Direkt zum Inhalt
Amoklauf Colorado Springs
ANZEIGE

Amoklauf Colorado Springs Aldrichs Strafmaß könnte bei einer Verurteilung weiter ansteigen

ms - 11.01.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Der mutmaßliche Amokläufer von Colorado Springs, Anderson Lee Aldrich (22), muss sich in zehn weiteren Anklagepunkten vor Gericht verantworten – die Staatsanwaltschaft beantragte diese Woche neue Anklagen gegen die junge, nicht-binäre Person. So werden Ende dieser Woche weitere Anklagepunkte wie versuchter Mord, versuchte Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe und ein durch Vorurteile motiviertes Verbrechen hinzugefügt – im Falle einer Verurteilung könnte dies das Strafmaß für Aldrich weiter erhöhen. Bisher war Aldrich bereits in 305 Fällen angeklagt worden.

Klare Botschaft gegen Hass

Staatsanwalt Michael Allen ist dabei wichtig, die brutale Vorgehensweise des Schützen hervorzuheben, damit diese Eingang in das Urteil findet und so möglicherweise andere homophobe Menschen von einer Tat abhalten kann. Allen betonte: "Die Botschaft, die wir mit dieser Anklage aussenden, ist eindeutig, denke ich. Wir werden keine Angriffe gegen Mitglieder der Community aufgrund ihrer Sexualität tolerieren!“

Mitte November des letzten Jahres soll Aldrich gegen Mitternacht mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe in den schwulen Nachtclub Q in Colorado Springs gegangen sein und fünf Menschen erschossen haben. 25 weitere Besucher wurden in der Nacht zum Teil lebensgefährlich verletzt, die meisten von ihnen erlitten nach Polizeiangaben Schusswunden. Der Amoklauf konnte nur durch das schnelle und beherzte Eingreifen eines ehemaligen US-Soldaten frühzeitig beendet werden, der den Täter zu Boden riss und ihn überwältigte, bis wenige Minuten später die Polizei Aldrich festnehmen konnte.

Politik hat Mitschuld am Amoklauf

Zuletzt hatten Mitte Dezember mehrere Überlebende sowie der Clubbetreiber selbst vor dem US-Kongress gesprochen und die hetzerische politische Rhetorik in den Vereinigten Staaten von Amerika für mitverantwortlich erklärt. Matthew Haynes, der Besitzer des Nachtclubs Q in Colorado Springs, erklärte: "Wir werden überall in diesem Land abgeschlachtet und entmenschlicht, in Gemeinschaften, die zu schützen Sie einen Eid geschworen haben!“ Die negative Stimmung gegenüber LGBTI*-Menschen würde zudem auch durch Initiativen wie das berüchtigte “Don´t Say Gay“-Gesetz aus Florida befeuert, welches LGBTI*-Themen an allen Schulen im Bundesstaat seit Juli 2022 verbietet.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.