Kehrtwende bei Trans-Politik Mehr Prüfungen bei Vergabe von Trans-Medikamenten
Der britische Nationale Gesundheitsdienst (NHS) hat neue Leitlinien für die Behandlung von Trans-Jugendlichen ausgearbeitet, wie Reuters exklusiv berichtet. Die Leitlinien sind dabei ein Teil einer umfassenden Überprüfung der Behandlung von jungen Trans-Personen, die sich an den staatlichen Gesundheitsdienst wenden. Dem vorausgegangen war der Skandal an der Tavistock-Klinik, deren Klinikleitung ungeprüft und strikt dogmatisch Hormone und Pubertätsblocker an Minderjährige herausgegeben haben soll. Die Trans-Abteilung der Klink wird deswegen zum Frühjahr 2023 geschlossen, aktuell bereiten britische Anwälte eine Schadensersatzklage von mehr als 1.000 betroffenen Familien vor.
In den jetzt festgelegten neuen Richtlinien ist so laut Reuters auch vermerkt, dass der bisherige Ansatz oftmals von Ärzten kritisiert worden sei, da zu schnell auf Medikamente sowie infolgedessen auch auf Operationen eingegangen worden wäre. Der NHS hat bereits angekündigt, dass er seine neuen Richtlinien zeitnah veröffentlichen wird, solange bezieht die Behörde nicht weiter Stellung zur Thematik. Nach Angaben von Reuters sehen diese neuen Richtlinien auch vor, dass lokale Behörden künftig alarmiert werden sollen, wenn junge Menschen Pubertätsblocker oder Medikamente für eine Hormontherapie auf dem privaten Markt erwerben wollen. Nebst der Verschärfung der Kontrollen will der NHS aber auch erreichen, dass jungen Trans-Menschen deutlich schneller geholfen werden kann, weswegen es in mehreren Kliniken landesweit künftig Trans-Beratungen geben soll. Dieser Schritt sei auch dringend notwendig, so die NHS England in ihrem Bericht, der der Nachrichtenagentur vorliegt.
Medikamente nur noch nach eingehender Prüfung
Trotzdem liegt die Behörde nun offensichtlich vermehrt Wert darauf, dass Pubertätsblocker oder Hormonbehandlungen nur nach eingehender medizinischer Prüfung vergeben werden dürfen – entscheiden sich die Fachleute bei einem Patienten dagegen, wird auch dem Hausarzt künftig geraten, sogenannte “Schutzprotokolle“ zu veranlassen, sollte ein Patient kein Einsehen haben. Wie diese konkreten Schutzmaßnahmen aussehen, damit Jugendliche nicht eigenmächtig beispielsweise Pubertätsblocker mit inzwischen erwiesenen Langzeit- und Nebenwirkungen einnehmen, ist derzeit noch nicht bekannt. Im Rahmen der NHS-Protokolle bestehen die "Schutzteams" jedoch aus Vertretern der Polizei sowie der medizinischen und sozialen Dienste, die für die Sicherheit und das Wohlergehen des Kindes verantwortlich sind. Der NHS hat bereits erklärt, dass er dringend davon abrät, geschlechtsangleichende Medikamente online von Anbietern zu beziehen, die im Vereinigten Königreich nicht reguliert sind. "Niemand sollte illegale, unbekannte und potenziell lebensbedrohliche Medikamente online kaufen", so der medizinische Direktor des NHS England, Dr. Stephen Powis, in einer offiziellen Erklärung.
Weitere Änderungen des Richtlinienentwurfs sehen offenbar vor, dass nur NHS-Fachleute Jugendliche für Gender Care überweisen dürfen, dass Teams mit breiterem Fachwissen in den Kliniken gebildet werden und dass Treffen zwischen überweisendem Personal und einer Klinik erforderlich sind, um festzustellen, ob Gender Clinics und eine Transition der beste Weg für eine Behandlung sind. Unterstützung erfährt der Entwurf offenbar auch von Premierministerin Liz Truss, die wiederholt erklärt hatte, dass es Kindern unter 18 Jahren nicht erlaubt sein sollte, "irreversible" Entscheidungen über ihre Geschlechtsidentität zu treffen.