London frei von HIV Hauptstadt übernimmt Führungsrolle bei HIV-Prävention
London will die erste Großstadt der Welt werden, in der es keine neuen HIV-Infektionen mehr gibt. Bürgermeister Sadiq Khan ist überzeugt davon, dass die Hauptstadt auf dem besten Weg ist, diesen Meilenstein bis zum Jahr 2030 zu erreichen.
Kampf gegen HIV und Stigmatisierung
Das Ziel wurde erstmals bereits im Januar 2018 festgelegt, als Khan die Pariser Erklärung über Städte, die die HIV-Epidemie schnellstmöglich bekämpfen, unterzeichnete. Die Unterzeichner streben an, dass es bis 2030 keine neuen HIV-Fälle, keine vermeidbaren Todesfälle und keine Stigmatisierung mehr gibt. Jetzt bekräftigte Khan erneut sein Versprechen und stellte zudem klar: „Ich bin stolz darauf, dass London bei der Bekämpfung von HIV eine Vorreiterrolle spielt und auf dem besten Weg ist, die erste Stadt zu sein, die keine Neuinfektionen mehr hat.“ Dabei sei Khan entschlossen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Übertragung von HIV bis 2030 zu beenden und die damit verbundene Stigmatisierung zu bekämpfen.
Automatische Tests auf HIV als Game-Changer
Khan hat sich bereits in den letzten Jahren immer wieder als starker Verbündeter der LGBTI*-Community erwiesen. Mit Blick auf HIV förderte er in den letzten Jahren eine Reihe von Gesundheitseinrichtungen und HIV-Organisationen. Das nächste Etappenziel sei es dabei, bis 2025 die Zahl der HIV-Übertragungen um 80 Prozent zu senken. Khan weiter: „Seit der Einführung von Opt-out-Tests auf durch Blut übertragbare Viren in allen Londoner Notaufnahmen im April letzten Jahres haben wir Hunderte von zuvor nicht diagnostizierten HIV-Fällen aufgedeckt und Menschen, die nicht wussten, dass sie mit HIV leben, einer lebensrettenden Behandlung zugeführt. Dies zeigt, dass Londons HIV-Bekämpfung weiter und schneller gehen kann und auch geht." Bei den sogenannten Opt-out-Tests wird automatisch in allen Notaufnahmen auch der HIV-Status überprüft, außer der Patient widerspricht pro-aktiv.
PrEP ist wichtige Maßnahme gegen HIV
Im Jahr 2021 wurden im gesamten Vereinigten Königreich bei 2.955 Menschen eine HIV-Neudiagnose gestellt, davon 883 in London. Die Zahl ist in der britischen Hauptstadt bereits kontinuierlich in den vergangenen zehn Jahren gesunken. Im Jahr 2012 gab es noch fast 2.700 Fälle allein in London. Mit Blick auf die jüngsten Zahlen von 2021 entspricht das einem Rückgang um 67 Prozent.
Dabei setzt Bürgermeister Khan auch verstärkt auf die PrEP als Präventionsmaßnahme – im Jahr 2021 bekamen fast 34.000 Briten, die in London sexuelle Gesundheitsdienste besucht hatten, die PrEP erstmalig oder als fortgesetzte Einnahme. Damit sind mehr als die Hälfe aller PrEP-Nutzer in ganz England (insgesamt rund 61.000 Menschen) in London. „Als Teil meines Manifests habe ich mich auch verpflichtet, dafür zu kämpfen, dass die PrEP weiterhin für jeden, der sie möchte, kostenlos im Gesundheitssystem verfügbar ist. Ich freue mich, dass die Einführung der routinemäßigen Beauftragung der PrEP in ganz London erfolgreich verlaufen ist“, so Khan abschließend.