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Das LGBTI*-ABC Bisexualität – Bi schadet nie

Von kk - 18.09.2020 - 09:00 Uhr
Bisexualität – Bi schadet nie // © Roberto Galan
Foto: Bisexualität – Bi schadet nie // © Roberto Galan
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Am 23. September ist weltweiter Tag der Bisexualität: Mit globalen Veranstaltungen und 2020 wohl auch vielen Online-Events soll auf diese sexuelle Orientierung, die damit leider immer noch verknüpften gesellschaftlichen Probleme aufmerksam gemacht werden. Der Name des Feiertags lautet: Bi Visibilty Day – ein Wortspiel aus „Bi sein“ und „sichtbar sein“.

Die Geschichte des Feiertags:
Der Bi Visibilty Day wurde im Jahr 1999 geboren, damals noch als International Celebrate Bisexuality Day. Die Initiatoren sind drei Bi-Aktivisten aus den USA und ihr Tag wird seither weltweit zelebriert, auch wenn er unterschiedliche Namen tragen kann wie „Bi Pride Day“, „Bi Day“ oder „Celebrate Bisexuality Day“. Ziel der Bewegung ist es, ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Bisexualität eine eigenständige sexuelle Orientierung ist – genauso wie Homo- oder Heterosexualität. An dem Bi Visibilty Day sind nicht nur Bisexuelle, sondern auch Unterstützer und Freunde aufgerufen, die Bisexualität zu zelebrieren und zu feiern.

Das Ziel der Aktion:
Mittlerweile gibt es viele Aktivisten die die Rechte der LGBTI*-Community einfordern, die Gemeinschaft der bisexuellen Menschen wird dabei oft vernachlässigt: Bisexuelle fühlen sich so in ihrer sexuellen Orientierung nicht ernst genommen und sind vielfach einem enormen Minderheitenstress ausgeliefert. Der Bi-Feiertag soll Vorurteile abbauen, Bisexuelle seien nur unsicher, unentschlossen oder unreif. Vielfach hören sie abwertende Kommentare wie: „Das ist doch nur eine Phase“, „Dir geht es doch nur um Sex“ oder „Du machst es auch mit jedem!“. Der Feiertag soll klar machen, dass die sexuelle Identität dieser Menschen ebenso ernst zu nehmen ist wie alle anderen auch. Dazu gehört das Sichtbarmachen von Bisexuellen und in diesem Sinn hat 2013 der bisexuelle Radio- und Fernsehmoderator Jürgen Domian anlässlich dieses Tages auch dazu aufgerufen, dass Bisexuelle ihre sexuelle Orientierung öffentlich machen sollen, denn „desto selbstverständlicher“ werde sie. Prominente, die offen zu ihrer Bisexualität stehen sind beispielsweise Schauspielerin Angelina Jolie, Popstar Lady Gaga, DJ Felix Jaehn oder „Greenday“-Sänger Billie Joe Armstrong, der glaubt, dass jeder Mensch bisexuell geboren wird – und mit dieser Ansicht ist er bei weitem nicht alleine.

Was versteht man unter Bisexualität?
Auch der Psychoanalytiker Sigmund Freud war bereits 1915 der Ansicht, dass die ursprüngliche Anlage des Menschen eine bisexuelle sei. Und bereits im Jahr 1948 teilte der berühmte Sexualforscher Alfred Charles Kinsey nach einer Studie mit, dass 90 bis 95 Prozent der Bevölkerung bis zu einem gewissen Grad bisexuell sind und sich mindestens einmal im Leben zu einer Person gleichen Geschlechts hingezogen fühlten: Neben Homosexualität und Heterosexualität ist sie zumindest die drittgrößte Form der sexuellen Orientierung, bei der sich Menschen eben sexuell, aber auch emotional zu Menschen beider Geschlechter hingezogen fühlen und dementsprechend Beziehungen mit Frauen und Männern führen.

Wie lebt man Bi sein aus?
Bisexuell sein und bisexuell leben sind zwei unterschiedliche Dinge: Nicht jeder Bisexuelle lebt diese aus und führen trotz Erkenntnis das bisherige Beziehungsleben weiter. Manche sind auch für Jahre beispielsweise nur mit Frauen liiert um danach eine lange Phase mit Männerbeziehungen zu haben. Doch auch 2020 werden bisexuelle Orientierungen eher selten (aus-)gelebt, denn die „monosexuelle“ Norm hat sich in unserer Kultur durchgesetzt, so dass die Unterdrückung des homosexuellen Anteils bei Bisexuellen oft noch an der Tagesordnung ist. Bisexuelle Menschen werden oft als Grenzgänger wahrgenommen, so dass Diskriminierung in diesem Fall leider von allen Seiten stattfindet: Heterosexuelle fordern eine Entscheidung, Schwulen und Lesben sind sie nicht „queer“ genug. Dieses Nichtverständnis führt oft zu Einsamkeit und psychischen Problemen, da sie in der LGBTI*-Debatte oft nicht vorkommen und sich so „unsichtbar“ fühlen: Der „Bi Visibilty Day“ will dieses Problem im wahrsten Wortsinn bekämpfen, denn diese Biphobie sollte nicht nur angesprochen, sondern auch sichtbar werden, so dass auch Bisexuelle ihre eigne individuelle Sexualität Tag für Tag leben können.

Tun wir dies doch am 23. September alle!

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