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Alarm in England! Zusammenbruch des Gesundheitssystems für Menschen mit HIV?

Von ms - 07.02.2023 - 10:00 Uhr
Alarm in England
Foto: iStock / VV Shots
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In Großbritannien findet in diesen Tagen die offizielle “HIV-Testwoche“ statt, die dazu ermutigen soll, sich öfter auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. Ziel ist es dabei, die Zahl der tausenden Menschen  zu reduzieren, die in Großbritannien HIV-positiv sind, aber bis heute nicht über ihren eigenen Status Bescheid wissen. Dabei zeichnet sich offenbar ein noch viel größeres Problem ab: Es fehlt massiv an Geld und Personal.

Desolater Zustand des Gesundheitssystems

Hinter vorgehaltener Hand sprechen britische Gesundheitsexperten inzwischen davon, dass das System spätestens seit der Mpox-Epidemie auf der Insel in wesentlichen Teilen zusammengebrochen sei. Bereits kurz nach den ersten europaweiten Fällen der Affenpocken in London hatte sich gezeigt, dass die Gesundheitsdienste viel Zeit verstreichen hatten lassen, bevor sie angemessen auf die Virus-Epidemie reagiert hatten. Ein Grund dafür: Das britische Gesundheitssystem musste in einer bereits stark eingeschränkten Lage ohne zusätzliche Mittel auf die neue Gefahrenlage reagieren. Nebst der Ausbreitung selbst war eine weitere Folge, dass viele Routinearbeiten lange Zeit zurückgestellt worden sind – auf Kosten von Menschen mit HIV beispielsweise. Bis heute versuchen die zuständigen Behörden, den Rückstand aufzuholen.

Behörden strichen Gelder von Kliniken

Deborah Gold, die Geschäftsführerin des National Aids Trust, machte jetzt ihrem Ärger Luft und erklärte: "Das gesamte HIV- und Sexualgesundheitssystem ist enorm unterfinanziert. Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass die Kliniken für sexuelle Gesundheit nicht durch NHS-Gelder finanziert werden, sondern durch Zuschüsse, die an die lokalen Behörden oder den Stadtrat gehen. Diese Gelder sind immer weiter gekürzt worden, so dass der Sektor in argen Schwierigkeiten steckt und nur noch an den Fingernägeln kaut". Die, die heute noch überhaupt im Gesundheitssystem arbeiten, seien "absolut heldenhaft", so Gold weiter.

Regierung muss jetzt handeln

Mit Blick auf die Affenpocken ergänzt die Expertin schließlich: "Als Mpox auftrat, schalteten die Kliniken für sexuelle Gesundheit schnell in den Krisenmodus, um die Menschen zu diagnostizieren und den Impfstoff so schnell wie möglich zu verabreichen, aber sie erhielten keine zusätzlichen Ressourcen, um das zu bewältigen. So wurde es schwieriger, einen Termin für eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zu bekommen, und es wurde schwieriger, einen Termin für Tests oder Behandlungen im Bereich der sexuellen Gesundheit zu bekommen. Die Regierung muss dringend einen Weg finden, um die Krise zu beheben!“

HIV-Tests in allen Notaufnahmen

Gold fordert so unter anderem, die sogenannten “Opt-out-HIV-Tests“ auf weitere Kliniken auszuweiten. Bisher werden in nur 33 Notaufnahmen Blutproben automatisch auch auf HIV hin untersucht – viele Ärzte würden sich dabei ebenso wünschen, dass dieses Konzept landesweit zum Standard wird. Zudem bedarf es verständlicherweise mehr finanzieller Mittel und das schnell, bevor die Gesundheitsversorgung im Bereich Sexualität und HIV in Großbritannien immer mehr zusammenbricht. Derzeit seien laut Gold die HIV- und Sexualgesundheitsdienste "erbärmlich unterfinanziert" – ein weiterer unerwarteter Ausbruch einer Viruserkrankung könnte das System vollends kollabieren lassen.

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