„Rose“ ist der große Gewinner des Günter Rohrbach Filmpreises 2026. Das Historiendrama von Markus Schleinzer erhielt am Freitagabend in Neunkirchen den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis. Weitere Auszeichnungen gingen an Darstellerin Caro Braun und die Musikerin Tara Nome Doyle.
Sandra Hüller spielt die Titelfigur, die nach dem Dreißigjährigen Krieg als männlicher Soldat in einem protestantischen Dorf auftaucht. Als vermeintlicher Erbe eines Gutshofs versucht Rose, sich eine neue Existenz aufzubauen. Die Jury würdigte den Film als Plädoyer dafür, über die eigene Identität und Lebensgeschichte bestimmen zu können.
Zwei weitere Ehrungen für die Produktion
Caro Braun spielt Roses Ehefrau Susanna. Sie erhielt einen mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis. Tara Nome Doyle wurde für ihre Filmmusik mit dem Preis des Oberbürgermeisters ausgezeichnet, der mit 2.500 Euro verbunden ist. Damit wurde „Rose“ als Gesamtwerk sowie für Schauspiel und Musik geehrt.
Der Hauptpreis ging an Regisseur Schleinzer und die Produzenten Tobias Walker, Philipp Worm, Karsten Stöter und Johannes Schubert. Vergeben wurde er bei der Gala in der Neuen Gebläsehalle. Den Juryvorsitz hatte in diesem Jahr Sönke Wortmann übernommen.
Hüller spielt gegen die zugedachte Rolle
Der Konflikt des Films entsteht aus der gesellschaftlichen Ordnung des 17. Jahrhunderts: Rose beansprucht eine Stellung, die ihr als Frau verwehrt wäre. Die Soldatenrolle und das behauptete Erbe eröffnen einen Weg in das Dorfleben. Ihre Ehe mit Susanna gehört zu der neu aufgebauten Existenz.
Die historische Figur lässt sich deshalb aus heutiger Sicht im Zusammenhang mit Geschlechterrollen und Selbstbestimmung betrachten. Eine konkrete moderne Identitätsbezeichnung legt die vorliegende Filmbeschreibung ihr nicht bei. Auch ein weiteres angekündigtes Projekt führt Hüller in ein historisches Umfeld: Sie soll Erika Mann an der Seite von August Diehl als Klaus Mann spielen.
Auch Pachner und Hübner ausgezeichnet
Bei der Gala wurden außerdem Valerie Pachner für „Vier minus drei“ und Charly Hübner für „Spaziergang nach Syrakus“ mit Schauspielpreisen geehrt. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Der Günter Rohrbach Filmpreis richtet den Blick seit 2011 auf deutschsprachige Produktionen, die sich mit Gesellschaft und Arbeitswelt befassen.