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Alex Ukkelberg ist schwul „Ich bin dankbar, dass ich schwul bin!“

Von ms - 06.11.2026 - 10:30 Uhr
Alex Ukkelberg ist schwul
Foto: Screenshot Instagram / alex.ukkelberg
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Der US-amerikanische Beachvolleyballspieler Alex Ukkelberg hat sich erstmals öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Der in Los Angeles lebende Profisportler hatte sich innerhalb seiner Familie und seines Freundeskreises bereits vor vielen Jahren geoutet. Auch in seinem sportlichen Umfeld wussten viele Bescheid. Mit einem Beitrag auf Instagram machte er seine sexuelle Orientierung nun erstmals öffentlich zum Thema.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der amerikanische Beachvolleyballprofi Alex Ukkelberg hat sich erstmals öffentlich als schwul geoutet.
  • Innerhalb seiner Familie und seines sportlichen Umfelds war seine Homosexualität bereits seit mehr als zehn Jahren bekannt.
  • In einem Instagram-Video schildert er seine Schwierigkeiten, seine sexuelle Orientierung mit seinem Selbstverständnis als Leistungssportler zu vereinbaren.
  • Heute sagt Ukkelberg, seine Homosexualität habe ihn zu einem besseren und einfühlsameren Menschen gemacht.
  • Sein Freund und Beachvolleyballkollege Charlie Siragusa würdigt seinen authentischen Umgang mit unterschiedlichen Facetten seiner Persönlichkeit.

Sport und Homosexualität

Gegenüber dem Sportportal Outsports erklärte Ukkelberg zu seinem Video: „Ich habe mich gegenüber meiner Familie und meinen Freunden schon vor langer Zeit geoutet. Als ich in den sozialen Medien immer mehr darüber geteilt habe, fühlte es sich einfach richtig an, es auch auszusprechen. Sichtbarkeit ist wichtig.“ In seinem Beitrag beschreibt der Volleyballspieler offen, wie schwierig es für ihn zunächst war, seine Homosexualität anzunehmen. Als Jugendlicher habe er verschiedene Sportarten betrieben und früh gewusst, dass er Leistungssportler werden wollte. Damals habe er allerdings geglaubt, dass sich sportlicher Erfolg und Homosexualität ausschließen müssten.

„Es gab keine Möglichkeit, dass ich schwul sein könnte. Oder doch?“, erinnert sich Ukkelberg. „Als ich aufwuchs, spielte ich Basketball und Football. Außerdem spielte ich ein bisschen Baseball. Ich war in der Leichtathletik aktiv. Ich wusste, dass ich Sportler werden wollte, und in meiner Vorstellung bedeutete das, dass ich unmöglich schwul sein konnte. Heute klingt das verrückt, aber genau diese Botschaft bekam ich damals von der Welt vermittelt. Es dauerte lange, bis ich meine Sexualität akzeptieren konnte. Und selbst danach überlegte ich noch lange, ob ich weiterhin im Verborgenen leben sollte.“

Zwei Seiten einer Identität

Besonders schwer sei für ihn gewesen, seine Homosexualität erstmals offen auszusprechen. „Die Worte ‚Ich bin schwul‘ zum ersten Mal laut auszusprechen, war wirklich schwer für mich. Nach einigen Jahren mit sehr großen psychischen Problemen entschied ich, dass ich keine meiner beiden Identitäten aufgeben konnte. Ich musste einfach herausfinden, wie ich beides miteinander vereinbaren kann. Und ehrlich gesagt bin ich dankbar, dass ich schwul bin. Es hat mich zu einem besseren und einfühlsameren Menschen gemacht.“ Obwohl er bereits seit mehr als zehn Jahren offen gegenüber seinem persönlichen Umfeld lebt, habe er diesen Teil seiner Lebensgeschichte in den sozialen Medien und der Öffentlichkeit bislang bewusst ausgespart. Lange habe er überlegt, wie er darüber sprechen könne und ob er überhaupt etwas veröffentlichen solle.

„Ich habe diesen Teil meiner Geschichte in den sozialen Medien bisher bequem ausgelassen, obwohl ich seit mehr als zehn Jahren geoutet bin. Ich bin immer wieder hin und her gerissen gewesen, was und wie ich etwas sagen soll oder ob ich einfach gar nichts dazu sage. Ich möchte nichts Falsches sagen, aber gleichzeitig ehrlich über meine Erfahrungen und Gefühle sprechen. Ehrlich gesagt möchte ein Teil von mir sogar jetzt, nachdem ich diesen Schritt öffentlich gemacht habe, den Beitrag am liebsten wieder löschen. Ich wollte eigentlich nie laut über meine Sexualität sprechen, schon gar nicht in den sozialen Medien. Aber genau dieses offene Sprechen hätte mein jüngeres Ich gebraucht. Deshalb sitze ich jetzt hier und spreche darüber.“

Unterstützung von Kollegen

Rückhalt bekommt Ukkelberg auch aus seinem sportlichen Umfeld. Zu seinen Freunden auf der Beachvolleyball-Tour gehört Charlie Siragusa, der ebenfalls offen schwul ist und als Profi Beachvolleyball spielt. Gemeinsam mit weiteren schwulen Spielern sind die beiden Teil einer Chatgruppe mit dem augenzwinkernden Namen „GayVP“. Siragusa beschrieb seinen Freund gegenüber Outsports als außergewöhnlichen Menschen: „Alex ist ein großartiger Mensch. Wie er in dem Video selbst sagt, ist er tatsächlich ein kleines Rätsel, aber im besten Sinne. Er hat so viele unterschiedliche Facetten seiner Identität, die scheinbar im Widerspruch zueinander stehen, und trotzdem schafft er es, sie alle anzunehmen und authentisch zu leben.“ Weiter sagte Siragusa: „Ich glaube, viele Menschen haben das Gefühl, Teile ihrer Persönlichkeit aufgeben zu müssen, um dazuzugehören. Alex teilt diese Einstellung überhaupt nicht. Wir sind seit Jahren befreundet und haben oft zusammen gespielt. Wenn ich mit Alex zusammen bin, eröffnet er mir immer wieder neue Perspektiven auf die Welt. Das weiß ich wirklich zu schätzen.“

Sportliche Erfolge 

Ukkelberg stammt ursprünglich aus Minnesota. Er spielte Volleyball für die Grand View University im Bundesstaat Iowa und schloss dort sowohl ein Bachelorstudium in Kinesiologie als auch ein Masterstudium in Sport- und Bewegungspsychologie ab. Zu seinen bisherigen sportlichen Höhepunkten zählt der Sieg bei den AVP Laguna Beach Open 2025. Das Turnier gewann er gemeinsam mit seinem Partner Logan Webber. Ukkelberg gehört zu einer wachsenden Zahl offen schwuler Volleyballspieler im Hallen- und Beachvolleyball, die in ihrem Sport ein unterstützendes Umfeld gefunden haben. Neben Charlie Siragusa zählen dazu Kyle Friend und Tim Brewster, die inzwischen verlobt sind, der Olympiahoffnungsträger Leo Dillier, der japanische Profivolleyballer Rui Takahashi, Olympiateilnehmer Justin Lui, der US-Nationalspieler Merrick McHenry und der US-amerikanische Olympiateilnehmer Erik Shoji. Auch vier Mitglieder der brasilianischen Nationalmannschaft gehören zu dieser Gruppe. Mit seinem öffentlichen Coming-out möchte Ukkelberg nun auch anderen jungen Sportlern zeigen, dass sich sportlicher Ehrgeiz und die eigene sexuelle Identität nicht ausschließen müssen.

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