Lesbische Perspektive im Fokus Cannes feiert queere Slasher-Satire mit Gillian Anderson
Die US-Regisseurin Jane Schoenbrun hat mit ihrem neuen Film „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ die Eröffnung der Un Certain Regard-Sektion beim Festival de Cannes 2026 zu einem der prägendsten Momente des diesjährigen Kinosommers gemacht. Mit einem neunminütigen Applaus ehrte das Publikum die queere Slasher-Satire, in der Gillian Anderson und Hannah Einbinder brillieren und die mit raffiniertem Meta-Humor sowie einer klar lesbischen Perspektive das Genre neu interpretiert. Die unerwartete Resonanz machte das Werk schlagartig zum Gesprächsthema unter internationalen Kritikerinnen sowie Kritiker und kündigt vermutlich einen neuen Kulthit des Sommers an.
Das Wichtigste im Überblick
- Weltpremiere am 14. Mai 2026 in Cannes als Eröffnungsfilm der Sektion Un Certain Regard.
- Hauptrollen: Gillian Anderson als abgehalfterte Horror-Ikone, Hannah Einbinder als junge, queere Regisseurin.
- Es handelt sich um den dritten Langfilm von Jane Schoenbrun, einer offen trans* Filmemacherin.
- Die Kinostart ist für den 7. August 2026 angesetzt.
- Der Film erhält aktuell 100% positive Rezensionen auf Rotten Tomatoes.
Eine neue Generation des Slasher-Horrors
Im Zentrum des Films steht Kris, eine ehrgeizige queere Regisseurin, die mit dem Auftrag betraut wird, das in die Jahre gekommene Slasher-Franchise „Camp Miasma“ neu zu beleben. Das Drehbuch nutzt dabei bekennend Motive aus Klassikern wie „Freitag, der 13.“, würzt diese jedoch mit selbstironischem Meta-Kommentar und explizit queerer Identität. Durch die Begegnung mit Billy, der einstigen „Final Girl“-Legende, gespielt von Gillian Anderson, entspinnt sich nicht nur eine unerwartete Beziehung, sondern das Geschehen beginnt, auf blutige und surrealistische Weise aus dem Ruder zu laufen. In dieser filmischen Geisterbahn werden Themen wie Trauma, Identität und Lust in einer überdrehten und dennoch subtilen Form exploriert, wobei Schoenbruns Regie Handschrift stets spürbar bleibt.
Kritikerstimmen und cineastische Handschrift
Selten wurde ein Horrorfilm dermaßen von cineastischer Presse gefeiert: Branchenblätter wie Variety, RogerEbert.com und The Hollywood Reporter loben durchgehend Schoenbruns einzigartigen Stil, der queeren Horror entstaubt, Schwächen der Popkultur seziert und den Zuschauerinnen sowie Zuschauern zugleich eine völlig neue emotionale Reise zumutet. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die emotionale Bindung zu den Figuren könne inmitten der dramatischen Überzeichnung manchmal ins Hintertreffen geraten – doch die Virtuosität der Inszenierung und der Mut zum Grenzgang werden als Markenzeichen hervorgehoben. Hannah Einbinder nutzte die Dreharbeiten nach eigenen Angaben als „therapeutisches Erlebnis“, während Gillian Anderson von der Intensität am Set beeindruckt zeigte.
„Hannah ist buchstäblich in diesen Angstzustand eingetaucht, das Ergebnis ist spürbar und faszinierend“, erklärte Gillian Anderson auf dem roten Teppich in Cannes.
Hintergründe, Queerness und Genre-Referenzen
Jane Schoenbrun setzt mit „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ ihre Linie fort, queere Lebensrealitäten jenseits von Klischees in das Herz populärer Genres zu transportieren. Nach „We’re All Going to the World’s Fair“ (2021) und dem gefeierten „I Saw the TV Glow“ (2024) gelingt ihr hier ein weiteres Spiel mit den Regeln des Horrors, das zugleich als Hommage und scharfe Satire gelesen werden kann. Der Einfluss von popkulturellen Mythen à la „Buffy“ oder Cronenberg ist ebenso spürbar wie das Bedürfnis, marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen und eine neue Generation von Zuschauerinnen sowie für das Horrorgenre zu begeistern.
Wichtige Fragen zum Thema
Wann startet der Film in deutschen Kinos?
Der Kinostart ist in den USA für den 7. August 2026 geplant, ein deutscher Termin dürfte spätestens zum Herbst erwartet werden.
Welche Rolle spielt das Thema Queerness?
Der Film thematisiert explizit lesbische und trans* Identitätsfindung und verleiht queerer Narration im Slasher-Genre eine bislang nicht gekannte Sichtbarkeit.
Warum wurde der Film so gefeiert?
Kritik und Publikum loben die künstlerische Eigenständigkeit, die mutige Meta-Erzählstruktur und die offene Queerness der Hauptfiguren.
Die Weltpremiere von „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ läutet einen neuen Abschnitt für das queere Kino ein – mit einer frischen Stimme und der Vision, Horror neu zu denken. Fans und Cineast*innen dürfen sich auf einen provokativen, blutigen und betörend skurrilen Sommerhit freuen.