Beartooth-Sänger zieht Bilanz Caleb Shomo reicht Scheidung von früherer Ehefrau ein
Der Sänger der Rockband Beartooth, Caleb Shomo, hat nach seinem öffentlichen Coming-Out einen weiteren Schritt in seinem persönlichen Leben gemacht. Der 33-jährige Metalcore-Musiker reichte Anfang dieser Woche die Scheidung von seiner Ehefrau Fleur Shomo ein. Das Paar war 14 Jahre verheiratet.
Das Wichtigste im Überblick
- Beartooth-Sänger Caleb Shomo hat nach 14 Jahren Ehe die Scheidung von seiner Frau Fleur Shomo eingereicht.
- Der 33-jährige Musiker hatte zuvor öffentlich erklärt, schwul zu sein.
- Seine Ehefrau reagierte mit Verletzung und Verunsicherung, kündigte aber weiterhin Liebe und Unterstützung an.
- Shomo spricht über Selbsthass, verdrängte Gefühle, Alkohol und seinen Weg zu mehr Selbstliebe.
- Beartooth veröffentlicht am 28. August das neue Album „Pure Ecstasy“.
Trennung nach Coming-Out
Die Trennung erfolgt knapp zwei Monate nach Shomos öffentlicher Erklärung, dass er schwul ist. Der Musiker sprach dabei von seinem Weg hin zu einem Leben als „stolzer schwuler Mann“. Seine Ehefrau erklärte nach dem Coming-Out, sie habe sich dadurch „verletzt“ und „orientierungslos“ gefühlt. Gleichzeitig kündigte sie an, Shomo weiterhin zu „lieben und zu unterstützen“, und bat auch seine Fans darum, dies zu tun. In seinem Coming-Out-Beitrag auf Instagram blickte Shomo auch auf schwierige Jahre zurück. Er sprach über „Selbsthass, Selbstverachtung und Hoffnungslosigkeit“, die sich auch in der Musik seiner Band widerspiegelten. Seine öffentliche Erklärung bezeichnete er als „einen Schritt in die richtige Richtung, um mich eines Tages selbst zu lieben“.
Zudem betonte er jetzt: „Ich habe ein Jahrzehnt damit verbracht, Gefühle mit Alkohol zu verdrängen, und ehrlich gesagt war es, als ich damit aufgehört habe und mich darauf konzentriert habe herauszufinden, warum ich mich so lange so gefühlt habe, ein direkter Weg dahin, meine Sexualität mit mir in Einklang zu bringen – in der Hoffnung, dass dies irgendwann dazu führt, Selbstliebe zu erfahren“, erklärte Shomo. Die Entscheidung, sich jetzt nach 14 Jahren Ehe zu trennen und seiner Frau von seiner Sexualität zu erzählen, sei für ihn jedoch äußerst schwierig gewesen.
Details über seine Ehe-Beichte
In einer Folge des Podcasts „Disrespectfully“ von Katie Maloney und Dayna Kathan berichtete Shomo nun auch über das Gespräch mit seiner damaligen Ehefrau: „Ich habe einfach verdammt noch mal geheult und mir so sehr Mühe gegeben, es in Worte zu fassen.“ Er erklärte, dass es ihm grundsätzlich schwerfalle, Gefühle auszudrücken. In dieser Situation sei die Belastung besonders groß gewesen. „Und ich habe wirklich Schwierigkeiten damit, Dinge auszudrücken, und das hier ist natürlich etwas unglaublich Intensives. Ich war in dieser Situation so nervös und so verängstigt, dass es wirklich, wirklich schwer war, es auszudrücken, und ich habe es nicht sehr gut geschafft.“
In dem Gespräch habe Shomo seiner damaligen Frau erklärt, dass „die Art, wie ich für Mädchen empfinde, auch die Art ist, wie ich für Jungs empfinde“. Er sagte, er sei davor „eine verdammt lange Zeit davongelaufen“, wolle dies aber nicht länger tun. „Danach wurden die verdammten Scharniere herausgerissen“, sagte Shomo über die Folgen des Gesprächs.
Therapie und persönlicher Neuanfang
Nach seinem Coming-Out habe er inzwischen begonnen, sich selbst weniger zu hassen. Zudem suchte er professionelle Unterstützung auf, um seine Gefühle und seinen Umgang mit ADHS besser zu verstehen. Der Sänger des Songs „Last Breath“ konzentriert sich nach eigenen Angaben derzeit auf „Therapie, Bewegung, gutes Essen, Sonnenschein, guten Schlaf und kreativ zu sein“. Er habe das Gefühl, auf dem Weg zu sein, sich selbst schließlich „zu vergeben“. Und weiter: „Ich lasse das passieren. Ich versuche nichts zu überstürzen. Ich versuche nichts zu erzwingen. Es ist einfach ein Schritt nach dem anderen.“
Neues Album als Ausdruck von Freiheit
Auch musikalisch erlebt Shomo derzeit eine besonders produktive Phase. Beartooth veröffentlicht am 28. August das neue Album „Pure Ecstasy“. Shomo bezeichnet das Werk als das bisher authentischste und ehrlichste Album der Band. „Darum geht es: dass ich mich in meinem Leben, meiner Kunst und meiner Musik frei ausdrücken kann“, sagte er dem Musikmagazin Kerrang. Auch ein Song, den Beartooth Anfang des Jahres veröffentlichte, spiegele diese Entwicklung wider. Darin heißt es: „Running to the light so you can see / Every single fucked up piece of me / Could it be? I’m free.“ („Ich renne ins Licht, damit du sehen kannst / Jedes einzelne verdammte Stück von mir / Könnte es sein? Ich bin frei.“) Shomo beschreibt seinen persönlichen Weg damit als einen Prozess ohne Druck: Schritt für Schritt hin zu mehr Selbstakzeptanz.