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Kunst oder Klickfang?
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Kunst oder Klickfang? Schauspieler Charlie Besso polarisiert mit Louvre-Selfie

ms - 17.07.2026 - 16:00 Uhr
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Ein Museumsbesuch kann ganz unterschiedliche Erinnerungsfotos hervorbringen. Der französisch-amerikanische Schauspieler Charlie Besso (23) entschied sich im Pariser Louvre jedoch für eine besonders auffällige Variante – und begeistert damit vor allem seine schwule Fanbase. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Schauspieler Charlie Besso veröffentlichte ein freizügiges Foto vor der Mona Lisa im Louvre.
  • Das Bild löste in den sozialen Medien sehr unterschiedliche Reaktionen aus.
  • Während die meisten Fans das Motiv feierten, kritisierten andere den mangelnden Respekt gegenüber dem Kunstwerk.
  • Besso versteht die Aufnahme als bewussten Kommentar zur heutigen Bildkultur.
  • Der 23-Jährige ist nicht nur Schauspieler, sondern auch bildender Künstler.

Louvre-Foto sorgt für hitzige Debatte

Vor Leonardo da Vincis weltberühmter Mona Lisa hob der 23-Jährige sein Shirt an und präsentierte seine durchtrainierten Bauchmuskeln. Auf Instagram versah er das Bild mit der Anspielung: „Mogged Mona“, frei übersetzt: „Ich habe der Mona Lisa die Show gestohlen.“ Im Internet wurde daraus schnell das Wortspiel „More like moan a Lisa“ – frei übersetzt etwa: „Eher eine Stöhnen als eine Lisa.“ Dass ausgerechnet die Mona Lisa zum Hintergrund des Fotos wurde, verleiht der Diskussion zusätzliche Bedeutung. Das Gemälde gilt als das berühmteste der Welt. 

Einige Kunsthistoriker vertreten seit Langem die These, dass Leonardo da Vincis berühmtes Modell möglicherweise auf seinem Schüler Gian Giacomo Caprotti, genannt „Salai“ („kleiner Teufel“), basiert. Caprotti soll einer von da Vincis engsten Vertrauten und dessen Geliebter gewesen sein. Konkrete Belege dafür gibt es allerdings nicht. Da Vinci schrieb kaum über sein Privatleben und wurde einst von einem schwulen Sodomie-Vorwurf freigesprochen. Deshalb bleibt die Entstehungsgeschichte der Mona Lisa bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Über den Ursprung von Bessos Foto gibt es dagegen keine Zweifel: Er zog sein Shirt direkt vor dem Gemälde hoch.

Fans feiern, Nörgler nörgeln 

Auf Instagram überwiegen dabei die begeisterten Reaktionen. Viele Nutzer lobten den Mut des Schauspielers – und vor allem dessen durchtrainierten Körper. Insbesondere schwule Fans zeigten sich sehr begeistert.  Indie-Popsänger Morgxn schrieb sogar, Bessos Porträt sei das Bild, das eigentlich im berühmtesten Museum der Welt hängen sollte. Ganz anders fiel die Resonanz bei einigen anderen Nutzern auf der Plattform X aus. Dort warfen manche Besso vor, sich selbst wichtiger zu nehmen als die Kunst. Für manche Kritiker steht das Bild dabei sinnbildlich für eine Entwicklung in sozialen Netzwerken: Selbst an einem Ort wie dem Louvre müsse heute alles der eigenen Selbstdarstellung dienen. Schließlich gebe es viele schöne Menschen – aber nur eine Mona Lisa.

Schauspieler und Künstler

Dabei ist Besso nicht nur Schauspieler, sondern auch selbst bildender Künstler. Der gebürtige Pariser wuchs im kalifornischen Laguna Beach auf, studierte an der Gallatin School der New York University und war zuletzt in der US-Serie „General Hospital“ zu sehen, wo er Aidan, den Liebhaber der Figur Tobias, spielte. Auf seinem Instagram-Profil zeigt er regelmäßig eigene Gemälde und Einblicke in seine künstlerische Arbeit. In einem Interview erklärte er unlängst seine Verbindung zwischen Malerei und Schauspiel: „Ich würde sagen, dass es eine starke Verbindung zwischen dem gibt, was mich zur bildenden Kunst hinzieht, und der Schauspielerei. Viele Menschen, die ich male, stehen mir persönlich nahe. Ich werde dazu inspiriert, sie zu zeichnen oder zu malen, weil ich eine emotionale Verbindung zu ihnen habe.“

Der Louvre als Selfie-Kulisse 

Andere Nutzer verteidigten Bessos Aktion zudem und verwiesen darauf, dass der Bereich vor der Mona Lisa ohnehin längst von Smartphones, Selfie-Sticks und Touristen geprägt sei. Ein Fan erklärte so: „Hier passiert nichts Bedeutendes oder Bemerkenswertes. Wer schon einmal dort war, weiß, dass dieser Ort ohnehin ein seelenloses Meer aus Selfie-Sticks und schreienden Touristen geworden ist – und dass sich am Ende kaum jemand wirklich für das Gemälde interessiert.“ Ein weiterer Nutzer kommentierte: „Interessantes soziales Experiment. Zwei Dinge, die ich schon unzählige Male gesehen habe – und trotzdem schaue ich wieder auf die Bauchmuskeln.“

Reaktion von Besso

Der Schauspieler selbst meldete sich schließlich ebenfalls zu Wort und machte deutlich, dass das Foto bewusst als Kommentar zur heutigen Bildkultur gedacht gewesen sei. Auf X schrieb er: „Die Mona Lisa lockt jedes Jahr Millionen Menschen an einen realen Ort. Als Symbol der Kunstgeschichte und einer elitären Bildkultur steht sie im Kontrast zur digitalen Welt und zur Demokratisierung der Bildproduktion und des Bildaustauschs. Danke, dass ihr meine Kritik kritisiert – aber ich bin selbst Teil des Witzes.“ Ob provokante Kunstaktion, gelungener Social-Media-Gag oder bloße Selbstdarstellung – Bessos Foto zeigt vor allem eines: Selbst ein einziges Bild vor der Mona Lisa kann im digitalen Zeitalter eine Debatte über Kunst, Aufmerksamkeit und Inszenierung auslösen. Zuletzt machte der 23-Jährige mit Gerüchten um eine mögliche Beziehung mit dem britischen Schauspieler Sebastian Croft („Heartstopper“) Schlagzeilen. Die beiden teilten gemeinsame Fotos mit Bildunterschriften wie „Happy Wife Happy Life“. 

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