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Apropos Leben Gefühltes Tagebuch: Lachhaft!

Von rb - 29.04.2021 - 10:00 Uhr
Apropos Leben // © Lisa5201
Foto: Apropos Leben // © Lisa5201
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Unser Alien verzweifelt an der Menschheit: „Neulich beim Einkaufen gab es eine Situation, bei der ein Mensch sich ungeschickt verhielt, dabei lachten die Umstehenden. Das habe ich nicht verstanden. Was ist dieses Geräusch, das an eine schwere Atmungsstörung erinnert? Und warum lachten die Leute, wenn der arme Mensch doch ohne Absicht handelte?“

Zwischen dem Welttag des dröhnenden Lachens im Januar und dem Weltlachtag im Mai ist es sicher an der Zeit, diesem Phänomen ein paar Zeilen zu widmen. Lachen ist eine körperliche Reaktion auf psychische und physische Reize. Manche Leute lachen, wenn sie körperlich stimuliert werden, zum Beispiel beim Kitzeln. Mit gewissen Lauten, die nur bedingt einer mentalen Kontrolle unterliegen, geben die Menschen so Erheiterungssignale von sich. In Zeiten von Corona ist das Lachen vielleicht schon so manchen vergangen. Dabei ist es erwiesenermaßen gerade in Stresssituation von großer gesundheitlicher Bedeutung. Krankheiten und seelische Verspannungen können mit Lachen positiv beeinflusst werden. Man lacht in Gemeinschaft und kann auch alleine lachen, zum Beispiel beim Betrachten von Bildern, Filmen und beim Lesen von Büchern. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein äußerer Reiz trifft dabei auf eine innere Verfassung, die man auch Humor nennen kann. Dieser ist individuell sehr unterschiedlich geprägt. Humor ist auch situationsabhängig. Manchmal verbietet es sich zu lachen, auch wenn einem danach zumute ist.

Lachen ist vor allem ein Privileg höherer Entwicklungsstufen des Gehirns. Eigentlich ist ja das Blecken der Zähne eine aggressive Geste. Bei den Primaten war es vielleicht ursprünglich im Zusammenhang mit Geschrei als ein Warnruf für die Gruppe zu verstehen. Es entwickelte sich dann möglicherweise zu einem sozialen Einverständnis der Stärke. Menschenaffen lachen über lustige Dinge, genauso wie wir. Es ist davon auszugehen, dass wir Menschen in unserer Entwicklung gelacht haben, bevor wir anfingen zu sprechen. Eine uralte Sache also. Und wir lachen nicht nur über angenehme Sachen, sondern auch manchmal etwas verbissen über schmerzhafte Erfahrungen. Lachen kann entwaffnen, aber auch eine Waffe sein. In totalitären Systemen ist Lachen nicht gerne gesehen, vor allem wenn die Machthaber in den Fokus des Lachens geraten. Wer versucht, auf Kommando zu lachen, kann damit nicht wirklich überzeugen. Herzhaftes Lachen verbindet und kann Probleme besser erträglich machen. Lachen ist ansteckend, so wie Gähnen. Bei diesem Lachen muss es dann auch gar keinen Anlass geben. Man lacht eben, weil andere lachen, so einfach ist das. Die Geräusche beim Lachen sind auch sehr individuell und bei manchen gar nicht als Lachen wirklich erkennbar. Und manche Leute lachen sogar, bis sie weinen.

Es gibt Menschen, die sich totgelacht haben. Es gibt auch ein irres Lachen, das hört man manchmal in Horrorfilmen. Dann könnte es Ausdruck eines inneren Konflikts sein - man ist sozusagen im falschen Film. Und manche Leute können überhaupt nicht lachen oder über Dinge, die man im Allgemeinen nicht als besonders komisch betrachtet. Das ist dann wieder eine Frage des Humors. Ob nun Ventil, Entspannung oder Therapie: Lachen ist ein Geschenk und Humor ebenso. Es gibt Menschen, die verdienen sogar ihr Geld mit dem Lachen anderer Leute. Wer allerdings beim Erzählen eines Witzes schon vor der Pointe in schallendes Gelächter ausbricht, der sollte vielleicht erst mal nicht auf die Bühne. Der weise Joachim Ringelnatz hat seine eigene Definition der menschlichen Erheiterungsfähigkeit überliefert: „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“

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