Syphilis-Erkrankungen Bedenklich angestiegen
Die Anzahl an Syphilis Erkrankten in Europa ist bedenklich angestiegen. Seit Anfang der 2000er gibt es erstmals mehr Syphilis- als HIV-Fälle. Einer der Gründe dieser Ergebnisse ist ein besseres Testverhalten.
Das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) veröffentlichte vor Kurzem den Jahresbericht 2017 über die Epidemiologie von Syphilis. Daraus geht hervor, dass besonders Männer zwischen 25 und 34 Jahren infiziert sind, die Sex mit anderen Männern haben und in städtischen Gebieten Leben.
Die Untersuchungen gingen von 2007 bis 2017 und bezogen 30 Staaten mit ein. Seit 2010 stieg die Anzahl der pro Jahr bestätigten Fälle um knapp 70 Prozent. Das Ergebnis ist, laut ECDC, resultiert aus vermehrten Sex ohne Kondom, mit mehreren Sexualpartnern und die schwindende Angst vor Geschlechtskrankheiten.
Deutschland zählt mit Großbritannien, Irland, Malta und Island zu den Ländern in denen sich der Anteil verdoppelt hat. Besonders Berlin und Hamburg seien davon betroffen, laut dem Robert-Koch-Institut.
Die AIDS-Hilfe erklärt sich die Zahlen mit der zurückgehenden Nutzung von Kondomen, aufgrund wirksamer Alternativen und ein verbessertes Testverhalten. Durch die Therapie mit PrEP beispielsweise müssen sich Männer regelmäßigen Tests unterziehen. Dadurch werden Erkrankungen, im Gegensatz zu früher, häufiger festgestellt.
Studie: https://ecdc.europa.eu/en/publications-data/syphilis-annual-epidemiological-report-2017