Mord an schwulem Aktivisten Leiche wurde in einem Metallkoffer am Straßenrand abgestellt
Die LGBTI*-Community in Kenia trauert um den, in Afrika sehr bekannten schwulen Aktivisten Edwin Chiloba (25), dessen Leiche vergangene Woche in einem Metallkoffer am Straßenrand in der Nähe der Stadt Eldoret gefunden worden war. Zwar gäbe es noch keine konkreten Informationen zu den möglichen Tat-Motiven, gegenüber der Zeitung The Star sprach die örtliche Polizei aber von einem Hassverbrechen aufgrund der Homosexualität des Opfers.
Gefährliche Lage in Kenia
Angriffe und auch Morde an Homosexuellen sind in Kenia leider keine Seltenheit, das Land zählt in Afrika zu den gefährlichsten Orten für Schwule, nationale Studien von LGBTI*-Organisationen gehen davon aus, dass rund die Hälfte aller Homosexuellen bereits mehrfach Gewalterfahrungen in Kenia gemacht hat. Gleichgeschlechtlicher Sex kann noch immer mit Haftstrafen bis zu 14 Jahren geahndet werden, viele Einwohner des Landes sind stark christlich geprägt und verurteilen Homosexuelle als Menschen zweiter Klasse.
Grausamer Mord erschüttert Community
Die kenianische Menschenrechtsorganisation National Gay and Lesbian Human Rights erklärte zu dem jüngsten Mordfall: „Es ist wirklich beunruhigend, dass wir weiter eine Eskalation der Gewalt gegen LGBTI*-Kenianer mitansehen. Jeden Tag werden die Menschenrechte von LGBTI*-Personen verletzt, mit geringen Folgen für die Täter. Die Ermordung ist an sich schon schrecklich, aber die grausame Art, wie sein Körper einfach weggeworfen wurde, macht die Situation noch demütigender. Edwins Tod erinnert uns daran, dass queere Menschen weiterhin überall im Land angegriffen werden.“ Da Homophobie auch innerhalb der Polizeibehörden weit verbreitet ist, ist fraglich, ob mögliche Täter am Ende tatsächlich verurteilt werden. Die Polizei hat inzwischen vier Verdächtige in Untersuchungshaft genommen, einer davon könnte der Täter sein, die drei anderen Inhaftierten sollen dem Mörder bei der "Entsorgung" der Leiche geholfen haben.
Du wirst vermisst werden!
Verschiedene LGBTI*-Gruppen national wie international fordern inzwischen lautstark deswegen eine zügige Strafverfolgung. Unter dem Hashtag #JusticeForEdwinChiloba erklärten sich zudem viele Menschen online solidarisch und bekundeten ihre Trauer. "Worte können nicht einmal erklären, wie wir uns als Gemeinschaft im Moment fühlen. Eine weitere Seele ist durch Hass verloren gegangen. Du wirst vermisst werden", schrieb die Menschenrechtsorganisation Galck+ auf Twitter. Online wird auch an das Leben des 25-Jährigen gedacht, der junge Modedesigner sei ein “erstaunlicher Mensch“ gewesen, der "für alle ausgegrenzten Menschen gekämpft“ habe.
Chris Makena, ein Aktivist und Freund von Chiloba, erklärte gegenüber der BBC: „Er verbreitete Liebe, wo immer er hinkam, ging mutig mit seiner Existenz als queerer Mann um und ermutigte viele andere, das Gleiche zu tun." 2019 war Chiloba von der Hauptstadt Nairobi nach Eldoret gezogen, um Mode zu studieren, und hatte begonnen, sich im Bereich Design einen Namen zu machen. Bereits mehrfach hatten Morde an bekannten LGBTI*-Persönlichkeiten im Land für internationales Aufsehen und Trauer gesorgt, erst im vergangenen Jahr war die nicht-binäre Lesbe Sheila Lumumba ermordet worden, 2021 erschütterten die Morde an LGBTI*-Aktivisten Erica Chandra und Joash Mosoti das Land.