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Alvo & Sebastián // © Archiv

Unser Paar im Februar Alvo & Sebastián

km - 08.02.2020 - 09:00 Uhr

Alvo (37) kommt ursprünglich aus Namibia und ist mit 19 nach Deutschland gekommen, um eine Ausbildung zu absolvieren. Er arbeitet bei Airbus als Funktions- und Systemprüfer. Sebastián (26) ist in Chile geboren und zog wegen der großen Liebe mit 25 Jahren nach Deutschland. Ganz aus Chile raus ist er allerdings nicht, da er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Universidad de Chile beschäftigt ist.

Ihr Kennenlernen grenzt an Schicksal, denn Alvo war auf einer Dienstreise in Toulouse und Sebastián war dort beruflich auf einer Konferenz. Dort haben sie sich absolut zufällig in einer Bar kennengelernt. Einen Tag früher oder später, wären sie sich nicht begegnet, da Sebastian am nächsten Tag schon nach Chile abreiste, und Alvo Barcelona bereiste.

Alvo wurde sofort von Sebastiáns Lächeln in den Bann gezogen: „Was für ein gefährlich süßes Lächeln Sebastián hat und seine süßen kastanienbraunen Augen sind mir sofort aufgefallen“

Sebastián wusste sofort: „Ich habe endlich die Liebe meines Lebens kennen gelernt. Davon war ich völlig überzeugt.“

Offen erzählen die Beiden über ihre Herausforderungen:
Definitiv war der Schritt für Sebastián Chile vorläufig zu verlassen, wo er eine blühende Zukunft vor sich hatte, wegen seiner Stellung an seiner Universität, nicht wirklich einfach. Eine neue Sprache muss erlernt werden, eine neue Gesellschaft, in der man seinen Platz suchen muss, neue Freunde und die größte Herausforderung: eine Doktoranden Stelle für seine berufliche Weiterentwicklung zu finden.
Alvos Herausforderung war und ist es auf jeden Fall einen gesunden Mittelweg in Sachen soziale Aktivitäten und die erforderliche Beachtung und Unterstützung, Sebastián zu geben, damit er in Hamburg ankommt und es sein Neues zu Hause nennen kann. Natürlich kommt es mal zu heftigen Reibereien, da wir beide sehr hitzige Gemüter sind, aber wir finden relativ schnell wieder zu einander und können vor allem einander vergeben, da wir wissen, dass unsere Liebe zueinander das ist, was wirklich wichtig ist und die immer unser Quell des Glücks sein wird. Wir wissen was wir aneinander haben und wissen auch, dass das was wir gefunden haben, definitiv keine Selbstverständlichkeit ist.

Aber auch familiär gibt es Herausforderungen.

Alvo: „Homosexualität in meiner Familie leider absolut nicht akzeptiert. Nur mein Zwillingsbruder steht voll und ganz hinter mir.  Seit 2015 habe ich meine Eltern deswegen schon nicht mehr gesehen. Seit 2004 bin ich bei ihnen geoutet, aber die Einstellung zur Homosexualität wurde von Jahr zu Jahr schlimmer bzw. wurde totgeschwiegen. Als Sebastian und ich im April letzten Jahres heirateten, haben meine Tante und meine Mutter sogar versucht mich via WhatsApp davon abzuhalten und mir erklärt was für Konsequenzen und Folgen es aus religiöser Sicht hätte. Natürlich geht sowas nicht spurlos an einem vorbei, aber auch diesen Stein habe ich überwunden.“
 

Sebastian: „Bei meiner Familie war es nie wirklich ein Problem, auch wenn ich aus einer katholischen Familie komme. Alvo akzeptieren und lieben sie auch voll und ganz. Das einzige, wo man merkt, dass sie nicht immer ganz ungezwungen damit umgehen, ist, wenn sie nie von sich aus über uns, unsere Verbindung und unsere Eheschließung mit Verwandten und engen Freunden reden bzw. nicht eine Freude zeigen können, die davon zeugt, dass sie unglaublich stolz auf uns sind, wie man es normalerweise von heterosexuellen Paaren kennt.“

Beide liebe das Reisen und Tauchen. Zusammen machen sie gerade ihren zweiten Tauschschein, da es für die Zwei im Sommer nach Indonesien zum Tauchen geht. Eine weitere Passion von Alvo ist das Fliegen - Geräuschlos (Paragliding) sowie mit Motor (Motorflug oder Drohne). Sebastian spielt außerdem Klavier und Cello und singt zudem noch äußerst gut und gerne.  

Ein bedeutender Moment für die Zwei war es als sie 2018 das erste Mal ein paar Tage auf Wangerooge verbrachten haben und beim Sturm auf dem Deich standen, sich fest umarmten und sagten: „Egal wie stark der Sturm wird, wir werden immer füreinander der Fels in der Brandung sein und jede Herausforderung gemeinsam meistern. Für uns Beide gibt es primär kein Ich mehr, sondern es ist ein UNS!“  

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