückblicke, denke ich, dass diese Barrieren vielleicht gar nicht wirklich da waren – oder zumindest nicht hätten da sein sollen“, sagte er. Heute fühle er sich deutlich wohler. 2023 schlussendlich outete er sich öffentlich, in dem er seinen Partner auf dem Spielfeld küsste. 

Fußball soll sicherer werden

Der Torhüter sieht Fortschritte, aber auch weiterhin Probleme. In seinem Team fühle er sich akzeptiert und wohl. Gleichzeitig gebe es nach wie vor homophobe Äußerungen. „Auf der einen Seite fühle ich mich komplett akzeptiert in meinem Team und sehr wohl in unserem Alltag.“ Auf der anderen Seite gebe es weiterhin Vorurteile. „Wir haben einige Rechte gewonnen, und jetzt müssen wir diese Rechte verteidigen. Wir sollten 2026 eigentlich nicht mehr darüber sprechen müssen, aber wir werden dorthin kommen.“

Unterstützung erhält Lejarraga unter anderem von bekannten spanischen Fußballern wie Borja Iglesias sowie Héctor Bellerín und Aitor Ruibal. Auch andere Spieler hätten sich gegen Homophobie ausgesprochen. „Ich hoffe, dass Spieler auf höchstem Niveau, die sich äußern, zu einem offeneren Sport beitragen können“, sagte Lejarraga. „Niemand sollte den Fußball verlassen müssen, weil er sich nicht wohl fühlt.“ Für Lejarraga ist Fußball mehr als ein Wettbewerb. Der Sport habe ihn geprägt und wichtige Werte vermittelt. „Die Person, die ich heute bin, bin ich, weil ich in der Schule mit meinen Freunden Fußball gespielt und viele gute Werte gelernt habe – wie Teamarbeit und Zusammenhalt.“ Deshalb müsse weiter daran gearbeitet werden, Fußball zu einem sicheren Ort für alle zu machen. „Wir müssen weiter dafür kämpfen, Fußball zu einem sicheren Ort zu machen, und wir müssen es gemeinsam tun.“

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