Neue Einzelheiten zu Bremer Attacke Polizei fahndet weiter nach Mittätern der Jugendgang
Die Polizei hat jetzt weitere Einzelheiten zu dem brutalen Angriff auf eine Trans-Frau Anfang September in Bremen bekannt gegeben. Demnach wurde die 57-Jährige schwerer verletzt als zunächst angenommen. Bekannt war bereits, dass eine Gang von Kindern und Jugendlichen die Trans-Frau beschimpfte und ihr die Perücke vom Kopf gerissen hatte, nun wurde zudem bekannt, dass einer der Jugendlichen mehrfach mit beiden Fäusten auf sie eingeprügelt und sie dabei erheblich verletzt haben soll. Dabei wurde auch das Nasenbein der 57-Jährigen gebrochen.
Für die Ermittler ist inzwischen auch eindeutig klar, dass es sich bei der Tat der anscheinend arabisch und kurdisch sprechenden Jugend-Gang um ein klassisches Hassverbrechen gegen eine LGBTI*-Person gehandelt habe, gerade auch, weil sich Täter und Opfer vor der Tat nicht gekannt haben, könne ein persönliches Motiv ausgeschlossen werden. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand war die Geschädigte für die Tätergruppierung aufgrund ihrer optischen Erscheinung augenscheinlich als transidente Person erkennbar“, so der Weser-Kurier, der aus dem Bericht der Bremer Innenbehörde zitiert. Noch schlimmeres konnte offensichtlich nur verhindert werden, da drei Passanten in der Straßenbahn den Angriff mitbekommen und zur Hilfe geeilt waren. Anschließend flüchtete die Jugendgang zu Fuß, der Straßenbahnfahrer selbst hatte nach eigener Aussage von der Tat nichts mitbekommen.
Der mutmaßliche Haupttäter, der die 57-Jährige so schwer verletzt haben soll, konnte bereits letzte Woche ausfindig gemacht werden. Der 13-jährige Junge ist aufgrund seines Alters noch nicht strafmündig und kann daher strafrechtlich nicht belangt werden, weswegen die Polizei jetzt mit Hochdruck nach weiteren, möglicherweise älteren Mittätern fahndet. Die Jugend-Gang war dabei auch von den Überwachungsvideos der Straßenbahn der Linie 4 festgehalten worden. Noch immer wertet die Polizei auch diese Beweise aus, immer wieder wird dabei von einem Tumult gesprochen und es wäre denkbar, dass einige Jugendliche der Gang deeskalierend auf ihren 13-jährigen Freund einwirken wollten. Momentan sprechen die Ermittler von einer “unübersichtlichen Gesamtsituation“. Nach Angaben von mehreren Anwohnern handelt es sich bei der Jugendgruppe allerdings um eine stadtbekannte Gang, die seit längerem in Bremen ihr Unwesen treiben soll. Die Mitglieder sind offenbar allesamt minderjährig und sollen nach Zeugenaussagen auch alle arabisch sowie kurdisch sprechen. Die Polizei sowie auch die Staatsanwaltschaft machen nach wie vor keine Angaben zur Nationalität der Täter. Der Bremer Senat hat derweil allerdings inzwischen erklärt, dass er ab 2023 Zahlen zu LGBTI*-feindlichen Gewalt- und Straftaten gesondert in der Kriminalstatistik veröffentlichen wolle, um so ein klareres Bild vom Ausmaß der Fälle in Bremen zu erlangen.