Direkt zum Inhalt
Hasskriminalität in Hamburg
ANZEIGE

Hasskriminalität in Hamburg Polizei ist wachsam mit Blick auf die kommenden Pride-Paraden!

ms - 05.07.2023 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Erst vor wenigen Tagen fackelten mutmaßlich drei junge Männer in Köln eine Regenbogenfahne mitten im schwul-lesbischen Kiez ab, nun meldet sich die Initiative WELCOMING OUT zu Wort – in den letzten Tagen wurden mehrfach drei große LGBTI*-Banner am Zaun des Unternehmenssitzes stark beschädigt und abgerissen. Die Polizei geht auch hier von einem Fall von Hasskriminalität aus, wie die Organisation berichtet.

Aufruf zu Akzeptanz schürte hasserfüllten Vandalismus

Die Angriffe geben auch deswegen zu denken, weil WELCOMING OUT mit ihren Plakaten (Slogan: „Akzeptanz steht dir gut“), Bannern und einer Bildungskampagne gerade heterosexuelle Menschen dazu ermutigen möchte, sich mit der LGBTI*-Community zu solidarisieren und ihre Akzeptanz proaktiv zu kommunizieren. Proaktiv kommuniziert wurde nun offenbar der Hass auf Homosexuelle und queere Menschen.

Die Banner wurden vermutlich mit Messern aufgeschlitzt, ein Motiv wurde zerkratzt und das andere wurde direkt komplett vom Zaun abgerissen. Die Initiative hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, Deetje Kräft von der Organisation erklärt dazu: „Es zeigt sich einmal mehr: Die Gleichstellung queerer Menschen ist noch weit entfernt, wenn Personen sich bereits von einer Botschaft, die zur Verbündetenschaft mit queeren Menschen aufruft, derart angegriffen fühlen, dass sie kriminell handeln. Es ist offensichtlich noch sehr viel zu tun!“

Polizei ist alarmiert, Hass-Angriffe nehmen zu!

Die Polizei nimmt die Vorfälle wie in Köln aber auch in Hamburg ernst, gerade weil in beiden Städten im Juli und August die großen Pride-Paraden stattfinden, beide eingebunden in große Straßenfeste und eine Pride-Week – schlimmere Angriffe auf die Community sollen bestmöglich verhindert werden.

In den letzten Wochen kam es immer wieder während fast allen CSD-Veranstaltungen in Deutschland zu Zwischenfällen und teils auch tätlichen Angriffen auf Homosexuelle und queere Menschen, mehrere Personen wurden dabei verletzt. Die Stimmung gegenüber der LGBTI*-Community scheint bei einem gewaltbereiten Teil der Bevölkerung in diesem Jahr besonders negativ ausgeprägt zu sein, dazu passend stiegen zuletzt die Fälle von Hasskriminalität binnen eines Jahres um 35 Prozent an, während die Akzeptanz von LGBTI*-Menschen erstmals deutlich in der Bundesrepublik gesunken ist.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.