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Gouverneur DeSantis will queere Menschen weiter verdrängen // © IMAGO / ZUMA Wire
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Anti-LGBTI*-Bundestaat Florida? Neue Vorgaben greifen queere und trans-Jugendliche an

ms - 21.04.2022 - 14:35 Uhr
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Wenn schon, dann machen wir es richtig – mit dieser Maxime scheint Floridas Gouverneur Ron DeSantis seinen queerfeindlichen Weg konsequent weiterzugehen. Nachdem er zuletzt das bereits berüchtigte „Don´t Say Gay“-Gesetz final unterzeichnet hat und damit LGBTI*-Themen aus allen Schulen verbannen ließ, greift er nun in einem neuen Erlass die trans-Community direkt an – und geht dabei weiter als alle republikanischen, gleichgesinnten Gouverneure anderer US-Bundesstaaten.

Der, bisher noch unverbindliche neue Leitfaden des Gesundheitsministeriums setzt eine klare Richtlinie, wie künftig mit trans-Jugendlichen umzugehen sein soll.

Ähnlich wie in Texas zuvor sollen auch in Florida minderjährige Transsexuelle de facto in die Kriminalität gedrängt werden. So setzt die Leitlinie fest, dass zum einen medizinische Versorgung, Pubertätsblocker und eine geschlechtsangleichende Behandlung für Minderjährige untersagt wird – in Texas verglich man diese Angebote noch mit Kindesmisshandlung.

Florida geht nun einen Schritt weiter und will künftig auch einen sogenannten „sozialen Übergang“ verbieten – das meint, dass beispielsweise auch die Änderung des Namens, der Pronomen oder der Kleidung "keine Behandlungsoption für Kinder oder Jugendliche sein sollte", so Ron DeSantis und Generalarzt Joseph Ladapo bei der Unterzeichnung der Verordnung. Zudem will der Bundesstaat auch Konversionstherapien für trans-Jugendliche in gewissem Umfang unterstützen.

 

In den Leitlinien heißt es, dass es keine schlüssigen Beweise dafür gibt, dass die Behandlung von trans-Jugendlichen positive Entwicklungen auf die psychische Gesundheit haben, sondern dass diese eher "irreversible Auswirkungen" aufzeigen könnten.

Das Gesundheitsministerium zitiert dabei eine 2015 in der International Review of Psychiatry veröffentlichte Arbeit, die besagt, dass 80 Prozent derjenigen Jugendlichen, die eine klinische trans-Betreuung suchen, später ihren Wunsch wieder verlieren und sich schlussendlich mit dem geborenen Geschlecht identifizieren.

 

Der Leitfaden widerspricht allerdings dafür klar den Bundesrichtlinien und den Richtlinien der World Professional Association for Transgender Health. LGBTI*-Aktivisten zeigten sich abermals erschüttert über den neuen Vorstoß des Gouverneurs gegen queere Menschen. Die LGBTI*-Organisation Equality Florida erklärte:

„Wieder einmal versucht Ron DeSantis Wissenschaft und die Sicherheit junger Menschen durch politische Propaganda zu ersetzen. Der Leitfaden verteufelt lebensrettende, medizinisch notwendige Behandlungen und behauptet, dass die Regierung, nicht die Eltern, am besten weiß, was die Gesundheitsversorgung unserer Kinder angeht. DeSantis möchte, dass die Regierung in Arztpraxen eindringt, um Extremisten im Dienste seiner Ambitionen zu befriedigen.“

 

Ganz klar erkennt die Organisation dabei auch einen strategischen Feldzug gegen die gesamte LGBTI*-Community:  „DeSantis' ausufernde Agenda, Bücher zu verbieten, Lehrern einen Maulkorb zu verpassen, Geschichte zu zensieren und die Kontrolle der Regierung voranzutreiben, gibt einer Handvoll Extremisten die Verantwortung für jeden Aspekt des Lebens der Einwohner Floridas und macht den Staat weniger sicher für LGBTI*-Familien, insbesondere für Trans-Kinder!“

 

Ebenso sieht es auch die weltweit agierende Rechtshilfe-Organisation ACLU:

„Dies ist ein verzweifelter Versuch, Lügen und Angst über Transgender-Jugendliche, ihre Eltern und ihre Gesundheitsfürsorge zu verbreiten. Trans-Jugendliche wissen, wer sie sind. Wir sind bereit, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Grundrechte von trans-Jugendlichen und ihren Familien zu verteidigen.“

 

Wie ernst es Gouverneur DeSantis mit seinen Vorhaben meint, zeigt auch seine jüngste Entscheidung gegenüber dem Disney-Konzern. Das Unternehmen hatte sich zunächst halbherzig, schlussendlich aber doch für die LGBTI*-Community und gegen das Schulverbot von queeren Themen eingesetzt.

Der Senat von Florida hat daraufhin diese Woche in einer Sondersitzung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Selbstverwaltung von Walt Disney World aufhebt, womit Steuervergünstigungen und weitere rechtliche Sonderregelung für den Konzern künftig entfallen. Der Gesetzentwurf muss noch das Repräsentantenhaus passieren, bevor er auf dem Schreibtisch von Gouverneur Ron DeSantis landet. Anschließend würden die Änderungen im Juni 2023 in Kraft treten.

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