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Aktivisten protestieren gegen britische Politik
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LGBTI*-Demo in der Downing Street Im Fokus das Verbot von Konversionstherapien

ms - 30.06.2022 - 10:30 Uhr
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Zahlreiche LGBTI*-Aktivsten und Vertreter von mehreren queeren Gruppen und Organisatoren protestierten gestern lautstark vor der Downing Street 10 in London, dem Amtssitz von Premierminister Boris Johnson. Der Termin wurde dabei bewusst gewählt, denn heute hätte eigentlich die weltweit erste globale LGBTI*-Konferenz in London stattfinden sollen. Hunderte internationale Organisationen hatten zunächst ihre Teilnahme bekundet, dann aber kurzfristig wieder abgesagt, nachdem Premierminister Johnson seine Pläne zum Verbot von Konversionstherapien speziell nur für schwule und bisexuelle Menschen präsentierte. Am Ende konnte die geplante Konferenz so nicht mehr stattfinden.  

Bereits nach der ersten Bekanntgabe von Johnson war es zu Protesten vor dem Amtssitz gekommen, nun versammelten sich abermals LGBTI*-Aktivisten, um damit auch ein klares Statement kurz vor dem fünfzigjährigen Jubiläum des Prides in London zu setzen. Johnson indes hatte erst zu Beginn der Woche erklärt, dass er sehr viel Verständnis für queere Menschen habe, aber es im Bereich trans-Politik viele heikle Fragen zu klären geben, beispielsweise bei der Vergabe von trans-Medikamenten an Minderjährige oder der künftigen Sicherheit von Schutzräumen für Frauen. LGBTI*-Aktivisten bekräftigten gestern dagegen abermals, dass das Verhalten des britischen Premierministers schlicht diskriminierend sei.

Unter den Demonstrierenden waren auch mehrere Labour-Abgeordnete, schwenkten zusammen mit den anderen Teilnehmern Trans Pride-Fahnen und hielten Schilder hoch, die deutlich machten, dass die Regierung die LGBTI*-Community im Stich lassen würde. Unter dem Motto “BanConversionTherapy“ wurde immer wieder zudem die Forderung laut, auch trans-Personen unter den gesetzlichen Schutz vor Konversionstherapien zu stellen. Schützenhilfe kam auch vom weltweit ersten, nicht-binären Bürgermeister aus Wales, Owen J. Hurcum, der via Twitter erklärte: „Wir sind draußen vor der Downing Street und protestieren, um sicherzustellen, dass diese Regierung versteht, dass wir nicht zum Schweigen gebracht, niedergeschlagen oder besiegt werden können!“

Zu dem Protest aufgerufen hatte die Organisation Trans Activism UK, die zudem in einem Statement erklärte: "Die britische Regierung hat es versäumt, wichtige Versprechen einzulösen, darunter die Umsetzung des erwähnten Verbots, die versprochene grundlegende Reform des Gesetzes zur Anerkennung des Geschlechts und die Entpathologisierung der medizinischen Versorgung von LGBTI* und Trans*. Entstanden ist dagegen ein negatives und gewalttätiges Anti-Trans- und allgemeines Anti-LGBTI*-Umfeld, das von hochrangigen Regierungsbeamten gefördert wird." Im weiteren Verlauf wurden auch immer wieder Forderungen laut, alle Medien und LGBTI*-Organisatoren von Seiten der Regierung nicht mehr zu unterstützen, wenn diese nicht die Einstellungen der queeren Aktivisten teilen würden.

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