Andrew Scotts neues Projekt Eine Rolle und zwei Bühnen für den Iren
Andrew Scott (49) kehrt auf die Theaterbühne zurück – und wird dabei zugleich für die Kinoleinwand gefilmt. Der aus James Bond, den Sherlock Homes-Filmen und „All of Us Strangers“ bekannte schwule Schauspieler übernimmt erneut seine Rolle in „Sea Wall“, einem Ein-Personen-Stück, das der mit einem Tony Award ausgezeichnete Dramatiker Simon Stephens eigens für ihn geschrieben hat.
Das Wichtigste im Überblick
- Andrew Scott übernimmt erneut die Hauptrolle in „Sea Wall“, einem eigens für ihn geschriebenen Ein-Personen-Stück von Simon Stephens.
- Das Stück wird im Oktober in New York insgesamt 19 Mal aufgeführt.
- Jede Vorstellung wird für eine geplante Spielfilm-Adaption aufgezeichnet.
- Der Film soll nicht nur die Bühnenhandlung zeigen, sondern auch Geschehen hinter der Bühne und im gesamten Theater.
- Auch die Zuschauer der 19 Vorstellungen werden Teil des fertigen Films.
- „Sea Wall“ erzählt in einem rund 50-minütigen Monolog die Geschichte des Fotografen Alex, dessen Familienleben durch einen Schicksalsschlag zerbricht.
- Scott hatte die Rolle erstmals vor fast 20 Jahren gespielt und kehrte 2018 für eine Neuinszenierung am Londoner Old Vic zurück.
- Regie bei Bühnenproduktion und Verfilmung führt die Peabody-Preisträgerin Tina Satter.
- Scott sorgt derzeit außerdem mit seiner Rolle als schwuler Schauspieler Ian Charleson im Film „Elsinore“ für Aufmerksamkeit in der Award-Saison.
- Ein Veröffentlichungstermin für die „Sea Wall“-Verfilmung steht noch nicht fest.
"Sea Wall“ auf der Leinwand
Die Produktion ist vom 16. bis 30. Oktober im Studio Seaview in New York zu sehen. Geplant sind lediglich 19 Vorstellungen. Jede davon wird für eine aufwendige Spielfilm-Adaption aufgezeichnet. Dabei soll nicht einfach eine Theateraufführung aus der Perspektive des Publikums abgefilmt werden. Vielmehr will die Produktion das gesamte Umfeld des Theaterstücks einbeziehen. Aufnahmen sollen auf, hinter und im gesamten Theater entstehen. Auch die Zuschauer werden Teil des fertigen Films. Im Mittelpunkt von „Sea Wall“ steht Alex, ein Fotograf, der zunächst ein glückliches Leben mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter führt. Doch dieses Leben wird plötzlich und vollständig erschüttert.
Das etwa 50-minütige Monologstück verlangt Scott ab, die gesamte Geschichte allein zu tragen. Die Handlung bewegt sich dabei zwischen Wärme, Humor und tiefgreifender Trauer. Stephens schrieb „Sea Wall“ ursprünglich für Scott. Den Auftrag erhielt er vom Londoner Bush Theatre, das ein Stück suchte, das bei natürlichem Tageslicht aufgeführt werden konnte. Hintergrund war eine Überschwemmung im Jahr 2008, durch die die Beleuchtungsanlage des Theaters beschädigt worden war. Scott spielte die Rolle später erneut. 2018 kehrte er für eine Neuinszenierung an das Londoner Old Vic zurück. Nun bringt er Alex fast zwei Jahrzehnte nach seiner ersten Darstellung erneut auf die Bühne – diesmal zugleich für ein neues Publikum und für die Kinoleinwand.
Zuschauer als Teil der Verfilmung
Die Regie bei der Neuinszenierung und der geplanten Verfilmung übernimmt Tina Satter, die mit einem Peabody Award ausgezeichnet wurde. Das Filmprojekt soll nach Angaben der Produktion mehr sein als die bloße Aufzeichnung eines Theaterstücks. Es wird als Film über die Entstehung und das Erleben von Theater konzipiert. Scotts Auftritte sind dabei nur ein Teil der Geschichte. Als Kameramann ist Paul Yee vorgesehen. Die 19 Vorstellungen sollen damit zugleich zu einem Bestandteil des späteren Films werden. Wer bei einer der Aufführungen im Studio Seaview im Publikum sitzt, könnte sich somit anschließend auch in der Kinoproduktion wiederfinden.
Rolle in „Elsinore“
Die Nachricht über Scotts Rückkehr zu „Sea Wall“ kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Schauspieler bereits im Zusammenhang mit der laufenden Award-Saison im Fokus steht. In „Elsinore“ spielt Scott den schwulen Schauspieler Ian Charleson, der vor allem durch seine Rolle in „Chariots of Fire“ bekannt wurde. Charleson hatte am Londoner National Theater eine viel beachtete Darstellung des Hamlet gegeben, während er mit Aids lebte. Charleson starb 1990 im Alter von 40 Jahren. Mit „Elsinore“ und seiner Rückkehr zu „Sea Wall“ übernimmt Scott erneut emotional anspruchsvolle Rollen, bei denen seine Figur im Zentrum der Handlung steht. Wann die Verfilmung von „Sea Wall“ veröffentlicht werden soll, ist bislang nicht bekannt. Zuletzt sorgte der schwule Schauspieler auch mit einer Szene aus der neuen Comedy-Serie „It Gets Worse“ für Schlagzeilen – darin raunt er als Psychiater einem jungen schwulen Mann zu: „Du bist nur ein Loch. Du bist nur ein Loch für Daddy.“