Direkt zum Inhalt
KI-Vorwürfe gegenüber RuPauls Drag-Fim „Stop! That! Train!“

Regisseur dementiert KI-Vorwürfe gegenüber RuPauls Drag-Fim „Stop! That! Train!“

kw - 03.06.2026 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

Am Wochenende brachten heftige Spekulationen rund um den kommenden Drag-Komödie-Film „Stop! That! Train!“ die LGBTIQ+-Filmwelt zum Brodeln. Regisseur Adam Shankman stellte sich entschieden gegen Gerüchte, der Streifen würde auf voll generierte KI-Effekte setzen. Inmitten wachsender Branchenangst um künstliche Intelligenz im Entertainment betonte er, dass sämtliche visuellen Effekte des Films von Menschenhand entstanden und kein einziges Bild von KI geschaffen wurde.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Regisseur Adam Shankman wies am 2. Juni 2026 auf Instagram alle KI-Vorwürfe bezüglich „Stop! That! Train!“ öffentlich zurück.
  • Die visuelle Postproduktion wurde von Acme AI FX durchgeführt, es fand jedoch laut Produktion kein Einsatz von generativer KI in Filmszenen statt.
  • Die Debatte entflammte nach einer viel beachteten Ein-Stern-Kritik auf Letterboxd und verbreitete sich über Social Media.
  • „Stop! That! Train!“ mit RuPaul läuft ab 12. Juli 2026 in den Kinos und ist der erste große Drag-Race-Kinofilm von World of Wonder.

 

Hinter den Kulissen: Handarbeit statt Algorithmus

Als das Gerücht via Social Media Kreise zog, Acme AI – ein Unternehmen, das für seine Arbeit mit KI-basierten Prozessen bekannt ist – habe auch an diesem Werk als VFX-Partner mitgewirkt, sorgte das in Drag-Fankreisen schnell für Protest und Boykottaufrufe. Ein Punkt, der in der queeren Community besonders sensibel ist, da schon vergangene „Drag Race“-Produktionen für ihren unreflektierten KI-Einsatz arg kritisiert wurden. Doch Shankman stellte am Dienstag auf seinem Instagram-Kanal unmissverständlich klar: „Jede Aufnahme in ‚Stop! That! Train!‘ wurde von Menschen angefertigt.“

Er widersprach damit Aussagen, dass insbesondere Szenen mit auffälligen visuellen Effekten nach künstlicher Intelligenz aussehen würden. Stimmgewalt bekam er aus dem Cast selbst, als Schauspielerin Rachel Bloom bestätigte, sie habe die aufwändige, menschliche Produktion mit eigenen Augen erlebt. Auch aus Produktionskreisen wurde konkret bestätigt: Acme AI war ausschließlich für die digitale Umsetzung klassischer Spezialeffekte zuständig, KI kam allenfalls beim technischen Workflow, aber nie direkt in Bildinhalten auf der Leinwand zum Einsatz.

 

Kritische Sicht auf die Filmkunst

Insbesondere nach hochgekochten KI-Kontroversen bei der letzten „Drag Race“-Staffel hatte die Szene mit Argusaugen auf den ersten großen Drag-Kinofilm gewartet. Kritikerinnen und Kritiker berichten dennoch von einer nüchternen, fast charmanten Imperfektion visueller Effekte: Das Werk, in besonders kurzer Zeit abgedreht, versprühe den „selbstironischen Bastel-Look“, den Fans von RuPaul kennen und lieben. Die „Hollywood Reporter“ lobten die komödiantische Präzision von RuPaul sowie die Spielfreude von Stars wie Jujubee und Ginger Minj – auch wenn nicht jeder Greenscreen sitzt, so bleibe das Ergebnis vor allem eines: durch und durch menschlich.

Adam Shankman betonte: „Wir haben hunderte VFX-Artists beschäftigt, niemandem wurde der Job weggenommen. Der Film ist als Freude gemeint und wurde vollständig von Menschen geschaffen.“

 

Blick in die Zukunft: Premiere in Sicht

Mit seiner Stellungnahme dämpft Shankman die aktuell emotional geführte Debatte um künstliche Intelligenz im Mainstream-Kino. Die Produktion von „Stop! That! Train!“ bleibt damit ein Plädoyer für die Wertschätzung von Handwerk im Zeitalter der digitalen Möglichkeiten. Wie sich dies auf den Kinostart ab 12. Juli auswirkt, bleibt offen – klar ist jedoch: Es gibt kaum ein queerer Publikum, das die Rückkehr echter Handarbeit auf die Leinwand mehr zu würdigen weiß als das von „Drag Race“.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ein Blick auf verborgene Codes

"There’s Only One Sin in Hollywood“

Der neue Roman „There’s Only One Sin in Hollywood“ wirft einen unverstellten Blick auf die verborgene queere Geschichte Hollywoods in den 1950ern.
Berlinale-Teddy-Nominierung

Homosexualität bleibt strafbar

Die tunesisch-französische Regisseurin Leyla Bouzid bringt mit „Mit leiser Stimme“ ein queeres Familiendrama auf die deutsche Kinoleinwand.
Comeback dank Streaming

Meilenstein des Queer-Cinema

Vor 30 Jahren feierte der Film „Stonewall“ von Nigel Finch Premiere – ein Werk, das heute als Meilenstein des queeren Kinos gilt.
"Sextette" wiederentdeckt

Kult in LGBTIQ+-Kreisen

Mae West, eine Ikone der Filmlandschaft, liefert mit "Sextette" ihre letzte Kinorolle ab – ein Film, der heute als Paradebeispiel des queeren Camp-Kinos neu bewertet wird.
Deutschland-Start 22. Oktober

Rassismus und Homophobie im Fokus

Das queere Historien-Drama „Eine Schule für Jane Cumming“ von Sophie Heidman wird ab dem 22. Oktober 2026 bundesweit in deutschen Kinos zu sehen sein.
Start am 4. Juni

Nur zweite Live-Action-Version

Der mit Spannung erwartete neue „Masters of the Universe“-Film von Regisseur Travis  Knight feierte seine Deutschlandpremiere.
Neue Ausstellungen und Rekorde

Auch queere Community feiert Star

Am Montag, den 1. Juni 2026, würde Marilyn Monroe 100 Jahre alt – und die Welt feiert die Hollywood-Ikone in schillerndem Glanz.
Sequel-Gerüchte mehren sich

Exklusiv in US-Kinos

Der queere Kultfilm "Call Me By Your Name" kehrt zum Pride Month ins Kino zurück.