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Rechtextreme wollen ersten CSD in Gotha stören
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Aufmarsch der Rechten Gewaltbereite Nazis wollen gegen “Homopropaganda“ ankämpfen

ms - 02.09.2022 - 12:00 Uhr
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Die Gewalteskalation scheint zum Ausklang des Pride-Sommers noch einmal massiv anzusteigen – nachdem letztes Wochenende ein 25jähriger trans-Mann beim CSD in Münster lebensgefährlich verletzt wurde und seitdem im Koma liegt, hat eine Gruppe von Rechtsextremen jetzt für den morgigen Samstag eine Gegendemonstration zum allerersten CSD im thüringischen Gotha angemeldet. Erwartet werden hunderte Pride-Teilnehmer auf der einen Seite und noch eine unbekannt große Zahl von rechtsextremen Gegendemonstranten. Darunter befinden sich auch mehrere Personen, die als bekennende Neo-Nazis bekannt sind. In der Ankündigung ist die Rede von einer “Demo gegen die Homopropaganda“. Zentraler Schauplatz des Geschehens wird der Platz rund um den Bahnhof sein.  

Natürlich wird auf den jeweiligen rechtsextremen Facebook-Seiten dabei auch mehrfach betont, dass man mit der Gegen-Demonstration vor allem die “traditionelle Familie“ schützen wolle. Die Veranstalter des ersten CSDs in Gotha haben inzwischen erklärt, dass sie der bewussten Provokation gelassen entgegensehen würden. Sie seien sehr zuversichtlich, dass deutlich mehr Pride-Teilnehmer als Rassisten vor Ort sein werden, die sich für Toleranz, Akzeptanz und gegen Hass und Homophobie einsetzen würden. Das Landratsamt hatte auf Rückfrage der “Thüringer Allgemeinen" den genehmigten Aufmarsch der Rechtsradikalen bestätigt. Die dahinterstehende Organisation namens “Turonen“ fiel dabei in der Vergangenheit bereits mehrfach durch einen starken Drang zu Gewalt auf. Mit Bezug auf den CSD in Gotha hetzte einer der Neonazis in den sozialen Medien, dass die "Multikulti-, Homosexuellen-, und Genderpropaganda Gift für die Gesellschaft" sei. "Kaum eine Werbeanzeige ohne negroide oder transsexuelle Gestalten", so weiter im Text.

Die Neo-Nazi-Szene in Thüringen steht seit längerer Zeit unter Beobachtung des Landesverfassungsschutzes. Immer wieder wird die Szene auch mit organisierter Kriminalität, Geldwäsche und Zwangsprostitution in Verbindung gebracht. Einigkeit herrscht bei den Behörden sowie im Landratsamt als auch bei den CSD-Veranstaltern darüber, dass die Lage morgen durchaus eine sehr angespannte werden dürfte. Die Polizei will mit ausreichend Sicherheitskräften vor Ort sein, um die Teilnehmer der beiden Demonstrationen mit gebührendem Abstand voneinander getrennt zu halten.  

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