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Neil Patrick Harris gesteht Von der Outing-Angst zur heutigen Offenheit

Von ms - 14.08.2026 - 14:30 Uhr
Neil Patrick Harris gesteht
Foto: IMAGO / Everett Collection
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Der US-Schauspieler Neil Patrick Harris (53) hat erneut über sein öffentliches Coming-Out gesprochen und dabei bisher unbekannte Details verraten. In einem Interview mit dem Videocast Great Company sagte der heute 53-Jährige, er habe sich im November 2006 im Alter von 33 Jahren gegenüber dem Magazin People als schwul geoutet, weil er befürchtete, Internet-Blogger könnten seine sexuelle Orientierung öffentlich machen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Neil Patrick Harris machte 2006 seine Homosexualität öffentlich.
  • Anlass war die Sorge, Internet-Blogger könnten ihn gegen seinen Willen outen.
  • Harris war damals 33 Jahre alt und bereits mit seinem heutigen Ehemann David Burtka zusammen.
  • Der Schauspieler sagt, er habe vor möglichen Folgen und Stigmatisierung Angst gehabt.
  • Tatsächlich habe sein Coming-Out kaum negative Reaktionen ausgelöst.
  • Harris sprach auch über seine Jugend als Kinderstar und die Schwierigkeiten, seine Sexualität damals offen zu leben.

Harris wollte Outing zuvorkommen

Harris war zu diesem Zeitpunkt bereits mit seinem heutigen Ehemann David Burtka zusammen. Die Beziehung habe begonnen, bevor Harris für die Rolle des Barney Stinson in der Sitcom „How I Met Your Mother“ vorsprach. Die Serie lief von 2005 bis 2014. Barney Stinson ist darin ein berechnender und konkurrenzorientierter Frauenheld. Laut Harris wussten alle Beteiligten an der Serie von seiner Beziehung zu Burtka. „Aber das war zu einer Zeit, in der es Blogger im Internet gab, zu denen man ging, um solche anzüglichen Kommentare zu lesen: ‚Versuch herauszufinden, welcher Schauspieler schwul und noch nicht geoutet ist.‘ Und es bestand die Angst, dass ich das nächste Ziel sein könnte.“ Um die Beziehung privat zu halten, habe sich Burtka regelmäßig hinter Fotografen gestellt, wenn Harris bei Veranstaltungen über rote Teppiche lief.

Schließlich habe ein Pressesprecher einem Reporter auf die direkte Frage, ob Harris schwul sei, erklärt, Harris sei „nicht dieser Neigung“. Als diese Aussage öffentlich kursierte, habe Harris beschlossen, selbst Stellung zu beziehen. Er habe befürchtet, dass bald weitere Menschen mit angeblichen persönlichen Kenntnissen über seine Sexualität an die Öffentlichkeit gehen könnten. Gemeinsam mit seinem Agenten und seinem Pressesprecher formulierte er deshalb eine Erklärung. Darin hieß es unter anderem: „Ich freue mich, alle Gerüchte oder Missverständnisse aus der Welt zu schaffen, und bin ziemlich stolz darauf zu sagen, dass ich ein sehr zufriedener schwuler Mann bin, der sein Leben in vollen Zügen lebt.“

Angst vor den Konsequenzen 

Bereits 2007 erläuterte Harris in der Talkshow von Ellen DeGeneres, warum er diesen Schritt gewählt hatte: „Das Letzte, was man tun möchte, ist, aufgrund eines Skandals über sein Privatleben zu sprechen. Ich bin kein besonders skandalöser Mensch und wollte deshalb nicht auf irgendeine Geschichte reagieren müssen, egal ob sie gelogen oder wahr war – also habe ich einfach eine Erklärung abgegeben und damit gewissermaßen die Brände gelöscht.“ Im aktuellen Gespräch mit Jamie Laing blickte Harris erneut auf die damalige Situation zurück. Er habe sich vor den möglichen Konsequenzen seines Coming-Outs gefürchtet. „Ich glaube, damals hatte ich ein wenig Angst davor, was daraus entstehen würde, welche Art von Stigma damit verbunden sein könnte. Damals gab es Menschen, die Schilder mit ‚Gott hasst Schwuchteln‘ auf den Rasen von Leuten stellten, oder? Es hätte also eine schlimme Woche werden können.“

Letztlich seien diese Befürchtungen nicht eingetreten. „Und nichts davon ist passiert“, sagte Harris. „Im besten Fall herrschte Gleichgültigkeit. Viele Menschen hatten vor meinem Coming-Out einen viel schwierigeren Weg und haben mir auf gewisse Weise den Weg geebnet, mich zu outen.“ Mit Humor blickte er zugleich darauf, dass seine sexuelle Orientierung offenbar weniger überraschend war als von ihm erwartet: „Ich war ein bisschen beleidigt, dass nicht mehr Menschen überrascht waren. Ich hatte mit etwas mehr ‚Moment mal, was? Er? Er ist so männlich.‘ gerechnet.“ Heute seien die Zeiten deutlich anders, so Harris weiter. „Jetzt leben wir in einer ganz anderen Zeit, und für wen auch immer ihr euch beim Masturbieren entscheidet – ihr solltet stolz darauf sein, ihn oder sie attraktiv finden zu wollen“, fügte er hinzu.

Kindheitsstar ohne Teenagerleben

Harris sprach außerdem über seine frühe Karriere. Als Kinderstar wurde er durch die Fernsehserie „Doogie Howser, M.D.“ bekannt. Im Rückblick bedauert er, dass ihm ein Stück Anonymität gefehlt habe. „Ich bedauere, dass es kein Kapitel der Anonymität gab, in dem ich einfach sein und zufällige mögliche Versionen der verschiedenen Facetten meiner selbst erkunden konnte.“ Stattdessen sei er als junger Schauspieler ständig von professionellen Erwachsenen umgeben gewesen. Typische Erfahrungen seiner Jugend habe er deshalb nicht gemacht – etwa mit Gothic-Mode zu experimentieren oder in einer Bar betrunken zu werden. Harris sagte, er habe bereits in seiner frühen Teenagerzeit gewusst, dass er schwul sei. Gleichzeitig habe er damals nicht damit gerechnet, später einmal eine feste Partnerschaft einzugehen und Kinder zu haben.

Einen Teil seines jungen Erwachsenenlebens verbrachte Harris in Los Angeles. Die Größe der Stadt habe es jedoch erschwert, Menschen zu Fuß kennenzulernen oder auf natürliche Weise mit ihnen zu flirten. Auch die Schwulenmeile in West Hollywood habe er damals gemieden. Dort hätten sich die Menschen sehr „offen, laut und stolz“ gezeigt. Er selbst sei dagegen noch sehr „unsicher darin gewesen, wie ich mit meiner sexuellen Orientierung selbstbewusst auftreten sollte“. Später, als er in New York City arbeitete, habe er seine Sexualität offener leben können. Dort habe er Schwulenbars besuchen und Kontakte knüpfen können, ohne dass andere Menschen übermäßig an seinem Prominentenstatus interessiert gewesen seien.

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