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Hyper! Hyper! Hyper! Hyper!

Von id - 23.02.2019 - 07:00 Uhr
Hyper! Hyper! // © Bettina Pousttchi
Foto: Hyper! Hyper! // © Bettina Pousttchi
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Was passiert, wenn Musik auf Kunst trifft? Ist das nicht schon eine Unlogik in sich, denn auch Musik ist schließlich Kunst. Die Ausstellung HYPER! A JOURNEY INTO ART AND MUSIC in den Deichtorhallen befasst sich ausführlich mit diesem Thema. Zahlreiche Künstler wie beispielsweise Andreas Gursky, Alexander Kluge, Wolfgang Tillmans oder auch Arthur Jafa und Peter Saville haben sich in der Vergangenheit mit der Musikszene beschäftigt. Der Kurator der Ausstellung, Max Dax, hat ein buntes Potpourri zusammengestellt, was die Verbindungen zwischen Musik und bildender Kunst erleben lässt. Über drei Jahrzehnte Dax als Autor und Journalist hunderte von Interviews (u.a. als Chefredakteur von Spex und Electronic Beats, aber auch als freier Autor in den Feuilletons von Welt, SZ, Frankfurter Rundschau etc.) mit Schlüsselfiguren aus der Kunst, der Musik, dem Kino, der Literatur, aus dem Bereich Performance Art und aus der Philosophie.

Da ist beispielsweise der Künstler Andreas Gursky. Fotografien spektakulärer Musikereignisse gehören zu seinen Werken genauso, wie die Wimmelbilder von den Hochhäusern, Bibliotheken und Supermärkten dieser Welt, mit denen er berühmt geworden ist. Fast schon religiös wirken beispielsweise seine Bilder von der „Mayday“, in denen er die tanzende Masse als Pilgerschar inszenierte. Oder die Fotos von Madonna und ihrem Publikum, welche er aus der Vogelperspektive im Halbdunkel des Staples Centers in Los Angeles im Rahmen ihrer „Drowned World Tour“ ablichtete, nur zwei Tage nach den Anschlägen vom 9. September 2001.

Oder das legendäre „White Album“ der Beatles? Diesem nahm sich der amerikanische Künstler Rutherford Chang an. Er hat über viele Jahre hinweg über 1.200 Exemplare dieses Albums gesammelt. Dabei interessieren Chang vor allem die Gebrauchsspuren, die sich auf den Schallplatten angesammelt haben — Schmutz, Schimmel, Abnutzung. Die anfangs identischen Vinylscheiben sind dadurch mittlerweile einzigartig, zu Unikaten geworden, in die sich die persönliche Geschichte ihrer Besitzer eingeschrieben hat. In seiner Arbeit „We Buy White Albums“ zeigt Chang seine Sammlung in einem nachgebauten Plattenladen, in dem die Besucher*innen in den Plattenkisten blättern und sogar ihre eigenen Exemplare des „White Albums“ zum Ankauf vorbeibringen können.

Den verschiedenen Strategien und gesellschaftliche Auswirkungen der Unterhaltungsindustrie, insbesondere des Star- und Medienkultes, beleuchtet, in kritisch-provokanter Weise, der britische Fotograf und Videokünstler Phil Collins. Für seine mehrteilige Serie „britney“ (2001/2003), aus welcher drei Werke in dieser Ausstellung zu sehen sind, fotografiert und vergrößerte Collins Plakate des US-amerikanischen Pop-Idols Britney Spears, die er mit obszönen Kritzeleien, Stickern und ausgelöschten Augen versehen in der New Yorker U-Bahn vorgefunden hat.

Es gibt weiterhin Werke, die in Zusammenhang mit Veröffentlichungen wie New Orders Album „Technique“ oder dem Output der Elektronischen Band Kraftwerk stehen.

Neben Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Rauminstallationen, die sich seitens der bildenden Kunst mit Musik befassen, wird es zahlreiche hybride Multimedia-Arbeiten geben, die den Wechselbezug zwischen Musik, Video und bildender Kunst ausloten.

Abgerundet wird die Ausstellung mit einem breiten Rahmenprogramm. Dazu gehört unter anderen eine dreiteilige Konzertreihe unter dem Titel „HYPER! SOUNDS“ in den Deichtorhallen und der Elbphilharmonie. Auf dem Streamingdienst Spotify gibt es eine Playlist mit Songs, passend zur Ausstellung und in dem Online-Magazin „HALLE 4“ der Deichtorhallen wird es das Blog „THE HYPER DIARIES“ geben. (id)

01. März bis 04. August – Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, Jeden 1. Do. im Monat 11 bis 21 Uhr
Deichtorhallen (Halle f. moderne Kunst) – Hamburg

www.deichtorhallen.de/hyper
#hyperdth

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