Direkt zum Inhalt
Konversionstherapien im Königreich
ANZEIGE

Konversionstherapien im Fokus Klage vor Gericht seitens der schottischen Geistlichen denkbar.

ms - 20.04.2023 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Ähnlich wie die Kirche von England scheint sich nun auch die Kirche von Schottland gegen die Akzeptanz von Homosexuellen zu stellen – während die Engländer sich vehement gegen die Homo-Ehe aussprechen, erklärten die schottischen Geistlichen nun, dass sie gegen das  geplante umfassende Verbot von Konversionstherapien seien. Diese „Heilungs-Methoden“ für Homosexuelle seien wichtig, das Verbot indes würde christliche Eltern nur kriminalisieren und terrorisieren.

Verbot diskriminiere „liebende Eltern“

In einem offenen Brief machten die Kirchenoberen der schottischen Kirchen, darunter die Scottish Episcopal Church, die Lennox Evangelical Church, die Elim Penetecostal Church sowie auch die Church of Scotland ihrem Ärger Luft und erklärten gegenüber Gleichstellungsministerin Emma Roddick, dass damit auch Christen und ihre Leere verunglimpft werden würde. In Schottland bieten bis heute vor allem christliche Verbände und Vereine die unseriösen Homo-Heilungstherapien an, die in immer mehr Ländern weltweit verboten werden. Das Verbot empfinden die Geistlichen trotzdem als missbräuchlich, nicht den zu heilenden Kindern gegenüber natürlich, sondern mit Blick auf die „liebenden Eltern“.

Kirche will gegen Verbot vor Gericht ziehen

Die angebotenen Therapievarianten fallen dabei innerhalb der Kirchen sehr unterschiedlich aus – an einigen Stellen wird nur für das Seelenheil von Homosexuellen gebetet, an anderen Stellen ist offenbar auch die Rede von Psycho-Therapien, Kältebädern oder auch Elektroschocks. Die Kirchenvertreter indes betonten, dass sie niemals Missbrauch und Nötigung gutheißen würden, es ginge dabei nur um die Lehren von Jesus Christus.

Die schottische Regierung will einen ganzen Maßnahmenkatalog für mehr Rechte von homosexuellen und queeren Menschen verabschieden – gegen das ebenso darin enthaltene Selbstbestimmungsgesetz hat die britische Regierung allerdings bereits ein Veto eingelegt. Einem Verbot von Konversionstherapien im gesamten Vereinigten Königreich steht die britische Regierung inzwischen weitestgehend offen gegenüber. Die Kirche von Schottland hat deswegen bereits angekündigt, wenn ein solches Verbot komme, wolle man es vor Gericht anfechten.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.