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Erstpräsentation zum Roma Pride: queere Erinnerungsorte in Rom kartiert

LGBTIQ+ in der ewigen Stadt Buch kartiert Roms queere Erinnerungsorte

kw - 02.06.2026 - 17:30 Uhr
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Francesco Angeli präsentiert mit seinem neuen Buch „Romarcobaleno“ erstmals eine umfassende Kartierung der queeren Gedächtnisorte in Rom. Die Veröffentlichung legt offen, wie tief und vielfarbig die Geschichte der LGBTIQ+-Community mit der Ewigen Stadt verwoben ist. Das Werk stellt nicht nur ein literarisches Ereignis dar, sondern markiert einen entscheidenden Beitrag zur Sichtbarmachung queerer Geschichte im öffentlichen Raum Italiens.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • „Romarcobaleno“ erscheint am 19. Juni 2026 im Verlag Giulio Perrone Editore.
  • Das Buch enthält dutzende dokumentierte queere Erinnerungsorte in Rom, darunter Gedenktafeln, Murales und Straßen.
  • Francesco Angeli war Präsident von Arcigay Roma und ist Mitbegründer des Roma Checkpoint.
  • Erste Buchpräsentationen finden am 6. und 8. Juni im Rahmen des Roma Pride und im italienischen Senat statt.
  • Das Werk verknüpft autobiografische Erinnerungen, Interviews und Stadtgeschichte.

 

Kartografie einer verborgenen Geschichte

Unter der Feder von Francesco Angeli wurde aus „Romarcobaleno“ weit mehr als ein Stadtführer: Der Autor, bekannt für sein langjähriges Engagement bei Arcigay Roma und für die Organisation dutzender Pride-Veranstaltungen, verbindet Erinnerungsorte wie die Gedenktafeln für Massimo Consoli und Paolo Seganti mit Straßenkunst und Treffpunkten wie der römischen Gay Street. Anders als bei klassischen Denkmälern sind viele dieser Orte im Stadtbild kaum wahrnehmbar, regelmäßig werden Murales oder Regenbogen-Bänke Opfer von Vandalismus. Diese stillen Zeugnisse machen laut Angeli deutlich, dass römische Stadtgeschichte immer auch Geschichte von Ausgrenzung, Befreiung und neuer Sichtbarkeit ist.

 

Spuren und politische Erinnerung

Ein zentrales Anliegen des Buches ist es, die Stimmen derjenigen hörbar zu machen, die maßgeblich am Aufbau der Community beteiligt waren. Zu den interviewten Persönlichkeiten zählen Annalisa Scarnera, Alba Montori, Daniele Priori und Cristina Leo, Italiens erste trans* Bezirksstadträtin. „Für unsere Community gibt es kein vererbtes Gedächtnis, sondern jede Generation muss Orte und Geschichten neu entdecken“, betont Angeli. Die Auswahl reicht von frühen Treffpunkten in Testaccio, dem „Geburtsort der italienischen Gay-Bewegung“, bis zu Räumen heutiger queerer Initiativen in Centocelle und San Paolo.

Neben Biografien und Erinnerungsorten kartiert das Buch, wie die offiziellen Zeichen der Erinnerung — wie das Denkmal mit rosa Winkel zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verfolgung — zu gesellschaftlichen Ankern werden. Gerade die wiederkehrenden Angriffe auf queere Kunst im öffentlichen Raum machen die gesellschaftliche Funktion dieser Symbole deutlich: Sichtbarkeit bleibt ein politischer Akt.

 

Bedeutung für Gegenwart und Zukunft

„Romarcobaleno“ erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die LGBTIQ+-Community Italiens, trotz gestiegener öffentlicher Sichtbarkeit, weiterhin mit Diskriminierung konfrontiert ist. Die Postfaktion von Marilena Grassadonia, Leiterin des Amtes für LGBTIQ+-Belange der Stadt Rom, und die Einführung von Senatorin Alessandra Maiorino, Initiatorin des Nationalfonds für Antidiskriminierungszentren, unterstreichen, dass queere Erinnerungspolitik in Italien aktiv gestaltet wird. Dennoch bleibt das Land im gesamteuropäischen Vergleich — etwa mit Amsterdam oder Madrid — zurück. Angeli beschreibt im Werk, wie gerade die wiederbelebte Erinnerung und die alljährlich zahlreicher werdenden Pride-Paraden ein kollektives Bewusstsein schaffen, das weit über die Metropole hinaus strahlt.

Die nächste Etappe sieht vor, dass das Projekt „Romarcobaleno“ als dauerhafte Plattform für queere Topografie erhalten bleibt und weitere italienische Städte inspiriert. Mit der Veröffentlichung des Buches werden eine neue Sichtbarkeit und ein wachsendes Selbstbewusstsein für queere Lebenswelten in Rom geschaffen, das nachhaltige Impulse für die kulturelle wie politische Zukunft setzen kann.

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