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Kostenlos bis August 2026 Smithsonian zeigt queere Kunst aus Afrika trotz Widerstand

Von kw - 04.06.2026 - 15:30 Uhr
Smithsonian zeigt queere Kunst aus Afrika trotz Widerstand
Foto: © instagram.com/scottonajourney
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Die Smithsonian Institution in Washington, D.C. setzt mit der Ausstellung „Here: Pride and Belonging in African Art“ ein kraftvolles Zeichen. Im National Museum of African Art werden bis zum 23. August 2026 sechzig Kunstwerke von dreißig queeren Künstlerinnen und Künstlern aus Afrika und dessen Diaspora gezeigt. Der Eintritt zu dieser Ausstellung ist frei. Das Besondere: Die Präsentation findet trotz massiven politischen Widerstands und einer Verschiebung aufgrund massiver Kritik an „woken“ Inhalten nun erstmals in vollem Umfang statt – und das mitten in der US-Hauptstadt.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. August 2026 im National Museum of African Art, Smithsonian.
  • Über 60 Arbeiten von 30 queeren Künstlerinnen und Künstler aus ganz Afrika und der Diaspora sind zu sehen.
  • Die ursprünglich für den Sommer 2025 geplante Ausstellung wurde verschoben, nachdem Kritik und politische Drohungen laut wurden.
  • Kuratiert wurde die Schau von Serubiri Moses und Kevin D. Dumouchelle.
  • Der Eintritt zur Ausstellung und den begleitenden Veranstaltungen ist für alle kostenfrei.

 

Neue Perspektiven in der afrikanischen Kunst

Die Ausstellung eröffnet einen seltenen Zugang zur queeren Kunst Afrikas und der afrikanischen Diaspora. Viele der ausgestellten Werke – darunter Malerei, Fotografie, Skulpturen, Video- und Digitalarbeiten – stammen von international renommierten Künstlerinnen wie Zanele Muholi, Toyin Ojih Odutola und dem 1989 verstorbenen Rotimi Fani-Kayode. Besonders ist, dass die Künstlerinnen und Künstler aus einer Vielzahl von afrikanischen Ländern stammen, was laut Kurator Moses eine bewusste Hinwendung zu einer größeren Vielfalt bedeutet. „Es war uns wichtig, nicht nur Südafrika oder Nigeria abzubilden“, erklärte Serubiri Moses zum Konzept der Ausstellung. Die Vielfalt der teilnehmenden Kunstschaffenden spiegelt sich auch in der Wahl der Medien und Themen wider: Viele Arbeiten beschäftigen sich mit Identitätsfragen, Zugehörigkeitsgefühl und gesellschaftlichen Herausforderungen im afrikanischen Kontext.

 

Politischer Widerstand und Durchsetzung

Die Schau war ursprünglich so terminiert, dass sie parallel zu den World Pride Feierlichkeiten 2025 in Washington stattfinden sollte. Aufgrund von Etatproblemen sowie politischen Auseinandersetzungen wurde sie jedoch verschoben. Insbesondere gab es öffentlichen Druck aus dem damaligen Weißen Haus, das Institutionen wie das Smithsonian offen mit Mittelstreichung drohte, falls sie angeblich „spalterische oder ideologisch aufgeladene Sprache“ nicht entfernten. Diese politischen Eingriffe brachten das Vorhaben zwar ins Wanken, konnten die Ausstellung jedoch nicht verhindern. Parallel zur Eröffnung wird weiterhin in der US-Politik über den Umgang mit queerer Geschichte gestritten. Ein aktuelles Beispiel ist das im Mai 2026 im Kongress gescheiterte Gesetz zum künftigen American Women’s History Museum, das in seiner finalen Fassung eine Beschränkung auf „biologische Frauen“ vorsah und Minderheiten weiter ausschließen wollte.

 

Begleitveranstaltungen und Ausblick

Neben den Kunstwerken bietet das Museum ein Rahmenprogramm mit Künstlerinnen- und Künstlergesprächen und einer Solstice Celebration am 20. Juni 2026 – zeitgleich mit der aufgeschobenen Capital Pride Parade. DJ SIO, VJ Inka und die Rockband The Leila werden live auftreten. Damit bleibt das Smithsonian einmal mehr ein Ort, an dem kulturelle Partizipation und Sichtbarkeit queerer Künstlerinnen sowie Künstler aus dem globalen Süden gefeiert werden. Die Ausstellung lädt alle Besucherinnen und Besucher dazu ein, neue Zugänge zur afrikanischen Kunstwelt zu entdecken – und gibt Hoffnung, dass Offenheit und Inklusion auch in herausfordernden Zeiten Bestand haben können.

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