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Witzfigur DeSantis? Keine Einsicht - DeSantis will in den Krieg mit Disney ziehen!

Von ms - 12.04.2023 - 10:00 Uhr
Witzfigur DeSantis?
Foto: IMAGO / ZUMA Wire
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Gouverneur Ron DeSantis wollte sich mit seinem strikten Einsatz gegen die Rechte von Homosexuellen und queeren Menschen im Bundesstaat Florida bereits seit letztem Jahr in Stellung bringen als aussichtsreichster Kandidat für den Präsidentschaftswahlkampf 2024 für seine republikanische Partei. Die Chancen scheinen derzeit immer mehr zu schwinden, jetzt bekommt es DeSantis auch noch massiv mit Spot, Häme und Kritik zu tun.

Kampf gegen Homosexuelle als Wahlkampftaktik

Hintergrund ist das sogenannte „Don´t Say Gay“-Gesetz, das an allen Schulen im Bundesstaat Informationen rund um Homosexualität verbietet – im Frühjahr dieses Jahres wird das Gesetz nach dem Willen von DeSantis sogar noch einmal verschärft und auf alle Bildungseinrichtungen ausgeweitet. Der größte Arbeitsgeber des Landes, der Disney Konzern, hatte sich nach anfänglichem Bedenken auf die Seite der LGBTI*-Community geschlagen. DeSantis war dies ganz offensichtlich ein Ärgernis, weswegen er schlussendlich beschloss, dem Unternehmen alle Sonderverwaltungsrechte zu entziehen. Disney reagierte in letzter Minute und übertrug diese Verwaltungsrechte vom gewählten bisherigen Vorstand auf den Konzern selbst – DeSantis guckt damit sinnbildlich in die Röhre.

Das Ende der törichten Vendetta gefordert

Nun könnte Floridas Gouverneur es dabei belassen und anerkennen, ganz offensichtlich von Mickey Mouse geschlagen worden zu sein – doch das will sich der Republikaner nicht eingestehen und poltert lauthals weiter. Ein teures Anwaltsteam soll nun gegen Disney World vorgehen, das alles sei laut DeSantis selbst erst der Anfang. Die nationale wie internationale Presse indes vereinte sich zu der Aufforderung, der Gouverneur möglich endlich seine „törichte, kleinliche und letztlich egoistische politische Vendetta" gegen Disney einstellen.

Die Chefetage des Nachrichtenmagazins Orlando Sentinel erklärte so, der Gouverneur solle endlich damit anfangen, den Menschen im Bundesstaat wirklich zu dienen: „Sie leiten eine riesige Landesregierung, in der jeden Tag Menschen an einer Überdosis Drogen und Massenerschießungen sterben, die Sie kaum zur Kenntnis nehmen. Wo die Versicherungsprämien in die Höhe schießen und Schadensersatzansprüche nach den Wirbelstürmen kurzerhand abgelehnt werden. Wo wir jeden Tag mehr Risse entdecken, die Ihre Machenschaften der grundlegenden Integrität von Floridas Regierung zugefügt haben."

Wirtschaftliche Konsequenzen besser bedenken

Zudem machte die Chefredaktion den Gouverneur auch auf die wirtschaftlichen Konsequenzen aufmerksam, die der Streit mit dem größten Arbeitgeber des Bundesstaates nach sich ziehen kann: „Wenn die Disney-Führungskräfte auf DeSantis in der gleichen rachsüchtigen Art und Weise reagiert hätten - indem sie auch nur einen kleinen Teil der Ressourcen, die das Unternehmen in Florida investiert hat, zurückgezogen hätten - wäre der wirtschaftliche Schaden enorm gewesen.“ Disney indes habe sich glücklicherweise „elegant und geistreich“ gezeigt.

Königlicher Rat: Lass es sein!

Am Ende nimmt die Redaktion DeSantis auch noch direkt aufs Korn, weil dieser sich vollmundig als „neuer Sheriff in der Stadt“ erklärt hatte, nachdem er Disney die Sonderrechte hatte entziehen lassen wollen. Für die Journalisten ist indes klar, DeSantis lebe in einem „Fantasieland“, in dem er selbst als „Held“ agiere. Er möge sein Handeln künftig bitte nicht mehr von seinem „inneren Donald“ bestimmen lassen. „In diesem Fall meinen wir Donald Duck“, so der Vorstand weiter. „Nehmen Sie also den Rat von der Königin an – und in diesem Fall meinen wir Königin Elsa: Let. It. Go.“

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