Direkt zum Inhalt
Homo-Hate-Queen Sarah Palin verliert in Alaska
ANZEIGE

Eine bittere Niederlage Totgesagte leben länger – der lange Atem der Republikanerin

ms - 01.09.2022 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

In einer längst vergangenen Zeit, da wurde Sarah Palin, einstmals Gouverneurin von Alaska und selbsternannte Retterin des konservativen Abendlandes, sogar als neue Präsidentschaftskandidatin gehandelt. Die Queen der Homohasser und feuchter Traum von Männern, die mangels echter Frauen gerne mit Pumpguns ins Bett steigen, wollte es jetzt noch einmal wissen und kandidierte erneut für den Kongress. Nebenbei unterstützte sie als absolutes Fan-Girl auch immer wieder Donald Trump – in puncto Realitätsverlust nehmen sich die beiden strammen Republikaner nichts.

Doch nun, oh Graus, nun ist es passiert. Sarah Palin verlor. Nicht irgendwo, sondern in ihrem Heimatstadt Alaska. Nicht gegen irgendwen, sondern gegen die Demokratin Mary Peltola. Das ist insofern und zudem bemerkenswert, weil der Kongresssitz in den letzten Jahrzehnten immer in republikanischer Hand gewesen war. Durch den Tod des langjährigen republikanischen Abgeordneten Don Young im Alter von 88 Jahren war er im März dieses Jahres freigeworden, sodass es zu dieser außerplanmäßigen Wahl gekommen war. Bei den Republikanern flammte also die Frage auf, wer dieses kompetente Parteimitglied auch intellektuell ersetzen könnte, denn immerhin war Young nicht irgendein Abgeordneter – Zeit seines Lebens engagierte er sich gegen das Recht auf Abtreibung, gegen Rechte für Homosexuelle, saß im Vorstand des landesweit größten Waffen-Lobbyvereins NRA, stimmte stets gegen Klimaschutzgesetze und für Ölbohrungen in der Arktis, soll jahrelang Bestechungsgelder von Ölkonzernen kassiert haben und befand sich sogar längere Zeit auf der Top-20-Liste der landesweit korruptesten Kongressabgeordneten des FBI. Er schrie gerne politische Kollegen an, bezeichnete die Ölpest im Golf von Mexiko als “natürliches Phänomen“ und erklärte feierlich, die Juden hätten den Holocaust verhindern können, wenn sie nur – man ahnt es – ausreichend bewaffnet gewesen wären. Das Corona-Virus nannte er eine “Bierlaune“, bis er daran selbst daran erkrankte und hustend auf einem Heimflug nach Alaska an den Spätfolgen schlussendlich verstarb.

Wer also kann einen so aufrichtigen Amerikaner nur ersetzen? Da blieb mit Blick auf die Vorgeschichte von Sarah Palin wohl nur die stramme Republikanerin übrig, die Homosexualität für eine Entscheidung hält, Enthaltsamkeit vor der Ehe für wichtig ansieht und auch ansonsten schlicht nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. Nun hat Palin verloren – noch dazu gegen eine indigene junge Frau. Das wird ihr hellweißes Republikaner-Herz noch schwerer verkraftet haben. Einziger Wehrmutstropfen dabei: Palin hat nur sehr knapp verloren und bei den Kongresswahlen im November wird abermals neu gewählt werden. Noch ist es also zu früh, freudeschreiend zu skandieren: Die Hex´ ist tot. Zudem, sollte Trump wirklich noch einmal 2024 zum Präsidenten gewählt werden, kann er solch fähiges Personal doch immer gut brauchen, oder? 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Reaktionen auf Amokfahrt

Entsetzen in der Community

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD läuft die Fahndung. Politik und Community reagieren mit Entsetzen.
Anschlag auf CSD Berlin

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Bei einer Amokfahrt beim CSD in Berlin starb eine Frau, mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein Islamist.
CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.
Ekelhafter Angriff in Kiew

Abgehackte Schweineköpfe

Ein Kiewer Schönheitssalon wurde wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung angegriffen: Mit Schweineköpfen sollten die Betreiber eingeschüchtert werden.