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Grande hinterfragt Vorurteile Neue Sicht auf Queerness, Weiblichkeit als Stärke

Von ms - 17.07.2026 - 13:00 Uhr
Grande hinterfragt Vorurteile
Foto: IMAGO / Cover-Images
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Schauspieler Frankie Grande (43), der Bruder von Ariana Grande, sagt, das Schreiben seiner Memoiren „Supergay“ habe ihm geholfen, Erfahrungen aus seinem Leben besser einzuordnen. Der Entertainer berichtet darin unter anderem über seinen Umgang mit Geschlechterausdruck und die Ablehnung, die er wegen seiner femininen Erscheinung erlebt habe.

Das Wichtigste im Überblick

  • Frankie Grande spricht in seinem Buch „Supergay“ über seinen Umgang mit Weiblichkeit, schwuler Identität und Ablehnung.
  • Der Entertainer sagt, er habe lange nicht verstanden, warum er besonders von schwulen Männern Hass erfahren habe.
  • Grande führt diese Erfahrungen auf „Femmephobie“ und auch auf Frauenfeindlichkeit zurück.
  • Er beschreibt seinen femininen Ausdruck als bewusste Entscheidung und Teil seiner Identität.
  • Grande fordert mehr Verständnis innerhalb der LGBTIQ+-Community.

 „Femmephobie“ als Ursache 

In einem Interview erklärte Grande, dass sein Buch nach dem Vorbild von Superheldengeschichten aufgebaut sei. Jedes Kapitel beschäftige sich mit einer anderen „Superkraft“, die er im Laufe seines Lebens entdeckt habe. Eine der wichtigsten Erkenntnisse habe er jedoch nicht aus einer Comicgeschichte gewonnen, sondern aus seiner eigenen Vergangenheit innerhalb der LGBTIQ+-Community. „Ich habe nicht verstanden, warum ich so viel Hass von schwulen Männern bekommen habe, und es ist tatsächlich Femmephobie“, sagte Grande. „Das habe ich nicht verstanden.“

Diese Erkenntnis bildet die Grundlage eines besonders persönlichen Kapitels in „Supergay“. Darin setzt sich Grande mit seiner Beziehung zu Geschlechterrollen und mit der Kritik auseinander, die er für seinen offenen Umgang mit Weiblichkeit erhalten hat. „In letzter Zeit habe ich diese einzelnen Teile zusammengesetzt und ich dachte, es ist wirklich wichtig, dieses Kapitel in das Buch aufzunehmen, weil es darum geht: ‚Was ist es an mir, das für Mitglieder unserer eigenen Community so beängstigend ist?‘“, sagte er.

„Ich möchte mit Glitzer bedeckt sein“

Grande, der sich als schwuler Mann bezeichnet, erklärte, er habe nie versucht, sich an klassische Vorstellungen von Männlichkeit anzupassen. „Ich entscheide mich oft, sehr oft, dafür, mich weiblich zu präsentieren – nicht als Dragqueen, sondern weil ich Make-up liebe und ich High Heels liebe und ich Glitzer liebe und ich enge, freizügige Outfits liebe und ich auf einem roten Teppich meinen Hintern zeigen möchte“, sagte er. „Es ist so, als wären diese Dinge schockierend und würden sogar queere Geschlechternormen infrage stellen.“

Rückblickend sei ihm bewusst geworden, dass diese Seite schon immer zu ihm gehört habe. Als er seine Karriere als Musiker begann, habe er sich nicht an männlichen Vorbildern orientieren wollen. „Als ich ein Popstar wurde, war mein allererster Wunsch, Britney Spears zu sein. Ich wollte Madonna sein“, sagte Grande. „Ich wollte keine männliche Figur sein.“ Er ergänzte: „Warum sollte ich mich also angesichts dieser Plattform dafür entscheiden, mich männlich und angepasst zu präsentieren? Das tue ich nicht. Ich möchte einen Tanga tragen. Ich möchte High Heels tragen. Ich möchte mit meinem Hintern wackeln. Ich möchte mit Glitzer bedeckt sein.“

Ablehnung wegen weiblicher Darstellung

Durch die Arbeit an seinem Buch habe Grande außerdem erkannt, dass die Kritik an ihm nicht nur mit Homophobie verbunden sei, sondern auch mit Frauenfeindlichkeit. „Es liegt daran, dass ich ein Mann bin, der sich dafür entscheidet, weiblich aufzutreten. Und warum sollte man das tun? Weil Frauen als weniger wert angesehen werden. Ich bin als feminin auftretender Mann ein Opfer von Frauenfeindlichkeit, was für mich verrückt ist. Das erkenne ich jetzt.“ Grande fügte hinzu: „Die Art und Weise, wie ich gehasst werde, entspricht eher der Art und Weise, wie Frauen gehasst werden, als der Art und Weise, wie schwule Männer gehasst werden.“

Queerness als eigene Stärke

Grande erklärte weiter, das Superhelden-Konzept von „Supergay“ habe ihm geholfen, Eigenschaften, die er früher als Grund für Ausgrenzung empfunden habe, neu zu bewerten. Inspiriert von Professor X und den X-Men habe er seine Queerness zunehmend als persönliche Stärke verstanden – als eine eigene „Superkraft“ und nicht als etwas, das verborgen werden müsse. Zum Abschluss des Gesprächs richtete Grande einen Appell an die LGBTIQ+-Community und warb für mehr gegenseitige Unterstützung. „Lasst uns freundlicher zueinander sein. Lasst uns aufhören, uns gegenseitig selbst zu zerstören. Lasst uns erkennen, dass der Feind da draußen ist. Er ist nicht wir.“

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