Direkt zum Inhalt
Der Anfang vom Ende
ANZEIGE

Der Anfang vom Ende Eine Entscheidung fällt erst nach den Zwischenwahlen

ms - 16.09.2022 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

Die Abstimmung über ein geplantes neues Bundesgesetz zum landesweiten Schutz von gleichgeschlechtlichen Ehen in den USA wird frühestens im November nach den Zwischenwahlen stattfinden. Der Grund ist simpel: Bisher konnten die Demokraten nicht die erforderlichen zehn republikanischen Stimmen im Senat erringen, damit der Gesetzentwurf erfolgreich verabschiedet werden kann. Mehrere, einstmalige Befürworter von Seiten der Republikaner waren in den letzten Wochen abgesprungen und hatten ihre Unterstützung auf Druck der Partei zurückgenommen – so kurz vor den entscheidenden Zwischenwahlen will keine der beiden Parteien der anderen einen thematischen Wahlsieg zugestehen, schon gar nicht bei der Frage um die gleichgeschlechtliche Ehe, die zusammen mit den Rechten für LGBTI*-Menschen im Zentrum des amerikanischen Kulturkampfes steht.

US-Beobachter zweifeln allerdings daran, dass nach den Zwischenwahlen das angedachte Bundesgesetz überhaupt noch eine Chance hat und sprechen hinter vorgehaltener Hand bereits vom Scheitern der Gesetzesvorlage – es sei der Anfang vom Ende. Bereits mehrfach war in der Vergangenheit das Vorhaben der Demokraten gescheitert, die Homo-Ehe als landesweites Bundesgesetz zu verankern. Die Initialzündung für den erneuten Anlauf kam vom Obersten Gericht Amerikas, dem Supreme Court. Nach der Streichung des landesweiten Rechts auf Abtreibung erklärten mehrere konservative Richter, dass sie sich auch die grundsätzliche Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe anschauen wollen würden – käme es auch hier wie befürchtet zu einem Richtungswechsel, bliebe es den einzelnen Bundesstaaten frei, zu entscheiden, ob sie die gleichgeschlechtlichen Ehen und Partner anerkennen wollen oder nicht – rund die Hälfte der 50 Bundesstaaten hat dies bereits ausgeschlossen. Das US-Repräsentantenhaus hatte bereits im Juli mehrheitlich für das Bundesgesetz votiert – auch 47 republikanische Abgeordnete stimmten dafür, wohlweislich aber nach Eigenaussage nur, da für sie ein Scheitern der Gesetzesvorlage im Senat offensichtlich sei. Es gilt zu befürchten, dass sich die Chancen für einen Erfolg nach den Zwischenwahlen weiter verschlechtern könnten, sollten die Republikaner die Mehrheit in beiden politischen Kammern erringen beziehungsweise ausbauen können.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.