Direkt zum Inhalt

LGBTI* in Afghanistan Möglicherweise fatale Folgen durch Machtübernahme der Taliban

Von co - 19.08.2021 - 13:00 Uhr
Möglicherweise fatale Folgen durch Machtübernahme der Taliban
Foto: © Azurita
ANZEIGE
Loading audio player...

Seitdem die radikal-islamischen Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul eroberten, wird in den Medien oft über die Folgen dessen für die weibliche Bevölkerung gesprochen. Doch auch LGBTI*-Personen fürchten sich um ihre Sicherheit.

Das queere Leben in Afghanistan

Der Gay Travel Index bewertet Staaten nach ihrer LGBTI*-Freundlichkeit. Afghanistan landete im neuesten Index auf Platz 195 von 200. Homosexuelle Handlungen werden bislang mit bis zu 15 Jahren Freiheitsentzug bestraft. Unter dem Scharia-Gesetz könnte dafür jetzt die Todesstrafe drohen, die in den letzten Jahren nicht mehr streng praktiziert wurde. Ein Taliban-Richter soll in einem Interview mit der BILD gesagt haben: „Für Homosexuelle gibt es nur zwei Strafen: Er muss gesteinigt werden oder er muss hinter eine Mauer und die Mauer muss auf ihn fallen. Die Mauer muss zweieinhalb Meter oder drei Meter hoch sein.“

„Sie wollen Homosexuelle ausrotten“

LGBTI*-Aktivist Nemat Sedat glaubt, dass die Taliban queere Menschen „Ködern, Töten und Wegwerfen“ werden: „Sie werden Informanten einsetzen, die schwule und bisexuelle Männer online und im öffentlichen Raum anlocken sollen, sie an einen abgelegen Ort bringen, töten und ihre Leichen entsorgen“, erklärte er eine frühere Praxis der Taliban gegenüber PinkNews. Da die Taliban die öffentliche Wahrnehmung zu ihren Gunsten verändern wollten, glaube er nicht an öffentliche Hinrichtungen.

Anzeige

Auch Interessant

Queere Vielfalt im Tierreich

Wenn Widder auf Widder stehen

Manche Widder bevorzugen andere Männchen. Gleichgeschlechtliches Verhalten ist weit verbreitet – was Studien zeigen und wo Vergleiche hinken.
Ältere Brüder, schwule Söhne?

Was die Forschung wirklich zeigt

Ältere Brüder und schwule Söhne: Studien finden Zusammenhänge. Doch die Ursache ist nicht bewiesen – und die Statistik bleibt umstritten.
Dresden holt den EuroPride

Rückkehr nach 25 Jahren

Dresden richtet den EuroPride 2029 aus. Nach 25 Jahren kehrt das europäische Pride-Event nach Deutschland zurück. Das Motto setzt auf Brücken.
Streit um Pornoseiten

Sperren vorerst gestoppt

Pornhub und YouPorn müssen vorerst nicht gesperrt werden. Das OVG NRW verweist auf EU-Recht. Der Streit um wirksamen Jugendschutz geht weiter.
Empörung auf Bestellung

Ragebait ist Jugendwort 2026

„Ragebait“ ist das Jugendwort 2026. Was der Begriff bedeutet, warum Provokation Reichweite bringt und was die LGBTIQ+-Community daraus lernen kann.
Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.
Schwuler Politiker wehrt sich

BDSM-Fotos sorgen für Wirbel

Alte BDSM-Fotos bringen den schwulen US-Politiker Chris Gallant in die Schlagzeilen. Doch der Kongresskandidat denkt nicht an Rückzug.
Coming-Out bleibt ein Tabu

Schwule Profis schweigen weiter

Thomas Hitzlsperger sieht kleine Fortschritte gegen Homophobie im Fußball. Doch viele schwule Profis fürchten ein Coming-Out selbst nach Karriereende.
Schutz für queere Jugendliche

Mamdani finanziert trans* Medizin

New York stellt neun Millionen Dollar für die Behandlung trans* Jugendlicher bereit, nachdem mehrere Kliniken ihre Angebote eingestellt haben.