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Pride in Köln und London "Es ist wichtig, angesichts von Homophobie und Extremismus Präsenz zu zeigen!“

Von ms - 04.07.2022 - 12:00 Uhr
Millionen Menschen feiern auf den größten Prides Europas
Foto: IMAGO / Landmark Media
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Am vergangenen Wochenende feierte ein Millionen-Publikum die beiden größten Pride-Veranstaltungen in Europa – jeweils weit über eine Million Besucher verzeichnete sowohl der CSD in Köln wie auch das 50-jährige Pride-Jubiläum in London. In beiden Fällen war die Freude nach zwei Jahren Zwangspause durch die Pandemie sehr groß.

In Köln feierten nach Polizeiangaben rund 1,2 Millionen Menschen friedlich den Christopher-Street-Day, eröffnet durch den nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) – er ist der erste Ministerpräsident in der Geschichte des Kölner CSDs, der an einer Parade teilgenommen hat. Wüst betonte unter dem Jubel zahlreicher LGBTI*-Menschen, dass er sich für die Erweiterung des Artikels 3 des Grundgesetzes einsetzen will. Unter Absatz 3.3. soll auch die sexuelle Identität als besonderes, schutzbedürftiges Kriterium in das Grundgesetz aufgenommen werden. Damit dies gelingt, bedarf es einer Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat – beides wird ohne zahlreiche Stimmen aus den Reihen der CDU/CSU nicht funktionieren.

Dass der CSD in Köln bei aller Feierlaune bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 28 Grad nicht nur Party war, war indes vielen Beteiligten anzusehen. Gerade mit Blick auf die steigende Zahl von Hassverbrechen gegenüber LGBTI*-Menschen und dem jüngsten Attentat auf einen Schwulen-Club im norwegischen Oslo vor einer guten Woche bestätigte sich einmal mehr, wie wichtig die Demonstrationen gerade auch aus politischer Sicht sind. Vorstand Jens Pielhau vom Verein Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) erklärte dazu: "Es ist wichtig, angesichts von Homophobie und Extremismus Präsenz zu zeigen!“

Auch der Pride in London setzte ein klares Statement gegen Hass und Gewalt und atmete zudem den Spirit vergangener Tage – die ganze Veranstaltung war auch eine große Verneigung vor den Pionieren der britischen Pride-Bewegung, die vor 50 Jahren im Jahr 1972 erstmals für mehr Rechte und Akzeptanz für Homosexuelle auf die Straßen gegangen waren. Unter einem Regenbogen-Fahnenmeer flanierten in diesem Jahr über eine Million Besucher bunt und lebensfroh durch die Straßen des Pride-Marsches. Mit dabei waren auch zahlreiche internationale Stars wie Ava Max und Emeli Sande. An der Spitze der Parade marschierte auch Joe Locke mit, der junge Mann ist einer der beiden Hauptdarsteller der beliebten schwulen Netflix-Serie "Heartstopper". Locke betonte, es sei ihm eine Ehre, an der Spitze der Parade zu stehen und zu feiern, dass man "queer ist, gerade wenn die Welt manchmal noch nicht so akzeptierend dem gegenübersteht."

Ebenso mit dabei war Londons Bürgermeister und Unterstützer der LGBTI*-Community, Sadiq Khan. Freudig strahlend zeigte er sich inmitten der bunten queeren Community, hob anschließend in seiner Rede aber auch die Wichtigkeit des Prides noch einmal deutlich hervor und betonte zudem, dass es nach wie vor massive Bedrohungen für die LGBTI*-Community gäbe: "Wir haben letzte Woche nur wenige Stunden vor dieser Parade einen Anschlag in Oslo erlebt, bei dem zwei Menschen ihr Leben verloren und mehr als 20 verletzt wurden. Wir marschieren heute für eine offene, integrative und akzeptierende Welt. Wir marschieren heute für die Menschen in Oslo, für diejenigen, die nicht die Fortschritte gemacht haben, die wir gemacht haben." Erstmals seit vielen Jahren nahm die Londoner Polizei nicht an der Pride teil – zu massiv wiegen aktuell die Vorwürfe, dass strukturell homophobes Denken innerhalb der Metropolitan Police immer wieder zu Problemen für die britische LGBTI*-Community führt und zudem auch die Verhaftung eines Serienmörders lange Zeit deswegen verschleppt worden war – vier junge homosexuelle Männer waren vor rund sieben Jahren ermordet worden. Seit letzter Woche hat die oberste polizeiliche Aufsichtsbehörde die Londoner Polizei insgesamt unter Beobachtung gestellt.

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