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Leo Dillier ist schwul Schweizer Beachvolleyballer als Vorbild für LGBTIQ+-Menschen

Von ms - 17.08.2026 - 09:00 Uhr
Leo Dillier ist schwul
Foto: IMAGO / Newspix
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Der Schweizer Beachvolleyballer Leo Dillier hat sich öffentlich als schwul geoutet. Der 25-Jährige verbindet seinen Schritt mit dem Wunsch, Veränderungen im Spitzensport der Männer anzustoßen. Zugleich will er jungen LGBTIQ+-Menschen das Vorbild sein, das ihm selbst während seiner Jugend gefehlt habe.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Schweizer Beachvolleyballer Leo Dillier hat sich öffentlich als schwul geoutet.
  • Der 25-Jährige möchte 2028 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles antreten.
  • Dillier sagt, ihm habe in seiner Jugend ein sichtbares Vorbild im Spitzensport gefehlt.
  • Er kritisiert traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit im Spitzensport und den Umgang mit Homosexualität.
  • Sein Spielpartner Marco Krattiger und der Schweizer Volleyballverband reagierten unterstützend.
  • Dillier und Krattiger stehen derzeit auf Platz 23 der Weltrangliste.
  • Das Duo erreichte bei der WM 2025 in Adelaide den neunten Platz.

Traditionelle Männerbilder 

Dillier strebt die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles an. Sein Coming-Out veröffentlichte er in einem Video auf Instagram. Kurz zuvor hatte er gemeinsam mit seinem Spielpartner Luc Flückiger bei den Beachvolleyball-Europameisterschaften in Polen gespielt. Das Duo schied unmittelbar vor dem Achtelfinale aus. „Heute möchte ich etwas Persönliches mit euch teilen: Ich bin schwul“, schrieb Dillier in der Bildunterschrift zu seinem Beitrag. In seinem Video beschreibt Dillier den Druck, den er im Spitzensport durch traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit und Härte erlebt habe. „Im Spitzensport gibt es ein bestimmtes Klischee: Ein Athlet muss auf eine bestimmte Art sein, um Leistung zu bringen“, sagt er. „Das hat mich wirklich gestört, weil ich nicht ganz hineingepasst habe. Ich war ein bisschen anders.“ Für schwule Männer sei es weiterhin schwierig, sich im Sport über solche Vorstellungen hinwegzusetzen. „Schwulsein wird oft mit Schwäche gleichgesetzt. Es gibt nur sehr wenige Athleten, die über dieses Thema sprechen“, sagt Dillier. 

Schwere Teenagerzeit 

Besonders schwer seien für ihn die Teenagerjahre gewesen. „Wenn ich an die Zeit vor etwa zehn Jahren zurückdenke – ich war 15 und habe sehr stark darunter gelitten –, wünschte ich mir so sehr, dass ich ein Vorbild im Spitzensport gehabt hätte, mit dem ich mich identifizieren konnte. Das gab es damals nicht. Ich hoffe, dass ich heute andere Menschen inspirieren kann.“ Der Weg bis zu seinem öffentlichen Coming-Out sei ebenfalls nicht einfach gewesen. „Es ist ein Thema, das mich mein ganzes Leben beschäftigt hat. Im Spitzensport ist es immer noch schwierig, sich zu outen. Deshalb war es auch für mich schwierig“, sagte Dillier. Warum er sich gerade jetzt zu diesem Schritt entschlossen habe, erklärte er so: „Ich fühle mich selbstbewusst, und ich sehe die Dynamiken… Ich möchte etwas dagegen tun.“

Erfolgreich mit Krattiger

Dillier stammt aus der kleinen Gemeinde Möhlin im Norden der Schweiz. Inzwischen gilt er als eines der herausragenden Talente des internationalen Beachvolleyballs. 2022 gewann er gemeinsam mit Adrian Heidrich den Schweizer Meistertitel. Auf internationaler Ebene machte er anschließend weitere Fortschritte. Mit seinem wichtigsten Spielpartner Marco Krattiger steht Dillier derzeit auf Platz 23 der Weltrangliste. In der vergangenen Saison überzeugte das Duo mehrfach auf der internationalen Beach-Pro-Tour. Bei der Weltmeisterschaft im November in Adelaide in Australien erreichten Dillier und Krattiger den neunten Platz. Zuvor hatten sie ein Challenge-Turnier der Beach Pro Tour in Polen gewonnen. Hinzu kamen drei weitere Podestplätze bei Challenge- und Future-Turnieren.

Unterstützung aus dem Sport

Dilliers Coming-Out reiht sich in eine Entwicklung im Schweizer Männersport ein. In den vergangenen Jahren haben unter anderem der Tennisspieler Mika Brunold, der Basketballprofi Marco Lehmann, der Schweizer Schwinger Curdin Orlik und der Volleyballer Dennis Del Valle öffentlich über ihre Homosexualität gesprochen. Brunold kommentierte Dilliers Instagram-Beitrag und bezeichnete ihn als „Star“. Auch der australische Basketballer AJ Ogilvy und der dänische Handballprofi Villads Raahauge Jensen, die sich ebenfalls in den vergangenen Jahren als schwul geoutet hatten, äußerten ihre Unterstützung.

Auch Dilliers Spielpartner Krattiger und der Schweizer Volleyballverband reagierten mit Herz-Emojis auf seinen Beitrag. Im Beachvolleyball gibt es bereits mehrere LGBTIQ+-Vorbilder. Dazu gehören aufseiten der Frauen die amtierende brasilianische Olympiasiegerin Ana Patricia Ramos und die australische Olympiasiegerin von Sydney 2000, Natalie Cook. Im US-amerikanischen Spitzen- und Profisport ist Nationalspieler Charlie Siragusa offen schwul. Kyle Brewster und Tim Friend machten 2024 zudem ihre Liebesgeschichte öffentlich. Friend hat seine aktive Karriere inzwischen beendet, arbeitet aber weiterhin als Kommentator und Podcaster im Beachvolleyball.

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