Jonathan Baileys Einsichten Risiken und Freiheit im Berufsleben als offen schwuler Mann
Schauspieler Jonathan Bailey (38) hat sich jetzt dazu geäußert, dass er seine Homosexualität nicht aus Karrieregründen verheimlichen wollte. Der „Wicked“-Star erklärte, er habe zwar früh im Schauspielberuf befürchtet, offen schwul zu leben könne seiner Karriere schaden, sei dieses Risiko jedoch bewusst eingegangen.
Das Wichtigste im Überblick
- Jonathan Bailey spricht über seine Entscheidung, seine Homosexualität in Hollywood nicht zu verbergen
- Er schilderte mögliche berufliche Risiken, die er bewusst in Kauf genommen hat
- Der britische Schauspieler betonte die Bedeutung schwuler Liebesgeschichten für kommende Generationen
- Anlass war ein Gespräch im Rahmen der Elton John Impact Awards
Grenzen eines schwulen Schauspielers?
Der britische Filmstar betonte so: „Ich war mir der Möglichkeiten und der Grenzen von queeren und schwulen Schauspielern sehr bewusst und was das für ein Publikum bedeutet und ob das in den kommerziellen Bereich hineinwirkt und wie das das beeinflusst.“ Die Aussagen machte der 38-Jährige im Rahmen eines Gesprächs mit Sir Elton John bei den ersten Elton John Impact Awards, die als Podcast-Reihe verbreitet werden.
Bailey berichtete zudem, dass er bereits in jungen Jahren davon ausging, dass Homosexualität in der Schauspielbranche ein Nachteil sein könne. Wörtlich sagte er: „Also ja, ich denke, als ich in meinen frühen 20ern war, gab es definitiv das Verständnis, dass es ein Hindernis wäre, schwul zu sein.“ Der Brite erklärte weiter, er habe sich nicht davon abhalten lassen wollen, offen zu leben und seine Beziehung öffentlich zu zeigen: „Ich wollte die Hand meines Freundes auf der Straße halten, und das war etwas, das ich so stark in einem animalischen Sinne in mir fühlte.“
Karriere-Ende in Kauf genommen
Auch mögliche negative Folgen für seine Karriere habe er daher sehr bewusst in Kauf genommen. „Und natürlich, wenn das bedeutet hätte, dass es potenziell jede Arbeit behindert, dann war ich bereit, dieses Risiko einzugehen.“ Glücklicherweise machte er auch als offen schwuler Mann eine bis heute sehr erfolgreiche Karriere – in den vergangenen Jahren erhielt Bailey größere Rollen in Produktionen wie „Bridgerton“, „Wicked“ und „Jurassic World: Rebirth“.
Der Darsteller verwies zudem auf die Wirkung schwuler Liebesgeschichten in Film und Fernsehen, etwa die Beziehung zweier Cowboys in „Brokeback Mountain“, die ihm persönlich geholfen habe. Er hoffe, dass zukünftige Generationen nicht das Gefühl haben, sich verstecken zu müssen. „Ich frage mich, ob die nächste Generation von Schauspielern einfach lernen muss, die Freude, die sie ihren Fans und in den Geschichten, die sie erzählen, vermitteln können, auch effektiv zu nutzen“, erklärte Bailey.
Warnung vor Rollback
Die Auszeichnung bei den Elton John Impact Awards würdigte neben Bailey unter anderem Laverne Cox, Melissa Etheridge, Billie Jean King, Orville Peck und Chappell Roan als wegweisende Mitglieder der LGBTIQ+-Community. Die Moderation übernahmen Billy Porter und Elvis Duran. Bailey sieht in der Sichtbarkeit von schwulen und queeren Schauspielern nicht nur eine persönliche, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung: „Wir brauchen das mehr denn je. Es ist eine entscheidende Zeit, in der die echte Gefahr besteht, dass Fortschritte wieder wegfallen. Aber es ist etwas Großartiges, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die von denen profitiert, die vor uns kamen.“ So engagiert sich der Brite mit seiner eigenen Stiftung derzeit auch verstärkt für Menschen aus der Community, aktuell insbesondere für schwule Senioren.