Chris Gallant denkt nicht daran, sich zu verstecken. Wochen nachdem alte Fetischaufnahmen des offen schwulen US-Kongresskandidaten Schlagzeilen machten, geht der Demokrat in die Offensive. Ein neues Porträt des New York Magazine vom 17. Oktober zeigt einen Bewerber, der sich weder für seine Sexualität entschuldigen noch aus dem Wahlkampf drängen lassen will.
Das Wichtigste im Überblick
- Chris Gallant kandidiert für die Demokraten im ersten Kongresswahlbezirk von New York.
- Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos setzt er auf einen offenen Umgang mit seiner Vergangenheit.
- Sein Team greift die Aufmerksamkeit mit dem Slogan „Make Politics Sexy Again“ auf.
- Politisch wirbt Gallant unter anderem mit bezahlbarem Wohnen und dem Schutz der Gesundheitsversorgung.
Vom Fotowirbel zur Offensive
Ein Rückzug kommt für Gallant nicht infrage. Dem New York Magazine schilderte er, sein Team habe ihm nach Bekanntwerden der Bilder zum Ausstieg geraten. Er entschied sich dagegen. Inzwischen verkauft die Kampagne Merchandise mit dem Spruch „Make Politics Sexy Again“ – einer augenzwinkernden Anspielung auf die bekannte Trump-Parole.
Die ersten Berichte über Gallants frühere Fetischfotos hatten bereits im September für Aufsehen gesorgt. Damals bestätigte seine Anwältin, dass authentische Aufnahmen bei einem einvernehmlichen Shooting mit seinem damaligen Partner entstanden waren. Ausgewählte Bilder durften für Produkte des Fetischhändlers Mr. S Leather verwendet werden. Später bat Gallant darum, sie von dessen Website zu entfernen.
Mehr als eine Schlagzeile
Der 37-Jährige tritt gegen den republikanischen Abgeordneten Nick LaLota an. Auf seiner offiziellen Wahlkampfseite stellt er seine berufliche Erfahrung in den Vordergrund: als Militärpilot, früherer Fluglotse, Gewerkschafter und freiwilliger Feuerwehrmann. Er beschreibt sich als Kandidaten, der praktische Probleme auf Long Island lösen will.
Zu seinen Schwerpunkten gehören die hohen Kosten für Wohnen, Energie und den täglichen Einkauf. Außerdem verspricht er, die staatlichen Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid zu schützen und sich für Beschäftigte sowie Veteraninnen und Veteranen einzusetzen. Die freizügigen Aufnahmen mögen ihm Aufmerksamkeit bringen. Gewählt werden will er für seine Politik.
Offenheit vor der Wahl
Der Fall berührt eine Frage, die weit über einen einzelnen Wahlkampf hinausgeht: Wie viel sexuelle Selbstbestimmung gesteht die Öffentlichkeit einem schwulen Politiker zu? Gallant begegnet dem Druck mit Offenheit. Ob ihm die neue Bekanntheit auch an der Wahlurne hilft, ist damit noch nicht entschieden.
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