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Mehr Medienkompetenz! Jugendliche begehen Straftaten oft auch aus Unwissenheit

Von ms - 03.04.2023 - 14:00 Uhr
Mehr Medienkompetenz!
Foto: iStock / EKIN KIZILKAYA
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Es braucht mehr Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen – nach der Vorstellung der jüngsten Fallzahlen der Kriminalstatistik für 2022 zeigt sich, dass nicht nur Hass und Mobbing online immer stärker präsent sind, sondern auch die Verbreitung von kinderpornografischem Material im Internet durch Minderjährige zugenommen hat. Oftmals teilen dabei Jugendliche auch eigene Bilder, auf denen sie nackt zu sehen sind; gerade auch auf schwulen Dating-Apps ist eine solche Vorgehensweise oftmals inzwischen beinahe so etwas wie eine Selbstverständlichkeit. Zwar gibt es Altersbeschränkungen auf den meisten Dating-Portalen, eine wirkliche Alterskontrolle findet aber zumeist nicht statt.

Pornografisches Material bei LGBTI*-Jugendlichen

Zum einen besteht damit die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche sich damit erpressbar machen oder leichtfertig Opfer von Mobbing und Anfeindung werden – gerade gegenüber LGBTI*-Jugendlichen haben hier nach Angaben der Beratungsstelle anyway aus Köln die Fallzahlen massiv zugenommen. Das Team verzeichnete zuletzt auch eine erhöhte Nachfrage an Beratungsanfragen um rund 30 Prozent. Auch die jüngsten Ergebnisse des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes (KPMD) belegen eine Zunahme von Hasskriminalität. Zum anderen machen sich Jugendliche allerdings auch selbst strafbar, wenn sie pornografisches Material von Minderjährigen weitergeben – unabhängig davon, ob sie selbst darauf zu sehen sind oder nicht.

Medienkompetenz im Unterricht?

Es bedürfe hier deutlich mehr Aufklärung gerade über die Gefahren aber auch über die Gesetzgebung, so die Forderung seitens der Politik. immer wieder wird deswegen auch ein verpflichtender Unterricht im Bereich Medienkompetenz an Schulen angedacht. Der SPD-Politiker Dirk Wiese erklärte so gegenüber dem Deutschlandfunk, dass hier nebst der Politik auch die Eltern und die Gesellschaft selbst gefragt seien. Insgesamt stieg die zahl der registrierten Straftaten zuletzt im Jahr 2022 um rund elf Prozent an, teilweise lässt sich dies allerdings auch auf Gesetzesänderungen zurückführen.

Strafbar mit nur einem Klick

So wurde beispielsweise das Gesetz gegen Pornografie, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder zeigt, noch einmal verschärft. Seitdem werden Verbreitung, Besitz und Erwerb solcherlei Darstellungen strenger unter Strafe gestellt. Konkret bedeutet das inzwischen, dass sich auch homosexuelle oder queere Kinder und Jugendliche strafbar machen, wenn sie entsprechende Bilder untereinander tauschen, auch beispielsweise über WhatsApp.

Auch Eltern sind bereits haftbar zu machen, wenn sie Bilder auf den Smartphones ihrer Kinder entdecken und diese zum Beispiel an Lehrkräfte weiterleiten. Am Ende würde ein Stück mehr Medienkompetenz wohl nicht nur Kindern und Jugendlichen helfen, sondern vielleicht allen Menschen – und insbesondere auch Homosexuellen und queeren Menschen, die in puncto Datenweitergabe von pornografischem Material online zumeist freizügiger agieren.   

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